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Kleinlein wirft Lebensversicherern Scheinheiligkeit vor

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Garantiezusagen der Lebensversicherer scheinen Axel Kleinlein offensichtlich ein Dorn im Auge zu sein. "Die Versicherungsbranche benutzt den Begriff "Garantie" als Euphemismus für ihre eigene Unfähigkeit, echte Garantien zu erzeugen. Es ist scheinheilig, wenn sich Versicherer als die Gralshüter der Garantie gerieren, tatsächlich aber Garantien gnadenlos zersetzen", wirft der BdV-Vorstandssprecher der Branche vor.
So wirft der Verbraucherschützer den Lebensversicherern in einem Meinungsbeitrag für die Wirtschaftswoche Scheinheiligkeit vor, wenn diese sich "als Gralshüter der Garantie gerieren". Demnach sei der Branche kaum ein Wort so heilig wie die "'Garantie' - zumindest, wenn es darum geht, in der Politik Vorteile und Privilegien zu begründen." Dabei seien Steuerprivilegien "und Riester-Zwangsversicherung nur zwei Beispiele dafür, dass die Politik die Versicherungswirtschaft massiv unterstützt. Die Begründung dafür liegt dann meist darin, dass diese Unternehmen ja die einzigen Finanzdienstleister seien, die mit Bravour 'Garantien' anbieten würden."
"Dieses Blenden mit den Garantien soll auch in 2019 weitergehen. Dieses Jahr soll nach dem Willen der großen Koalition ein 'standardisiertes Riester-Produkt' für die Altersvorsorge entwickelt werden. Und ausdrücklich soll dabei die Versicherungswirtschaft eingebunden werden. Und wieder einmal ist damit zu rechnen, dass das damit begründet wird, dass die Versicherer so gut darin seien, die so wichtigen Garantien anzubieten", befürchtet Kleinlein. Tatsächlich abe sei es "mit werthaltigen Garantien bei den Versicherungsangeboten längst passé".
So gebe es kaum noch Zinsgarantien und auch der Kapitalerhalt sei keine nachhaltige Garantie mehr. "Wer sich anschaut, wie es um diese Überschussbeteiligung  eute steht, der wird eines Schlechteren belehrt. Denn weil sich die Versicherer massiv verkalkuliert haben, ist die Überschussbeteiligung massiv gekürzt. Stattdessen fließen diese Gelder mit Unterstützung der Politik in die Zinszusatzreserve, in Nachreservierungen wegen falscher Sterbetafeln, in "kollektive RfB" und andere Töpfe. Eine faire und angemessene Überschussbeteiligung, auf die man sich garantiert verlassen kann? Fehlanzeige. Im Gegenteil. Eher bekommen die Mutterkonzerne über Gewinnabführungen noch viele Millionen bevor die Kundinnen und Kunden an verfassungsrechtlich gebotenen Überschüssen beteiligt werden", lautet Kleinleins Vorwurf an die Versicherungsbranche.
Kurz gesagt bedeute dies: "Die Zinsgarantie? In den heutigen Produkten nicht mehr wirklich vorhanden. Die Überschussgarantie? Mit Hilfe der Politik längst aufgeweicht und meist vollständig gestrichen. Die Verrentungsgarantie? Oft so wertlos wie die Chance, 130 Jahre alt zu werden.
Lebensversicherer · Axel Kleinlein · BdV
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