Cybergefahren
CybergefahrenQuelle: Antje Delatee / PIXELIO (www.pixelio.de)
Märkte & Vertrieb

AGCS: Cyber und Betriebsunterbrechungen sind die größten Risiken

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Datenskandale, Hackerangriffe und IT-Pannen und die daraus resultierenden Folgen bereiten den Unternehmen rund um den Globus weiterhin großes Kopfzerbrechen. So gehören Cybervorfälle gemeinsam mit Betriebsunterbrechungen aktuell zu den größten Geschäftsrisiken weltweit. Dies geht aus dem neuen Allianz Risk Barometer 2019 des Industrieversicherers AGCS hervor. Mit jeweils 37 Prozent der Antworten unter 2.415 Experten aus 86 Ländern rangieren erstmals beide Risiken im weltweiten Ranking nahezu gleichauf auf den Spitzenplätzen. Auf dem dritten Platz folgt die Angst vor Naturkatastrophen.
Demnach gelten Cybeervorfälle aktuell zu den meist gefürchteten Auslösern von Betriebsunterbrechungen. Anscheinend nicht ganz zu Unrecht, wie die Zahlen des Industrieversicherers belegen sollen: So kosten die Folgen von Cyberkriminalität  heute schätzungsweise 600 Mrd. US-Dollar (520 Mrd. Euro) pro Jahr. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 lagen Schäden noch bei über 445 Mrd. US-Dollar (385 Mrd. Euro). Den durchschnittlichen wirtschaftlichen Schaden aus Naturkatastrophen schätzen die AGCS-Experten indes in den letzten zehn Jahren auf etwa 208 Mrd. US-Dollar (180 Mrd. Euro). Neben neuen Methoden zum Datenklau, Online-Betrug oder der Cybererpressung, wachse laut AGCS auch die Bedrohung durch Hackergruppen, die eng mit Nationalstaaten verbunden seien. Diese zielten besonders darauf ab, Betreiber kritischer Infrastruktur zu attackieren oder wertvolle Daten oder Geschäftsgeheimnisse von ausländischen Unternehmen zu rauben. "Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem Cyber für Unternehmen genauso wichtig ist wie die traditionellen Geschäftsrisiken", erklärt Jens Krickhahn, Practice Leader Cyber, AGCS Zentral- und Osteuropa.
Auch die Furcht vor Betriebsunterbrechungen ist laut Risiko-Barometer weiterhin sehr groß. Auffällig sei laut AGCS indes, dass Cyber- und BU-Risiken zunehmend miteinander verknüpft sind, da Ransomware-Angriffe oder IT-Ausfälle oft zu Betriebs- und Serviceunterbrechungen führen. So sind Cybervorfälle laut Allianz Risk Barometer der am meisten gefürchtete Auslöser von Betriebsunterbrechungen (50 Prozent der Antworten), gefolgt von Feuer/Explosion (40 Prozent) und Naturkatastrophen (38 Prozent). "Die Szenarien und Auslöser werden jedoch immer vielfältiger und komplexer", betont Volker Münch, weltweiter Sachversicherungs-Experte bei AGCS. Weitere Risiken sehen die befragten Unternehmen auch in einem Handelskrieg zwischen den USA und China, steigenden Zölle und Wirtschaftssanktionen (Russland, Iran), sowie den anstehenden Wahlen in Europa, geringeren Wachstumsaussichten für die Eurozone und USA sowie dem unsicheren Ausgang der Brexit-Verhandlungen.Ein besonderes Fokus der Studie liegt allerdings auch auf den neuen Technologien. Laut Allianz Risk Barometer wird künstliche Intelligenz zwar als höchst nützlich (69 Prozent der weltweiten Antworten), aber zugleich auch als besonders risikoreich (67 Prozent) bewertet. Auch Autonomes Fahren wird als sehr risikoreich eingeschätzt (43 Prozent).

Deutsche Unternehmen sorgen sich zunehmend vor Wirtschaftsrisiken

Bei den deutschen Unternehmen dominiert laut Allianz Risiko-Barometer zwar weiterhin Risiko einer Betriebsunterbrechung (48 Prozent) knapp vor dem Risiko eines Cybervorfalls
(44 Prozent). Allerdings fürchten sich 35 Prozent der befragten Experten vor rechtlichen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld, zum Beispiel hervorgerufen durch Handelskriege, Zölle, Wirtschaftssanktionen oder dem noch unsicheren Ausgang der Brexit-Verhandlungen. Immerhin 28 Prozent der Befragten fürchten sich vor den Folgen von Naturkatastrophen. Immerhin 20 Prozent sorgen sich um die Risiken, die von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz oder Autonomen Fahren ausgehen.
Die zehn größten Geschäftsrisiken in Deutschland.
Die zehn größten Geschäftsrisiken in Deutschland.Quelle: AGCS
"Unternehmen müssen in einer vernetzten Gesellschaft mit einer Vielzahl von Szenarien und Auslösern für Störfälle und Betriebsunterbrechungen rechnen. Diese Risiken können physisch sein, wie Feuer oder Sturm, oder virtuell, wie ein IT-Ausfall, der böswillig oder versehentlich entstehen kann. Sie können ihre Ursache im eigenen Unternehmen, aber auch bei Lieferanten, Kunden oder IT-Dienstleistern haben", konstatiert Chris Fischer Hirs, CEO der AGCS.
Industrieversicherer · AGCS · Allianz Risk Barometer
Auch interessant
Zurück
11.02.2019VWheute
Hiscox: "Der Bekannt­heits­grad der Oldti­mer­ver­si­che­rung steigt" Oldtimer gehören auf deutschen Straßen immer mehr zum Alltag. Nach Angaben des …
Hiscox: "Der Bekannt­heits­grad der Oldti­mer­ver­si­che­rung steigt"
Oldtimer gehören auf deutschen Straßen immer mehr zum Alltag. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes waren allein zum 1. Januar 2018 insgesamt 477.386 Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen unterwegs - ein Plus von …
04.12.2018VWheute
AGV und BWV: Duale Studenten bei Versi­che­rern zuneh­mend gefragt Das duale Studium als Ausbildungsinstrument in der Versicherungsbranche gewinnt …
AGV und BWV: Duale Studenten bei Versi­che­rern zuneh­mend gefragt
Das duale Studium als Ausbildungsinstrument in der Versicherungsbranche gewinnt immer mehr an Bedeutung. Mehr als 91 Prozent aller Versicherer setzen demnach auf diese Form der Nachwuchssicherung an. Zum …
03.12.2018VWheute
Würgt der Brexit den Private Equity-Markt ab? In Zeiten wackelnder Aktienkurse und Null-Zins-Anleihen ist Private Equity (PE) eine Anlageoption für …
Würgt der Brexit den Private Equity-Markt ab?
In Zeiten wackelnder Aktienkurse und Null-Zins-Anleihen ist Private Equity (PE) eine Anlageoption für institutionelle Versicherer. Doch kommende politische Entscheidungen und Handelsstreitigkeiten sind für den PE-Markt eine Gefahr, …
06.11.2018VWheute
Lebens­ver­si­cherer bekommen zuneh­mend Probleme mit den Kapi­tal­an­lagen Die deutschen Lebensversicherer haben es immer schwerer, ausreichende …
Lebens­ver­si­cherer bekommen zuneh­mend Probleme mit den Kapi­tal­an­lagen
Die deutschen Lebensversicherer haben es immer schwerer, ausreichende Erträge aus ihren Kapitalanlagen zu erwirtschaften. Laut einer aktuellen Analyse von Policen Direkt reichen bei 39 von 84 …
Weiter