Mathias Bühring-Uhle, Vorstandsvorsitzender des InsurLab Germany  und Sebastian Pitzler, Geschäftsführer des InsurLab Germany (v.ln.r.)
Mathias Bühring-Uhle, Vorstandsvorsitzender des InsurLab Germany  und Sebastian Pitzler, Geschäftsführer des InsurLab Germany (v.ln.r.)Quelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

Reger Zulauf bei Insurlab Germany

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das im Mai 2017 gegründete InsurLab Germany ist mit inzwischen 71 Mitgliedsunternehmen zur größten Brancheninitiative zur Digitalisierung der deutschen Versicherungsindustrie herangewachsen. "Die Mitglieder sind voller Tatendrang. Wir wollen Brücken bauen zwischen jungen Wilden und etablierten Versicherern - und über unsere Plattform haben sich bereits viele Mitglieder und Startups gefunden", sagte Sebastian Pitzler, Geschäftsführer von InsurLab Germany, am Donnerstagabend. 
Dem Netzwerk gehören Versicherungen, Startups, Universitäten und Hochschulen sowie Dienstleister und Technologieanbieter an; unter anderem haben sich zuletzt die AOK NordWest als die erste gesetzliche Krankenkasse sowie die Vereinigung europäischer Versicherungsvereine Eurapco dem Insurlab angeschlossen. 2019 will das InsurLab Germany zehn bis 15 Startups im Rahmen eines Accelerator-Programms weiterentwickeln und dabei helfen, diese im deutschen Versicherungsmarkt zu etablieren. Die Bewerbungsfrist für dieses Programm endet zwar erst am 8. März, doch bereits jetzt haben sich 16 Neugründungen angemeldet. Beim ersten Programmdurchlauf 2018 waren fünf Gründungen begleitet worden. "Die erste Runde unseres Accelerator-Programms war ein großer Erfolg", so Pitzler. Die ausgewählten Startups arbeiten sechs Monate lang mit den Mitgliedsunternehmen.

In diesem Jahr werden die teilnehmenden Startups werden in zwei Kategorien eingeteilt. In der Kategorie "Start" erhalten junge Startups Unterstützung und Mentoring, um skalierbare Produkte zu entwickeln und erste Projekte mit Versicherern einzugehen. Diese Startups sollten zumindest einen Prototyp vorweisen können und bereits ein konkretes Geschäftsmodell ausgearbeitet haben. Die "GrowthW"-Kategorie unterstützt reifere Startups mithilfe der Mitgliedsunternehmen und Partner bei der Skalierung und Weiterentwicklung ihrer Unternehmen. Sie sollten schon valide Geschäftsmodelle und Lösungen vorweisen können und sollten eine erste Kooperation mit einem Versicherer oder einem anderen Unternehmen eingegangen sein.

"Die aktive Beteiligung der Mitglieder ist beeindruckend - dieses hohe Niveau wollen wir in 2019 selbstverständlich halten und unser Angebot weiter ausbauen. Mithilfe von Angeboten, die Mitglieder für Mitglieder organisieren, möchten wir die nun bestehenden Verbindungen zwischen den Unternehmen weiter stärken, um gemeinsam an aktuellen Trends und Chancen der Digitalisierung zu arbeiten. Wissensaustausch, kollaborative Zusammenarbeit - auch branchenübergreifend - sowie die noch intensivere Zusammenarbeit mit Startups und Partnern weltweit stellen die Eckpfeiler unserer Arbeit im neuen Jahr dar. Zudem sind weitere Vorhaben für 2019 in Aussicht", kündigte Mathias Bühring-Uhle an. Der Gothaer-Vorstand ist der Vorstandsvorsitzender der Initiative.

Auf Basis einer Mitgliederumfrage sollen 2019 die Themen "Customer Journey - Einsatzmöglichkeiten von AI", "eHealth - vom Kostenerstatter zum Lebensbegleiter“, „"oT in der Produktentwicklung und Schadensprävention" sowie "Digitale Ökosysteme und Kooperationsmodelle" bearbeitet werden. Beim Club Event am Donnerstagabend stellte sich unter anderem das DFKI Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) vor, das an einer Kooperation mit Mitgliedern des Insurlab interessiert ist. Mögliche Felder einer Zusammenarbeit könnten die wissenbasierte Dokumentanalyse ohne feste Formate oder der Einsatz von Chatbots im Vertrieb sein. Kai Keßler und Lisa Vogt von der VGH sowie Malte Kosub, Founder von Future of Voice, stellten im Praxisbeispiel ihre Projekt zur digitalen Kundenkommunikation vor. So wird die VGH in Kürze das Alexa-Skill „Yogazeit“ auf den Markt bringen. Mit der virtuellen Yogastunde will die VGH ihr Markenimage stärken und verbessern. Mit einem zweiten Projekt geht es darum, dass die VGH künftig auch über Alexa gesucht und die Homepages des Versicherers auslesen kann.

In den Kurzvorträgen der drei Startups 67rockwell, luminovo GmbH und e-bot7 ging es zum einen darum, die richtigen Ansatzpunkte für Digitalisierungsprojekte zu finden, zum anderen um die Verknüpfung von Maschinen und Mitarbeitern. "Bei vielen Projekten zum Deep Learning fehlt das Feedback durch den Mitarbeiter. KI ist cool, aber bei vielen Prozessen reicht sie nicht aus", sagte Fabian Beringer, Founder von e-bot7. Aufgaben wie die Klassifizierung von Dokumenten müssten hybride Prozesse von Mensch und Maschine sein, damit die Maschine durch das menschliche Feedback auch wirklich lernen könne. "Das wird oft nicht konsequent gedacht und nicht zusammen aufgesetzt."
Insurlab Germany
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