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Welt im Krisenmodus: Klimaprobleme und Cyberattacken stellen Brexit in den Schatten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Klima und seine Einflüsse sowie Cyberbedrohungen und technische Risiken bereiten den Unternehmenslenkern aktuell die größten Sorgen. Zudem erwartet die große Mehrheit der Entscheider in diesem Jahr neben steigenden geopolitischen und ökonomischen Risiken eine weitere wirtschaftliche Konfrontation zwischen den Großmächten. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums (WEF).
So stehen zwar die Cyberrisiken im Zehn-Jahres-Ausblick auch in diesem wieder an prominenter Stelle. Dennoch sehen die Experten in den Umweltrisiken die größten Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Dazu zählen laut Report der Verlust der Artenvielfalt, extreme Wetterereignisse, das Scheitern in Bezug auf die Bekämpfung des Klimawandels und die Anpassung an den Klimawande. Dazu kommen durch den Menschen verursachte Katastrophen und Naturkatastrophen. Zudem bereiten diese Risiken auch erhebliche Probleme für die Infrastruktur der Städte und ihre Entwicklung. Mit steigendem Meeresspiegel stehen vielen Städten enorme Kosten bevor, um Probleme wie sauberes Grundwasser bis hin zu Supersturm-Barrieren zu lösen, heißt es im aktuellen Report. Sollte nicht ausreichend in kritische Infrastrukturbereiche wie Transport investiert werden, könne es zu systemweiten Zusammenbrüchen kommen. Zudem könnten sich damit zusammenhängende Risiken in Bezug auf Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit verschärfen, warnen die Experten.
Gleichzeitig befürchten rund 1.000 befragten Entscheider auch die mangelnde internationale Zusammmenarbeit zur Lösung der anstehenden Probleme. So haben sich laut Bericht die Handelskonflikte im vergangenen Jahr deutlich verschärft. Außerdem warnen die Experten vor, dass das Wirtschaftswachstum 2019 durch anhaltende geopolitische Spannungen gebremst wird. Zudem gehen 88 Prozent der Befragten davon aus, dass die bestehenden Handelsvorschriften und -vereinbarungen weiter ausgehöhlt werden. Weitere 85 Prozent der Entscheider erwarten zudem in diesem Jahr ein erhöhtes Risiko für "politische Konfrontationen zwischen den Großmächten". "Da der weltweite Handel und das Weltwirtschaftswachstum 2019 in Gefahr sind, müssen wir dringender denn je die die Art und Weise internationaler Zusammenarbeit erneuern. Wir verfügen schlicht nicht über die Möglichkeiten, diese Art von Abschwächung zu bewältigen, zu der uns die aktuelle Dynamik führen könnte. Was wir nun benötigen, sind koordinierte, abgestimmte Maßnahmen, um das Wachstum zu erhalten und die schwerwiegenden Bedrohungen, denen unsere Welt heute gegenübersteht, zu bewältigen", konstatiert Børge Brende, Präsident des Weltwirtschaftsforums.
"Die anhaltende Unterfinanzierung kritischer Infrastrukturen weltweit behindert den wirtschaftlichen Fortschritt. Dadurch sind Unternehmen und Kommunen anfälliger für Cyberangriffe und Naturkatastrophen, und technische Innovationen können nicht in vollem Umfang genutzt werden. Die Zuweisung von Mitteln für Infrastrukturinvestitionen, zum Teil durch neue Anreize für öffentlich-private Partnerschaften, ist von entscheidender Bedeutung für den Aufbau und die Stärkung der physischen Grundlagen und digitalen Netze, die es der Gesellschaft ermöglichen werden, zu wachsen und zu gedeihen", warnt John Drzik, President of Global Risk and Digital bei Marsh.
"2018 war bedauerlicherweise ein Jahr, in dem wir historische Waldbrände, andauernde Überschwemmungen und einen Anstieg der Treibhausgasemissionen verzeichneten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Umweltrisiken 2019 erneut ganz oben auf der Liste der größten Probleme stehen. Dasselbe gilt für die zunehmende Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der Umweltpolitik oder der nicht rechtzeitigen Umsetzung politischer Maßnahmen. Eine effektive Reaktion auf den Klimawandel setzt eine signifikant höhere Investition in Infrastruktur voraus, um sich auf diese neuen Umweltbedingungen einzustellen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu vollziehen. Bis 2040 beläuft sich die Investitionslücke in Bezug auf die globale Infrastruktur auf voraussichtlich 18 Bio. US-Dollar gegenüber den prognostizierten 97 Bio. US-Dollar, die erforderlich wären. Vor diesem Hintergrund empfehlen wir Unternehmen dringend, eine Anpassungsstrategie für ihre Klimawiderstandsfähigkeit zu erarbeiten und sie möglichst rasch umzusetzen", ergänzt Alison Martin, Group Chief Risk Officer der Zurich Insurance Group
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch der aktuelle Risikobarometer des Industrieversicherers AGCS. Demnach bereiten Datenskandale, Hackerangriffe und IT-Pannen und die daraus resultierenden Folgen den Unternehmen rund um den Globus weiterhin großes Kopfzerbrechen. So gehören Cybervorfälle gemeinsam mit Betriebsunterbrechungen aktuell zu den größten Geschäftsrisiken weltweit. Dies geht aus dem neuen Allianz Risk Barometer 2019 des Industrieversicherers AGCS hervor. Mit jeweils 37 Prozent der Antworten unter 2.415 Experten aus 86 Ländern rangieren erstmals beide Risiken im weltweiten Ranking nahezu gleichauf auf den Spitzenplätzen. Auf dem dritten Platz folgt die Angst vor Naturkatastrophen.
Global Risk Report · Marsh · Zurich · Weltwirtschaftsforum
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