Pilar González de Frutos, Präsidentin des spanischen Versicherungsverbandes Unespa
Pilar González de Frutos, Präsidentin des spanischen Versicherungsverbandes UnespaQuelle: Rolf Engelhardt
Märkte & Vertrieb

Spanischer Markt erzielt moderates Wachstum

Von Rolf EngelhardtTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Wachstumsdynamik der spanischen Assekuranz war in 2018 mit einem Zuwachs des Prämienvolumens um 1,3 Prozent niedrig. Das zeigen die gerade vom Versichererverband Unespa vorgelegten Geschäftsjahreszahlen 2018. Der Blick ins Detail offenbart allerdings zwei Welten. Die Nichtlebensversicherung floriert, während die Lebensversicherung im zweiten Jahr in Folge Beitragseinbußen hinnehmen muss.

"2018 war ein gutes Jahr für die spanische Assekuranz", sagt die Präsidentin des spanischen Versichererverbandes Unespa, Pilar González de Frutos, bei der Präsentation der Geschäftsergebnisse 2018 der lokalen Assekuranz. Das Prämienvolumen ist demnach um 1,3 Prozent auf 64,2 Mrd. Euro gestiegen. "Das Beitragswachstum ist mäßig und bescheiden, jedoch steht es auf einer soliden Basis", sagt González de Frutos. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2017 musste die spanische Assekuranz noch einen Prämienrückgang um 0,7 Prozent hinnehmen. Das moderate Wachstum in 2018 basiert auf zwei konträren Entwicklungen. Die Nichtlebensversicherung hat dynamisch um 3,9 Prozent zugelegt, während die Lebensversicherung  mit einem Rückgang um 1,7 Prozent Federn gelassen hat.

Der Wachstumsmotor Nichtlebensversicherung ist in 2018 um 3,9 Prozent auf 35,4 Mrd. Euro gewachsen und hat dabei erneut von der robusten Wirtschaftsentwicklung profitiert. Die spanische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr mit voraussichtlich 2,5 Prozent wieder deutlich über dem europäischen Durchschnitt gewachsen. Die tragende Säule ist der Konsum und die Arbeitslosenquote hat sich von ihren Höchstständen während der Wirtschaftskrise mittlerweile um zehn Punkte auf 15,3 Prozent verringert. Ein weiterer Katalysator für die Wachstumsraten der Assekuranz ist der nach dem Platzen der Immobilienblase wieder boomende Häusermarkt. Die Immobilienpreise erreichen wieder Höchststände und die zu diesem Segment gehörenden Versicherungsprodukte erfreuen sich starker Nachfrage.

Das stärkste Wachstum innerhalb der Nichtlebensversicherung hat die Krankenversicherung erzielt. Bei ihr erhöhte sich das Prämienvolumen um 5,6 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro. "Die Krankenversicherung befindet sich auf einem robusten Wachstumskurs", sagt González de Frutos. Ähnlich stark entwickelte sich die Verbundene Sachversicherung mit einer Steigerungsrate von vier Prozent auf 7,2 Mrd. Euro. Der mit einem Beitragsanteil von knapp einem Drittel größte Teilbereich Kraftfahrtversicherung erreichte in 2018 mit einem Zuwachs von 1,9 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro ein nur moderates Wachstum. "Die Kraftfahrtversicherung befindet sich seit 2014 auf einem Erholungskurs mit moderaten, aber kontinuierlichen Zuwachsraten", sagt González de Frutos.

Die Entwicklung in der Lebensversicherung hat der Assekuranz dagegen weitaus weniger Freude gemacht. Das Prämienvolumen ist in 2018 erneut um 1,7 Prozent auf 28,9 Mrd. Euro gesunken. Bereits im Vorjahr 2017 musste die Branche in diesem Zweig einen markanten Prämienabrieb um 5,7 Prozent hinnehmen. Die Wachstumsprobleme stammen hier komplett aus dem Bereich der kapitalbildenden Lebensversicherung, denn die Risikolebensversicherung konnte insbesondere vom Immobilienboom profitieren und markant um zwölf Prozent zulegen. Die Probleme in der kapitalbildenden Lebensversicherung führt Pilar de Frutos vor allem auf das niedrige Zinsniveau zurück.

Spanien
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