Kopfsprung (Symbolbild)
Kopfsprung (Symbolbild)Quelle: F. B.  / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Wer hätte es gedacht: Kopfsprung in Fluss ist kein Arbeitsunfall

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Mann führ nach der Arbeit ab von Reutlingen zu seiner Wohnung in Tübingen. Er unterbrach die Fahrt bei großer Hitze, um sich im Neckar abzukühlen, Beim Kopfsprung brach er sich mehrere Halswirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt. Vor Gericht wollte er Ersatz wegen eines Arbeitsunfalles erstreiten.

Die Argumentation der Berufsgenossenschaft ist vorhersehbar, Unterbrechung des direkten Arbeitsweges und die Klassifizierung des Schwimmens als Freizeitbeschäftigung. Der Klagende lässt über seinen Anwalt mitteilen, dass es eine Maßnahme zur Gesunderhaltung gewesen sei, es drohte ein Hitzschlag.

 

Der Konter des Versicherers folgte und folgt einer kaum zu widerlegenden Logik. Demnach seien Maßnahmen zur Gesunderhaltung Freizeitvergnügungen und zudem gäbe es bessere Maßnahmen als die vollzogene. Dagegen lässt sich aufgrund des Ergebnisses schlecht argumentieren.

 

Keine Kopfsprungnot

 

Das Sozialgericht Reutlingen folgte der Argumentation der Genossenschaft. Zwar sei Versicherungsschutz bei derartigen Unfällen "nicht vollkommen ausgeschlossen", allerdings lag in diesem Fall keine "absolute Notsituation" vor.

 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Abkühlung nicht aus Not erfolgte, dafür spreche, dass die Wohnung des Klagenden nur noch lediglich zwei Kilometer entfernt lag und dieser sich per Kopfsprung in den Neckar begeben wollte. Das deute auf eine Freizeitbeschäftigung hin; Klage abgewiesen.

Arbeitsunfälle · Gericht · Schaden- /Unfallversicherung
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