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Chefs ignorieren Cybergefahren

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Das trifft bestimmt jemand anderen". Der aktuelle Deloitte Cyber Security Report zeigt, dass das Risikobewusstsein gegenüber Cyberattacken in den Führungsetagen von Unternehmen gegenüber 2017 gesunken ist. Es herrscht eine bemerkenswerte Nonchalance.

Stolze 60 Prozent der Befragten gaben in der aktuellen Untersuchung an, dass Hackerangriffe bei ihnen keine besonders großen Schäden anrichten würden. 2017 waren es noch 54 Prozent, 2016 betrug der Prozentsatz 46. Aufgrund des geringen Risikobewusstseins von Geschäftsleitungen werden auch nicht alle Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr ausgeschöpft.

 

Mehr Angriffe = weniger Gefahr?

 

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass 93 Prozent der Befragten bereits einmal Opfer von Cyberattacken geworden sind. 21 Prozent gaben wöchentliche, 25 Prozent sogar tägliche Angriffe an. Die Hälfte der Führungskräfte erklärte zwar, dass ihr Unternehmen nur selten oder nie angegriffen wird, allerdings geht ein Drittel davon aus, dass Angriffe auf ihr Unternehmen unbemerkt bleiben.

 

Geht es um eine allgemeine Einschätzung der Gefahren, ist der Know-how-Diebstahl für viele Führungskräfte aus der Wirtschaft (67 Prozent) die größte Bedrohung. Steht jedoch das eigene Unternehmen im Fokus, sind für 43 Prozent die Kosten für eine Schadensbehebung der schwerwiegendste Faktor. Die Angst vor Image und Reputationsschäden steigt, 25 Prozent sehen hier ein großes Risiko.

 

Sicherheitsflickenteppich

 

Die Umfrage, dass fast alle Unternehmen ihre IT-Netzwerke in verschiedensten Formen rund um die Uhr im Blick haben. 87 Prozent prüfen regelmäßig die Zugriffsrechte ihrer Mitarbeiter, 81 Prozent führen Schwachstellenanalysen durch. Aber nur 61 Prozent stellen ihre wertvollsten Informationsressourcen unter besondere Beobachtung und überprüfen regelmäßig, ob die zum Schutz der wichtigsten Assets getroffenen Maßnahmen ausreichen. Gerade einmal 14 Prozent initiieren Planspiele zur Simulation von Cyber-Angriffen, wie War Gaming oder Red Teaming.

 

Bei der Frage der Sicherheit vertrauen fast drei Viertel der Entscheider auf externe Beratungsexpertise, 70 Prozent schulen regelmäßig ihre Belegschaft, 65 Prozent beauftragen externe Sicherheitsdienstleister. Jedoch bedient sich nur eine kleine Minderheit aller Möglichkeiten in Kombination. Auch bei der Erfolgskontrolle bestehen laut Studie noch Defizite. Wichtig für die Versicherungsbranche: 27 Prozent geben an, dass sie eine Cyber-Versicherung haben.

 

"Es zeigt sich, dass ein großer Handlungsbedarf in Unternehmen besteht. Dazu gehören neben einer optimierten Risikokultur und strategischen Einbindung der IT-Sicherheit auch Kooperationen mit allen Akteuren der Supply Chain“, erklärt Peter Wirnsperger, Partner und Leiter Cyber Risk bei Deloitte.

 

Katrin Rohmann, Leiterin Government & Public Services bei Deloitte ergänzt: "Die Nutzung von Informations-Austauschplattformen kann ebenfalls gute Ergebnisse für die einzelnen Akteure bringen. Im Kern geht es vor allem darum, die Resilienz zu stärken, denn einen perfekten Rundum-Schutz vor Cyberangreifern gibt es nicht. Den Unternehmen bleibt daher nur, ihre Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit zu steigern."

Deloitte · Cyber-Versicherungen · Cyberdeckung · Hackerangriffe
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