Wirtschaft auf dem Weg zum Boden
Wirtschaft auf dem Weg zum BodenQuelle: Thommy Weiss / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Negativzyklus: Feri und WEF prognostizieren Niedergang der Wirtschaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dunkel, dunkler, 2019: Viele Experten sehen schwarz, wenn sie auf die Wirtschaftliche Entwicklung für das laufende Jahr blicken. Børge Brende, Präsident des Weltwirtschaftsforum, spricht von einer "vagen Hoffnung", dass es noch zwei-drei Jahre Wachstum geben wird, Feri spricht davon, dass sich die Anzeichen eines Negativzyklus "verdichten".  

"Das globale Wachstum verlangsamt sich, es gibt viele dunkle Wolken da draußen. Das ist meine große Sorge: Haben wir Möglichkeiten, um eine drohende Rezession zu bekämpfen?", fragt Børge Brende, Präsident des Weltwirtschaftsforum. Weitere Aussagen von ihm machen ebenso wenig Mut, es bestehe die vage Hoffnung, "dass wir noch zwei bis drei Jahre mit Wirtschaftswachstum vor uns haben", allerdings nur, wenn es keine größeren geopolitischen Zwischenfälle oder einen Handelskrieg gebe.

 

Feri sieht schwarz

 

Ähnlich blumig wie Brende schaut auch Feri in die Zukunft. Die Anzeichen für einen Negativzyklus verdichten sich und eine "Normalisierung der Zinspolitik sei nicht absehbar". Die Vorzeichen für das Börsenjahr 2019 seien alles "andere als gut". Zudem stünden die Rentenmärkte als Retter "nicht zur Verfügung".

 

Anders als etwa beim Ausbruch der Finanzkrise 2008 wären Zinspapiere in der heutigen Zeit keine Ausgleichsposition für schwache Aktienmärkte, schreibt Feri. Das wäre die Konsequenzen der "ultra-lockeren Geldpolitik", die Europa seit Jahren fahre.  

Dass die Aktienmärkte sich im laufenden Jahr besonders volatil präsentieren könnten, ist auch die Ansicht von Mohamed El-Erian, Chefberater der Allianz.

 

Nach Ansicht von Feri droht der Wirtschaft in Europe eine monetäre "Japanifizierung", bei der das Wirtschaftswachstum durch wiederkehrende Liquiditätsspritzen und dauerhaft tiefe Zinsen künstlich am Leben gehalten wird.

 

Ingo Mainert, CIO Multi Asset Europe bei Allianz Global Investors sieht auf Nachfrage ähnliche Probleme wie Brende: "Wir befinden uns aktuell in einer schwierigen Phase. Ein guter Ausgang beim Brexit könnte die Märkte kurzfristig stabilisieren und Risiken herausnehmen, aber das zeichnet sich momentan nicht ab. Wenn der Handelskrieg zwischen den USA und China nicht eskaliert, wäre das ebenfalls ein positives Signal in 2019. Aber mit rückläufigen Globalisierungstendenzen und dem zunehmenden Protektionismus bekommt der Populismus weiteren Rückenwind. Wir gehen davon aus, dass Anleger weitere starke Kursschwankungen an den Märkten in Kauf nehmen müssen.

 

Die Frage, wie ein Großanleger, wie eine Versicherung, in solchen Zeiten anlegen sollte, beantwortet er folgendermaßen: "Eine breite Streuung und ein aktives Risikomanagement halten wir für eine wichtige Voraussetzung, um auf Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein. Das gilt im aktiven Fondsmanagement ebenso wie für ein breit aufgestelltes Kundenportfolio. Festverzinsliche Wertpapier spielen in Multi Asset Fonds damit nach wie vor eine wichtige Rolle, wenn sie sinnvoll mit Renditequellen aus anderen Vermögensklassen, Regionen, Sektoren kombiniert werden." Das Ziel sei es, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

 

Er warnt aber auch, dass Anleger nicht gleich Anleger sei. Die Gewichtung der Risiko- und Renditepapiere müssen in einem sinnvollen Einklang mit den Anlagezielen und dem Anlagezeitraum stehen.

Feri · Weltwirtschaftsforum · Allianz Global Investors
Auch interessant
Zurück
12.08.2019VWheute
"Show me the money" – Allianz Global Inves­tors will mehr für Osram Es wird um Glühbirnen gepokert. Die Allianz Tochter Allianz Global (AGI) ist …
"Show me the money" – Allianz Global Inves­tors will mehr für Osram
Es wird um Glühbirnen gepokert. Die Allianz Tochter Allianz Global (AGI) ist größter Einzelaktionär des Beleuchtungsherstellers Osram, für den ein Übernahmeangebot, der zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und …
31.07.2019VWheute
BVG: Euro­päi­sche Banken­union ist rech­tens Die zentrale Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB) verstößt nicht gegen das Grundgesetz…
BVG: Euro­päi­sche Banken­union ist rech­tens
Die zentrale Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank (EZB) verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Dies hat das Bundesverfassungsgericht (BVG) entschieden und damit zwei Verfassungsbeschwerden abgewiesen (AZ.: 2 BvR 1685/14 und…
14.06.2019VWheute
Allianz Global Inves­tors und Money­farm starten Robo-Advisor Gemeinsam mit dem digitalen Vermögensverwalter will die Allianz-Tochter den ultimativen …
Allianz Global Inves­tors und Money­farm starten Robo-Advisor
Gemeinsam mit dem digitalen Vermögensverwalter will die Allianz-Tochter den ultimativen Geldroboter konzipieren. Die Kooperation kommt nicht überraschend.
22.05.2019VWheute
Allianz Global Inves­tors und HSBC starten neue Anla­ge­mög­lich­keit für Versi­cherer Es ist eine Kooperation der Schwergewichte: Der …
Allianz Global Inves­tors und HSBC starten neue Anla­ge­mög­lich­keit für Versi­cherer
Es ist eine Kooperation der Schwergewichte: Der Investmentmanager Allianz Global Investors (AGI) und die Großbank HSBC schaffen gemeinsam für institutionelle Investoren neue …
Weiter