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Märkte & Vertrieb

Aon sieht in Sammelklage gegen VW eine Signalwirkung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die neuen Sammelklagen in Deutschland sowie die Cyberrisiken und die Millionenschäden aus Bränden machen den Versicherern in diesem Jahr besonders zu schaffen.  Vor allem die Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen könnte eine Signalwirkung für andere Branchen haben. Dies geh aus einer aktuellen Prognose des Beratungsunternehmens Aon für den Versicherungsmarkt hervor.
"Der Abgas-Skandal hat dazu geführt, dass es auch in Deutschland Sammelklagen gibt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die klagefreudigen Deutschen sich zusammentun, um weitere Unternehmen aus anderen Branchen vor Gericht zu bringen. Dass die Deutschen von der neuen Möglichkeit, Sammelklagen einzureichen, gerne Gebrauch machen, haben sie damit eindrucksvoll bewiesen", konstatiert Hartmuth Kremer-Jensen, Mitglied der Geschäftsführung bei Aon in Deutschland. Seine Prognose: "Der Verlauf und der Ausgang der Musterfeststellungsklage werden Signalwirkung für künftige Verfahren haben. Das Urteil und die Reaktionen der Kläger darauf werden neue Rechtsgrundlagen schaffen. Und auf diese Grundlagen warten bereits viele Bürger, die sich von anderen Unternehmen geschädigt fühlen. Sie erhoffen sich davon eine Basis, um ihre Ansprüche vor Gerichten durchzusetzen. Befeuert werden sie von der Bewerbung der Musterfeststellungsklage durch Verbände und Anwaltssozietäten". Die Folge sei, dass sich deutsche Unternehmen künftig verstärkt darauf einstellen müssten, das Ziel einer Sammelklage zu sein.

Doch nicht nur die Möglichkeit einer Musterfeststellungsklage dürfte den deutschen Unternehmenslenkern künftig Sorgen bereiten. Auch Vesrtöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung kann durchaus teuer werden - nämlich bis zu 20 Mio. Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresgruppenumsatzes. Erste Beispiele gebe es laut Aon bereits: Allein 400.000 Euro muss ein Krankenhaus in Portugal zahlen, 135.000 Euro der Flughafen London Heathrow sowie 20.000 Euro die deutsche Chat- und Spieleplattform Knuddels.de. Auch die Bedrohung durch Verschlüsselungstrojaner wie WannaCry und NotPetya wird nach Ansicht der Aon-Experten weiterhin steigen. "Die Versicherer schauen daher bei den Unternehmenskunden in diesem Jahr genau hin, wie gut die Risikovorsorge und das Risikomanagement dort etabliert sind", heißt es bei Aon.

Allerdings dürfte auch die Sachversicherung für die Unternehmen in diesem Jahr teurer werden. Grund dafür seien die hohen Schäden nach Bränden, für die Versicherer aufkommen, sowie die allgemein schlechte Schadenentwicklung der vergangenen Jahre. Demnach haben nach Aussage der Aon-Experten Brandschäden in dreistelliger Millionenhöhe haben im vergangenen Jahr bei den industriellen Sachversicherern für rote Zahlen in den Bilanzen gesorgt. Besonders negative Auswirkungen hatten die Folgeschäden. So führte ein Brandschaden bei einem amerikanischen Zulieferer zu Betriebsunterbrechungen bei deutschen Automobilherstellern. Die dadurch entstandenen Ertragsausfallschäden lagen weit über dem bis dahin in Deutschland gekannten Ausmaß, heißt es bei Aon.
Aon · Sammelklage · Brexit
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