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Märkte & Vertrieb

Finanzspritze für Legaltech-Start-up Helpcheck

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Düsseldorfer Legaltech Helpcheck hat in der jüngsten Finanzierungsrunde rund elf Mio. Euro eingesammelt. Zu den Investoren gehören Unternehmensangaben zufolge ein Family Office aus Deutschland und ein Konzern aus der Rechtsbranche. Dabei hat sich das 2016 gegründete Unternehmen auf juristische Fälle rund um den Widerruf von fehlerhaften Lebensversicherungen fokussiert.
Zu den Kunden des Start-ups gehören vor allem jene Versicherte, die ihre zwischen 1994 und 2007 abgeschlossenen Lebensversicherungen widerrufen möchten. Der Grund dafür sind fehlerhafte Widerspruchsbelehrungen. "Wir haben die Mission, Verbrauchern mit Hilfe unseres digitalen Know-hows den einfachen Zugang zum Recht zu ermöglichen. Diese neue Finanzierungsrunde unterstützt uns bei unserem weiteren Wachstum und ermöglicht die angestrebte Expansion in neue Märkte und Rechtsgebiete", kommentiert Helpcheck-Geschäftsführer Peer Schulz. Mit dem neuen Geld wollen die Unternehmensgründer ihr Geschäftsmodell auf weitere Rechtsbereiche ausdehnen. Auch eine Expansions ins Ausland sei geplant.

Investitionsvolumen in Insurtechs verdoppelt sich im dritten Quartal 2018

Finanzierungen von Versicherungs-Start-ups haben auch weiterhin Hochkonjunktur. Nach Angaben von Willis Towers Watson hat sich das weltweite Investitionsvolumen in Insurtechs allein im dritten Quartal 2018 im Vergleich zum vorherigen Quartal auf mehr als 1,3 Mrd. US-Dollar verdoppelt. Demnach gingen die gemeldeten Transaktionen zwar um 20 Prozent auf 57 Finanzierungen zurück. Gleichzeitig ist das Finanzierungsvolumen abe weiter angestiegen. So verzeichnete das Beratungsunternehmen allein im dritten Quartal 2018 insgesamt acht Transaktionen mit einem Volumen von über 40 Mio. US-Dollar.

Gleichzeitig sieht Willis Towers Watson ein wachsendes Potenzial für parametrische Versicherungen. Statt auf tatsächlichen Schäden basieren diese Produkte auf festgelegten Indizes und bieten dadurch Vorteile in puncto Effizienz, Eindeutigkeit und Objektivität. Somit erhalten Geschädigte eine vordefinierte Summe aus, die anhand von physikalisch messbaren Triggern definiert wird. Entsprechende Policen kommen derzeit vor allem bei Naturkatastrophen zum Einsatz, zum Beispiel bei Erdbebenstärken gemessen an der Richterskala. "Parametrische Versicherungen haben großes Potenzial und können viel mehr bewirken, als nur die Kosten und das Betrugsrisiko zu vermindern. Zum einen fördern sie die allgemeine Sensibilität für die Risikominderung. Zum anderen ermöglicht die von der Wertschöpfungskette losgelöste Struktur eine Modularisierung der Versicherung", konstatiert Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson in Deutschland.

Laut einer aktuellen Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG sind die Investitionen in Risikokapital im vergangenen Jahr um fast 50 Prozent auf insgesamt 254 Mrd. US-Dollar (2017: 174,6 Mrd.) gestiegen. Grund dafür sind mehrere "Megadeals" mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde US-Dollar. Zu den größten Deals des vergangenen Jahres gehörten demnach die Finanzierungsrunden für das Fintech Ant Financial (14 Mrd. im 2. Quartal) und der E-Zigarettenhersteller Juul (12,8 Mrd. im 4. Quartal). Dazu kamen mehrere neu aufgelegte VC-Fonds wie Sequoia (acht Mrd.), Tiger Global (3,75 Mrd.), Bessemer Venture Partners (1,85 Mrd.) und GGV Capital (1,36 Mrd.). Gleichzeitig hat sich laut KPMG die Zahl der "Einhörner" im Jahr 2018 auf nahezu 94 (2017: 53) verdoppelt. 
Insurtech · Helpchecker
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