Guido Dust, Business Development Manager bei der Axa Assistance Deutschland GmbH
Guido Dust, Business Development Manager bei der Axa Assistance Deutschland GmbHQuelle: Axa
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Axa: "Wir befinden uns im deutschen Markt gerade im Aufbau unseres Portfolios im Energiebereich"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Energiekonzerne sind der natürliche Geschäftspartner von Versicherern.  Wer das nicht glaubt, der sollte   Guido Dust, Business Development Manager bei der Axa Assistance Deutschland GmbH zuhören. Er möchte Kunden von Energieunternehmen Assistance Leistungen bieten, beispielsweise bei Sicherheitsdienst oder Reparaturservice. Die Marktchancen sind riesig, denn jeder Haushalt in Deutschland hat mindestens einen Energieversorger. Im Interview spricht er über die Möglichkeiten und angebahnte Partnerschaften.

VWheute: Bitte erklären Sie, wie Assistance und Energiebranche zusammenpassen und welche Vorteile für (a), den Kunden und (b) die Unternehmen entstehen.

 

Guido Dust: In Zeiten sich wandelnder Verbraucherpräferenzen und großen Veränderungen durch die Energiewende und die Digitalisierung bieten Assistance-Lösungen für die Energiebranche die Möglichkeit, sich als verlässlicher Partner für ihre Kunden zu positionieren.

 

Aus unserer repräsentativen Befragung zu Assistance im Energiebereich wissen wir zum Beispiel, dass Verbraucher an ihrem Energieversorger (EVU) neben dem Preis vor allem Vertrauen und Service schätzen. Dies können Assistance-Lösungen gewährleisten, da für Energiekunden dadurch zusätzliche Sicherheit und Komfort im Alltag entstehen. Energieversorger wiederum können sich durch Assistance-Angebote im Wettbewerb abheben, sowie ihre Kundenbindung und -zufriedenheit verbessern. Damit schafft Assistance im Energiebereich sowohl Mehrwerte auf Anbieter- als auch auf Verbraucherseite.

 

VWheute: Nennen Sie ein paar konkrete Beispiele, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Denken Sie bei der Zusammenarbeit an Aspekte wie Smart Home, die allerdings von einer Mehrheit der Konsumenten kritisch gesehen werden?

 

Guido Dust: In der Tat werden die Konzepte Connceted Living und Smart Home in Deutschland von den Energiekunden noch eher kritisch gesehen. Unserer Axa Partners Verbraucherstudie zufolge lehnen 57 Prozent der Befragten Produkte aus diesem Bereich ab. Es zeigt sich jedoch auch, dass gravierende Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen bestehen: Mehr als die Hälfte der 18-24-jährigen ist an Smart Home Technologien interessiert und die Ablehnungsrate bei dieser Gruppe liegt deutlich niedriger. Der Trend zeigt also klar nach oben. Die kritischen Konsumenten sind beim Thema Smart Home insbesondere besorgt, wenn es um Sicherheit, Kosten und Datenschutz geht. Genau hier setzt Assistance an.

Ein gutes Beispiel ist das Smart Home Assistance-Servicepaket, das Verbraucher dann über ihren Energieversorger abschließen können. Damit kann ein Hausbesitzer, der Smart Home Technik verwendet und beispielsweise im Urlaub ist, sicher sein, dass in seiner Abwesenheit auch auf mögliche Warnmeldungen seines smarten Sicherheitssystems ein Sicherheitsexperte vor Ort benachrichtigt wird. Dieser schaut dann nach dem Rechten.

 

Im Rahmen dieses Assistance-Paketes werden außerdem eventuell entstandene Schäden direkt behoben und das Haus wieder in einen gesicherten Zustand gebracht, bis der Bewohner zurückkehrt. Assistance komplettiert somit Smart Home, indem dem Endkunden eine ganzheitliche Lösung angeboten und immer die passende und notwendige Dienstleistung bereitgestellt wird.

 

VWheute: Wurde bereits ein Tarif kalkuliert oder durchgerechnet, wie könnte ein Angebot konkret aussehen – bitte ein Beispiel.

 

Guido Dust: Unsere Assistance-Lösungen sind im Energiebereich immer auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten. Ein "Schema F" gibt es bei uns nicht, wir beraten Energieversorger basierend auf deren individuellen Bedürfnissen.

 

Stadtwerke haben oft ganz andere Wünsche als ein großer, internationaler Energiekonzern. Auch aus diesem Grund setzen wir auf den Beratungsansatz des Consultative Selling, bei dem wir maßgeschneiderte Lösungen erarbeiten, die auf die vielfältigen und teilweise sehr unterschiedlichen Schwerpunkte und Bedürfnisse des Energieversorgers und seiner Endkunden eingehen.

 

VWheute: Nehmen wir an, es kommt zu einer Zusammenarbeit zwischen AXA Partners und Vattenfall, EnBW, RWE oder E.On. Würde der Versicherer dann ein stiller oder sichtbarer Partner des Energieanbieters?

 

Guido Dust: In der Regel bieten wir unsere Services als White Label Lösung an, allerdings bestünde auch die Möglichkeit eines Co-Brandings. Der Energieversorger steht im Mittelpunkt und soll sich als Lösungsanbieter positionieren, um zusätzliche positive Touchpoints mit dem Kunden zu schaffen. Hierdurch wird ein positives Markenempfinden gestärkt und nachhaltig auf die Kundenbindung eingezahlt. Der Energieversorger zeigt sich als Lösungsanbieter, der in Notsituationen für seine Kunden da ist und sie unterstützt. Aus unserer Sicht ist dies eine große Chance, um sich vom Wettbewerb abzuheben und als Umsorger für seine Kunden zu positionieren. Wir setzen also die Marke des Kunden in Szene und agieren selbst im Hintergrund.

 

VWheute: Energieunternehmen haben nicht den besten Ruf – Stichwort Hambacher Forst und steigende Stromkosten. Ist es als Versicherer klug, sich in dieses Feld zu begeben, auch wenn viele neue Kunden gewonnen werden können?

 

Guido Dust: Energieversorger haben in den vergangenen Jahren signifikant dazu beigetragen, internationalen und nationalen Klimazielen näher zu kommen. Sicherlich steckt die Branche aber im Umbruch.

 

Wichtig zu sagen ist aber folgendes: Assistance Lösungen dienen Energieversorgern wie Verbrauchern gleichermaßen. Denn auch die Bedürfnisse der zweiten Gruppe haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Diesen Wünschen nach mehr Service und Vertrauen können Energieversorger durch Assistance begegnen. Selbstverständlich können Energieversorger so auch Wettbewerbsvorteile realisieren, zum Beispiel indem sie die Kundenzufriedenheit und damit ihre Kundenbindung erhöhen oder aber zusätzlichen Umsatz und Marge generieren. Meiner Meinung nach werden sich die EVUs, die ihre Kunden und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, letztlich am besten am Markt behaupten können.

 

VWheute: Gibt es schon Gespräche mit Partnern?

 

Guido Dust: Wir befinden uns im deutschen Markt gerade im Aufbau unseres Portfolios im Energiebereich. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Angebot auf großes Interesse stoßen und bereits mit einigen Energieversorgern in fortgeschrittenen Gesprächen stehen. In verschiedenen europäischen Nachbarländern wie beispielsweise in Belgien haben sich Assistance-Lösungen längst durchgesetzt und bilden einen Standard bei Energieversorgern. Genau diese Entwicklung sehen wir langfristig auch für den deutschen Markt, denn schließlich sind die Herausforderungen der Branche in unseren Nachbarländern ähnliche wie bei uns. Eine sinkende Kundenbindung und schrumpfende Margen treiben die Notwendigkeit von neuen Geschäftsmodellen voran – in dieser Lücke stehen wir für EVUs als Partner bereit.

Axa · Axa Assistance Deutschland GmbH · Energieversorgung
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