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Allianz-Anlagestratege: "Nicht der Linksruck durch die Labour-Partei, sondern der Rechtspopulismus in Europa ist das größere Problem"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
 Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, der Brexit, bringt möglicherweise die Labour-Partei mit ihrem Chef Jeremy Corbyn an die Macht. "Kommt es so, dann wird das britische Pfund leiden, und die Kapitalmärkte werden daran auch zu kauen haben", sagt der Chief Investment Officer der Allianz Global Investors, Ingo Mainert.

"Wir befinden uns in einer Phase radikaler Unsicherheit. Während hinter Risiken eine Wahrscheinlichkeit steht, weiß bei radikaler Unsicherheit niemand, was kommt. Es gibt nicht nur verschiedene Szenarien, sondern es kommen neue, unerwartete hinzu", erklärt Mainert dem Handesblatt.  Populisten wie die in Großbritannien oder Donald Trump seien nur kurzfristig gut für die Märkte, lautet seine Meinung. "Mit seinen Trumponomics hat der US-Präsident die Konjunktur auf Trab gebracht und vor allem die Unternehmen und Reichen bei den Steuern entlastet. Doch dieser Anschub wird Mitte des Jahres auslaufen. Von der Legende eines Münchhausens, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht, sind wir weit entfernt. Im Gegenteil, die höhere Verschuldung wird langfristig zum Problem."

 

Dennoch sieht Mainert keine Rezession auf die USA zukommen und der Dax bietet attraktive Einstiegsmöglichkeiten. "Wir haben uns das genauer angeschaut. Es hat sich gezeigt: Rezessions-Kalenderjahre sind in der Nachkriegsgeschichte immer gute Aktienjahre gewesen. Angesichts eines günstigen Kursniveaus bieten sich in einem solchen Szenario Kaufgelegenheiten." Gleichzeitig warnt er: "Wir befinden wir uns in einer schwierigen Phase. Ein guter Ausgang beim Brexit kann die Märkte kurzfristig stabilisieren und Risiken herausnehmen. Und wenn ein Handelskrieg zwischen den USA und China vermieden wird, dann hilft das auch. Gleichwohl bleibt es beim Kampf der Weltmächte um den ersten Platz als Hegemonialmacht. Die derzeit zu beobachtende Rücknahme der Globalisierung und der verstärkte Protektionismus werden damit nicht aus der Welt geschafft. Populismus werden wir auch im nächsten Jahr weiter erleben. Für die Märkte sind damit weiter starke Kursschwankungen vorgezeichnet.

Allianz Global Investors · Ingo Mainert
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