Ernst Rauch
Ernst RauchQuelle: Manfred Brüss
Politik & Regulierung

Munich-Re-Klimachef warnt vor falschen Risikomodellen

Von Manfred BrüssTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Thema "Klimawandel und Naturkatastrophen: Risiken und Chancen für die Versicherungswirtschaft" war zum Neujahrsempfang des Berliner Assekuranzclubs von 1877 (BAC) treffend gewählt. Auf dem Weg zur Hauptverwaltung des Gastgebers, der Ideal Versicherungsgruppe, in Berlin pfiff ein gehörig starker, teils orkanartiger Wind. Ernst Rauch, Chef-Klimatologe und Chef-Geowissenschaftler der Munich Re, gab sich alle Mühe, keine Krisenstimmung aufkommen zu lassen und den Klimawandel nicht nur als Bedrohung und Risiko zu sehen.

Für Versicherer wäre es grundsätzlich kein Problem mit einer Intensivierung und Häufung von Wetterereignissen in bestimmten Regionen zurechtzukommen, wenn die Versicherungsprämien proportional mit dem Risiko wachsen würden, erklärte Rauch. Problematisch könne es allerdings werden, wenn Risikomodelle nicht an die neuen Gegebenheiten angepasst würden. Das vergangene Jahr sei mit weltweiten Schäden von rund 160 Mrd. US-Dollar eher ein durchschnittliches Jahr gewesen, sagte Rauch. Von diesen Gesamtschäden seien rund 80 Mrd. Dollar versichert gewesen. Rekordschäden hätten 2018 die Waldbrände in Kalifornien verursacht. Schäden über 18 Mrd. Dollar seien versichert gewesen. Im Jahr 2017 hatten sich die versicherten Schäden auf 15 Mrd. Dollar summiert.

In Deutschland werden die Elementargefahren unterschätzt

Wenn man die Naturgefahren-Schadenereignisse in Deutschland im Zeitraum von 1980 bis 2017 betrachte, könne man feststellen, dass der Anteil der nicht versicherten Schäden an den Gesamtschäden zurückgegangen sei, erläuterte Rauch. Geglättet sei das Volumen der nicht versicherten Schäden von rund 65 Prozent im Jahr 1980 auf rund 50 Prozent in 2017 zurückgegangen. In den Ausreißerjahren 2002 (Hochwasser) und 2003 (lange Dürreperiode) reichte die Unterdeckung allerdings gut 80 Prozent. Es blieben aber noch große Lücken etwa bei der Elementargefahren-Versicherung. Bundesweit erreiche die Abdeckung nur 41 Prozent, wobei Bremen mit 19 Prozent das Schlusslicht bilde. Hier bestehe noch dringender Ausklärungs- und Handlungsbedarf, sagte Rauch.

Der BAC hatte seinen traditionellen Neujahrsempfang gemeinsam mit dem Verein zur Förderung der Versicherungswissenschaften in Berlin und dem BWV Bildungsverband Berlin-Brandenburg gestaltet.
Munich Re · Ernst Rauch · Berliner Assekuranzclub von 1877 (BAC))
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