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GDV: "Echte Kehrtwende in Sachen IT-Sicherheit ist überfällig"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Hackerangriff auf Hunderte Politiker und Prominente hat zu Jahresbeginn für erheblichen Wirbel gesorgt. Für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist klar: "Ein Mindeststandard an IT-Sicherheit ist dabei allerdings Voraussetzung für Versicherungsschutz. Eine gute IT-Sicherheitsstrategie und Cyber-Policen gehören unabdingbar zusammen."
Demnach sei es unerlässlich, die IT-Sicherheit "stetig an den technologischen Fortschritt" anzupassen, heißt es in einem aktuellen Positionspapier des Branchenverbandes. Damit sinke auch "die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs - gleichzeitig wird sichergestellt, dass der Versicherungsschutz dauerhaft angeboten werden kann, da der Ernstfall für Versicherer kalkulierbar bleibt." Zudem werbe der GDV" im Grundsatz für einen offeneren Umgang mit der Gefahr von Cyber-Angriffen und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Verbänden, Ermittlern und Strafverfolgern. Dazu gehört auch, externe Experten und Behörden bei einem Angriff zu informieren." Ein Verschweigen helfe dabei nur den Tätern. Dabei stehe die Versicherungsbranche selbst "im Fokus potenzieller Angriffe" und sei "entsprechend gefordert".

Gleichzeitig erwarten die Versicherer selbst in den kommenden zwölf Monaten eine Zunahme der Verluste aus Cyber-Vorfällen bei ihren Kunden , welche durch die wachsende Abhängigkeit von Technologien ebenso wie durch häufigere Hackerangriffe verursacht werden. Laut einer aktuellen Studie des Versicherungsmaklers Willis Re gehen 42 Prozent der Befragten davon aus, dass sie wahrscheinlich zehn oder mehr cyberbezogene Schäden pro hundert "Nicht-Cyberschäden" erleiden werden. Zudem sei das stille Cyber-Risiko von 2017 bis 2018 weiter gewachsen. Allein im letzten Hahr glaubten die meisten der Befragten, dass alle untersuchten Branchen sowohl in der Sach- als auch in der Haftpflichtversicherung einen stillen Cyber-Risikofaktor von mehr als 1,01 haben.

"Versicherer betrachten "Silent Cyber' derzeit als weitaus größeres Risiko als je zuvor. Die letzten großen Angriffe im Jahr 2017 haben Risiken und potenzielle Schäden in allen Geschäftsbereichen aufgezeigt und geben Anlass zu großer Besorgnis rund um das 'Silent Cyber'-Risiko", konstatiert, Mathias Pahl, Head of Corporate Risk and Broking bei Willis Towers Watson in Deutschland, sagt. "Allerdings hat unsere 'Cyber-Studie 2018', die wir im Frühjahr veröffentlicht haben, gezeigt, dass vielen Unternehmen der Umfang einer Cyber-Versicherung eher oder völlig unklar sei. Dabei ist es wichtig, genau zu wissen, welche Positionen versicherbar sind und wo es eventuell Überschneidungen mit anderen, bereits vorhandenen Versicherungen gibt", ergänzt der Experte.
GDV · Cyberkriminalität
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