Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne
Pensionsverpflichtungen der Dax-KonzerneQuelle: Bernd Kasper / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Mercer: Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne sinken dank Rechnungszins

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Pensionsverpflichtungen der 30 Dax-Konzerne sind im vergangenen Jahr von 380,8 Mrd. Euro um zwei Prozent auf etwa 368 Mrd. Euro gesunken. Auch die Pensionsvermögen im IFRS-Abschluss sind 2018 von 258,0 Mrd. auf etwa 250 Mrd. Euro gesunken. Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen lag bei etwa 68 Prozent (2017: 69 Prozent). Dies geht aus einer aktuellen Schätzung des Beratungsunternehmens Mercer auf der Basis der jeweiligen Geschäftsberichte und Kapitalmarktinformationen.
Den eigentlichen Grund für die niedrigeren Verpflichtungswerte liegt nach Ansicht der Analysten vor allem in einem gestiegenen Rechnungszins. Dieser sei nach der Mercer Yield Curve, einem Verfahren zur Herleitung des Rechnungszinssatzes nach IAS 19, ist im Jahr 2018 für eine Duration von 15 Jahren von etwa 1,9 auf etwa 2,0 Prozent und für eine Duration von 20 Jahren von etwa 2,1 auf etwa 2,2 Prozent gestiegen, heißt es bei Mercer. Und dennoch: "Von einer deutlichen Trendwende kann noch nicht gesprochen werden. Die tatsächliche Zinsveränderung in den einzelnen Unternehmen hängt von der Bestandszusammensetzung und dem gewählten Zinsermittlungsverfahren ab. Wir gehen davon aus, dass die Dax 30-Unternehmen den Rechnungszins im Durchschnitt ebenfalls um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöht haben", erläutert Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland. Ein weiterer Grund sind laut Mercer die Veränderungen im Dax: Während die Commerzbank und ProsSiebenSat.1 Media den Leitindex 2018 verlassen habe, wurden Covestro und Wirecard neu aufgenommen. Dadurch sei der Verpflichtungswert um 5,4 Mrd. Euro auf 375,4 Mrd. Euro gesunken.
Durch die geänderte Zusammensetzung des Dax ist nach Angaben von Mercer auch das Pensionsvermögen um gut sechs Mrd. Euro auf 251,9 Mrd. Euro gesunken. Einen weiteren Grund dafür sehen die Experten auch in der Entwicklung des Aktienjahres. Während der europäische Aktienmarkt 2018 mit Verlusten gestartet ist, überraschte der nordamerikanische Aktienmarkt besonders im dritten Quartal mit hohen Renditen. Insgesamt sei das Aktienjahr durch die internationalen Handelsspannungen negativ geschlossen worden. Die geschätzte Gesamtrendite für die 30 Dax-Unternehmen sei laut Mercer im vergangenen Jahr um etwa drei Prozent gesunken. Und dennoch: "Im Vergleich zur restlichen Wirtschaft in Deutschland sind die Verpflichtungen der Dax 30-Unternehmen sehr gut mit Pensionsvermögen bedeckt", kommentiert Jeffrey Dissmann, Senior Investment Consultant bei Mercer.
Für das laufende Jahr sind die Aussichten indes eher durchwachsen: "Wir erwarten auch weiterhin politische Entscheidungen, die sich für die Unternehmen kurzfristig positiv auswirken werden, sowie unterstützende makroökonomische Bedingungen. Jedoch gilt es schon jetzt, Wertpapierportfolien so anzupassen, dass Ausfälle möglichst minimiert werden können. Ähnlich wie 2018 werden auch in diesem Jahr politische Konflikte äußert relevant für den Kapitalmarkt sein. Die gegenläufige Entwicklung des Anleihen- und Aktienmarkts, die zunehmend restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken und die möglichen politischen Konflikte der großen Volkswirtschaften sind Themen, die von Kapitalanlegern Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft fordern", so Dissmann.
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