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Politik & Regulierung

Studie: Erpressersoftware könnte dreistelligen Milliardenschaden verursachen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Cyberattacken durch eine Erpressersoftware könnte die globale Wirtschaft teuer zu stehen kommen. In einer aktuellen Studie haben IT-Experten den Cyberangriff eines südostasiatischen Gangstersyndikats mit einer Erpressersoftware simuliert. Das Ergebnis: Ein solcher Angriff könnte die Unternehmen bis zu 193 Mrd. US-Dollar kosten.
So hat das Centre of Risk Studies der Universität Cambridge hat unter der Federführung des Insurance Risk and Finance Research Centre der Nanyang Technological University in Singapur für die fingierte Attacke drei verschiedene Szenarien entwickelt. Demnach würde eine Erpressersoftware mit Phishing-Emails als PDF-Anhang verschickt. Beim Öffnen der Datei würde die Schadsoftware auf dem rechner installiert. Die Folge: Auf dem Bildschirm erscheint eine Zahlungsaufforderung von 700 US-Dollar je betroffenen Rechner, um die Daten wieder zu entschlüsseln. Gleichzeitig verbreite sich die Software über die Adressbücher der betroffenen Geräte weiter. Laut Analyse würden so binnen 24 Stunden weltweit 30 Millionen Geräte mit der Schadsoftware infiziert. Laut Studie würden die Cyberkriminellen durch diese Erpressung ein geschätzes Lösegeld zwischen 1,14 Mrd. und 2,78 Mrd. Dollar einnehmen. Dabei wären etwa 250.000 bis 613.000 Unternehmen von der digitalen Attacke betroffen. Allerdings haben nur neun Prozent dieser Firmen eine entsprechende Cyberversicherung abgeschlossen.
Dabei gehen die IT-Analysten von drei verschiedenen Szenarien aus: Szenario S 1 (Ziel wären Endgeräte mit dem am weitesteten verbreiteten Betriebssystem A, Daten werden verschlüsselt) geht von weltweiten wirtschaftlichen Schäden von 85 Mrd. Dollar aus, im schlimmsten Szenario XI (Endgeräte mit den beiden am meisten verbreiteten Betriebssystemen A und B, Daten werden verschlüsselt und Back-ups gelöscht) sind es 193 Mrd. Dollar (siehe Tabelle). Dazwischen liegt Szenario S2 (Endgeräte mit Betriebssystemen A und B, Daten werden verschlüsselt) mit einem wirtschaftlichen Schaden von 159 Mrd. Dollar, berichtet die Börsen-Zeitung unter Berufung auf die Studie. Zwar seien nur etwa zehn Prozent der Schäden durch eine entsprechende Cybersicherung abgedeckt. Auf die Assekuranz würde aber dennoch ein Schaden von rund 6,4 Mrd. US-Dollar zukommen.
Zudem wäen die Schäden rund um den Globus sehr unterschiedlich verteilt, heißt es in der Studie weiter. Demnach wären die USA mit einem ökonomischen Schaden zwischen 46 und 89 Mio. Euro am stärksten von einem solchen Cyberangriff betroffen. Dabei wären vor allem der Einzelhandel, das Gesundheits- und das Finanzwesen am stärksten betroffen. In Europa wären neben dem Einzelhandel insbesondere unternehmensbezogene Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe betroffen. Der erwartete Schaden würde sich für die europäischen Firmen auf etwa 29 bis 75 Mrd. US-Dollar betroffen. Unternehmen in Asien müssten sich auf eine Schaden von etwa sechs bis 18 Mrd. US-Dollar einstellen. Besonders betroffen wären hierbei in erster Linie das Gesundheits- und das Transportwesen sowie das verarbeitende Gewerbe.
Kosten durch Cyberattacken 2019 bis 2023
Kosten durch Cyberattacken 2019 bis 2023Quelle: Statista
Das Beratungsunternehmen Accenture geht außerdem in einer aktuellen Analyse davon aus, dass den Unternehmen weltweit in den nächsten fünf Jahren rund 502 Billionen US-Dollar durch Cyberattacken engehen würden. Am stärksten betroffen ist die Hightech-Industrie mit mehr 753 Mrd. US-Dollar. Es folgen Biowissenschaften (642 Mrd. US-Dollar) und Automobilindustrie (505 Mrd. US-Dollar). Die Versicherungsbranche wäre dabei mit rund 305 Mrd. US-Dollar betroffen. "Beim Thema Cybersecurity hinken die meisten Unternehmen der Raffinesse der Cyberkriminellen hinterher. Das führt zu einem Vertrauensverlust in die digitale Wirtschaft", konstatiert Uwe Kissmann, Geschäftsführer von Accenture Security in Europa.
Cyberangriffe · Erpressersoftware
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