Ohne Risiko keine Versicherer
Ohne Risiko keine VersichererQuelle: lichtkunst.73 / PIXELIO (www.pixelio.de)
Köpfe & Positionen

"Solange es Risiken gibt, solange wird es die Versicherungen und das Geschäftsmodell geben"

Von Thomas BischofTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht auch nichts", wusste schon Altbundespräsident Walter Scheel. Das Risiko - solange es kalkulierbar ist und bleibt - gehört zu den wesentlichen Geschäftsgrundlagen der Versicherungsbranche. So scheint deren Zukunft ungeachtet aller Wagnisse weiterhin gesichert, denn: "Auch wenn sich die Risiken und in Folge dessen die Kundenbedürfnisse ändern - die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer kollektiven Risikoübernahme indes nicht", betont Thomas Bischof, Vorstandschef der Württembergischen in einem exklusiven Gastbeitrag für VWheute.

Grundsätzlich wissen wir, dass unsere Kunden verstärkt einfache, transparente, individualisierte und flexible Produkte sowie eine Vernetzung über alle Interaktionskanäle nachfragen. Damit alle Kundenbedürfnisse aber auch in ihrer Tiefe erfasst werden und um ein beständiges Kundenfeedback zu erhalten, betreiben wir natürlich intensive Marktforschung. Wichtig ist auch, dass unsere Vertriebsorganisationen und -partner zusätzliche wertvolle Impulse zur Veränderung von Kundenbedürfnissen und -trends liefern. Die Verbreitung und Nutzung digitaler Medien ermöglichen ferner einen intensiveren und gezielteren Kundenkontakt – auch das hilft im Sinne unserer Zielsetzung enorm.

Die Württembergische fährt bei der strategischen Herausforderung "Digitalisierung" bewusst mehrgleisig. Sie umfasst auch unser klassisches Geschäft, bei dem wir massiv in die Digitalisierung investieren. Bei der Württembergischen haben wir uns dazu das Leitbild eines volldigitalen Serviceversicherers gegeben. Das heißt: Unsere traditionelle Stärke als etablierter Serviceversicherer soll mit den Vorzügen der Digitalisierung zu einem noch besseren Ganzen verknüpft werden. Die Leitplanken dabei sind eine höchstmögliche Prozessautomatisierung im Verbund mit umfassenden Serviceoptimierungen durch Informationsverfügbarkeit rund um die Uhr, reibungslose Abläufe und niedrige Transaktionskosten. Für Menschen, die ihre Versicherungen offline oder hybrid abwickeln möchten, haben wir eine starke Ausschließlichkeitsorganisation. Digitale Maßnahmen wie eine vereinfachte Systemlandschaft, schlanke Prozesse und moderne Beratungstools unterstützen unseren Außendienst wirkungsvoll, damit er Freiräume für das Wesentliche und damit mehr Zeit hat, um diese Zielgruppe bestmöglich zu beraten. Denn in volatilen Zeiten brauchen die Menschen vermehrt Orientierung, Antworten und Vertrauen.

Daneben entwickeln wir im W&W-Konzern neue rein digitale Geschäftsmodelle, womit eine Ausweitung des Neugeschäfts-Potenzials auf neue Kundensegmente verbunden ist. Zugleich erschließen sich zusätzliche Absatzwege und eine optimierte Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Maklern. Für reine Online-Kunden wurde daher Ende 2017 das Geschäftsmodell Adam Riese gestartet. Die Digitalmarke, die bei der W&W brandpool GmbH angesiedelt ist, brachte zuletzt die Betriebshaftpflicht für Gewerbe, Bauhandwerk und Gastronomie für gewerbliche Kunden auf den Markt, die die Produkte Haftpflicht und Rechtsschutz für Privatkunden ergänzt. Insgesamt liegt die Marktresonanz für „Adam Riese“ bisher über den Erwartungen.

Was das Jahr 2018 angeht – dies verlief für die Württembergische Versicherungsgruppe gut. Dies gilt besonders für die Sachversicherung, aber auch in der Lebensversicherung konnten wir dank der bAV in einzelnen Segmenten zweistellige Steigerungsraten erzielen, was uns sehr freut. Dieses positive Bestandsaufnahme betrachten wir als Ergebnis zahlreicher großer und kleiner Verbesserungen bei den für die Württembergische auch im kommenden Jahr entscheidenden Themen: Kundenbedürfnisse und Transaktionskosten.

Um im Wettbewerb fit zu bleiben, erfüllen wir nicht nur die regulatorischen Herausforderungen, sondern arbeiten natürlich auch intensiv an unserer Effizienz. Wesentliches Stichwort hierbei sind die Transaktionskosten. Diese zu senken, ist zunächst einmal leichter gesagt als getan, denn dafür muss die passende Infrastruktur bereitstehen. Deren Aufbau und das Finden des entsprechenden Personals dauert seine Zeit. Bei Neugründungen kann man mit schlanken Prozessen starten, doch es ist etwas ganz anderes, das im traditionellen Versicherungsbereich zu schaffen. Aber das spornt uns auch an. Insgesamt wollen wir bei der Effizienz jedes Jahr mindestens fünf Prozent besser werden. Disruption allein ist also nicht das Gebot der Stunde: Wir wollen unseren Fokus von guter Beratungsqualität und verbesserter technischer Infrastruktur aufrechterhalten und unser Angebot um neue Bausteine vergrößern, sowohl bei den Produkten wie auch in der Ausrichtung.

Abschließend noch ein Wort zum Geschäftsmodell "Versicherung" allgemein - dies hat aus Sicht der Württembergischen eine gute Zukunft. Denn unverändert gilt: Solange es Risiken gibt, die auf Basis einer rationalen ökonomischen Entscheidung vernünftigerweise über das Prinzip des Kollektivs ihre ideale Deckung finden können, solange wird es die Versicherungen und das Geschäftsmodell geben. Das war im 14. Jahrhundert bei der Einführung von Transport- und Ladungsversicherungen für die Seefahrt schon so und wird vermutlich auch die nächsten Jahrhunderte noch so bleiben. Auch wenn sich die Risiken und in Folge dessen die Kundenbedürfnisse ändern - die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer kollektiven Risikoübernahme indes nicht.

Wir bei der Württembergische Versicherungsgruppe haben uns verbunden mit unseren ambitionierten Wachstumszielen vier Stoßrichtungen auf die Fahnen geschrieben: Wir wollen kundenfokussierter, exzellenter, digitaler und agiler werden. Hierzu haben wir 2017 die strategische Initiative "Vertrieb.Besser!" aufgesetzt, die sukzessive umgesetzt wird. Zentraler Ansatzpunkt ist dabei, dass wir bei allem, was wir tun, die Zufriedenheit unserer Kunden in den Mittelpunkt rücken. An erster Stelle steht deshalb immer, die Kundenbedürfnisse vollumfänglich nachzuvollziehen und in attraktive marktfähige Lösungen umzusetzen. Letztlich gewinnt auf dem Markt derjenige, der Kundenbedürfnisse am schnellsten erkennt und seine Prozesse entsprechend anpasst, um sie zu erfüllen.
Wüstenrot & Württembergische · Württembergische Versicherung
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