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Der Staat hat beim autonomen Fahren eine Schutzpflicht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Fahren ohne Fahrer spaltet die Gemüter. Die einen sehen darin die Zukunft und weniger Unfälle, Kritiker den Verlust von Autonomie und Fahrspaß. Udo Di Fabio, ehemaliger Bundesverfassungsrichter und Vorsitzender der Ethik-Kommission automatisierten Fahren hat in einem Interview mit "Positionen" über Möglichkeiten und Gefahren gesprochen.

Einige Autohersteller glauben, dass durch autonomes Fahren die Zahl der Unfälle um 90 Prozent sinken könnte. Di Fabio ist sich nicht sicher, betont aber, dass es Aufgabe des Staates ist, die Bürger zu schützen. "Das ist eine Zielvorstellung, die zurzeit noch spekulativ ist. Wenn sich aber zeigt, dass die Technik in puncto Sicherheit dem individuellen Fahren überlegen ist, wird der Staat schon aufgrund seiner verfassungsrechtlichen Schutzpflicht diese Technik fördern."

Es müsse auch nicht der eine oder andere Weg sein, also entweder Maschine oder Mensch, wie der ehemalige Richter betont. Die Sorge, menschliches Fahren und automatisierte Systeme passen nicht zusammen, könne "technisch ausgeräumt werden".

Udo Di Fabio
Udo Di FabioQuelle: Heike Huslage-Koch - Eigenes Werk, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73592574

Es müsse auch nicht der eine oder andere Weg sein, also entweder Maschine oder Mensch, wie der ehemalige Richter betont. Die Sorge, menschliches Fahren und automatisierte Systeme passen nicht zusammen, könne "technisch ausgeräumt werden".

 

Generell glaubt Di Fabio an die Möglichkeiten des autonomen Fahrens: "Wenn die Technik ausgereift ist, kann sie Unfälle mit Personenschäden regelmäßig vermeiden – viel besser als der Mensch."

Die Einrichtung einer Ethikkommission, die sich mit dem Thema beschäftigt hält er für richtig. Es erhöhe die Akzeptanz des autonomen Fahrens in der Gesellschaft, wenn der Bürger sieht, dass der Gesetzgeber beim Thema eine "ethische Folie" hat, auf der er operiert.

 

Die Daten gehören wem?

 

Ein weiterer Aspekt beim autonomen Fahren ist die Nutzung der entstehenden Daten. Di Fabio möchte diese nicht den Herstellern überlassen. "Die Maxime ‚Leistung gegen Daten’, die wir aus dem Internet kennen, ist im Straßenverkehr kein gutes Prinzip."

Der Nutzer als Datenquelle entscheide selbst, was mit diesen geschehe. Auf der anderen Seite stünden die Autohersteller oder andere Wirtschaftsakteure, die Daten benötigen, um die Sicherheit des Systems zu gewährleisten.

 

Das Big-Data-Geschäft der Plattformen sei dagegen nachrangig zu behandeln, hier käme es "auch auf technische Abhängigkeiten an".

 

Das komplette Interview finden Sie HIER.

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