Armin Zitzmann
Armin ZitzmannQuelle: Nürnberger
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Nürnberger-CEO Zitzmann: "Die Branche muss transparenter und aufrichtiger kommunizieren"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie ist es im kommenden Jahr um die Zukunft der Versicherungsbranche bestellt? Anscheinend gut, wenn es nach den Worten von Nürnberger-Chef Armin Zitzmann geht. Denn: "Der Staat ist nicht in der Lage, seinen Bürgern eine Absicherung zu bieten, die dem Angebot der privaten Versicherungsbranche auch nur annähernd entspricht". Sein Wunsch für 2019: "Ich wünsche mir, dass die Verbraucherschützer in Brüssel und Berlin erkennen, dass die Versicherungsbranche nicht der Gegner der Kunden ist, sondern ihr Partner."

Wie ist die Stimmung bei den Versicherern für das Jahr 2019?

Der Aufbruch geht weiter. Nur wer positiv und entschlossen agiert, der wird die Herausforderungen meistern und auch das kommende Jahr erfolgreich abschließen.

Welche Themen stehen 2019 im Fokus?

Produktseitig wird der Einkommensschutz weiter an Bedeutung zunehmen, zumal bei den Rahmenbedingungen für die Altersvorsorge keine Verbesserungen zu erwarten sind.Im Vertrieb werden natürlich LVRG II und seine Auswirkungen das bestimmende Thema sein.

Welche Formen wird die Zusammenarbeit mit Insurtechs annehmen?

Insurtechs werden weiter mit frischen, neuen Ideen dazu beitragen, dass die Versicherer ihre Kunden noch besser bedienen können. Insurtechs mit Versicherungslizenzen sind weitere Spieler auf einem schon vollen Spielfeld. Sie können zwar Nischen besetzen, aber werden sich bei der Skalierung schwer tun.

Wie sicher ist das Geschäftsmodell Versicherung über 2019 hinaus?

Über die Zukunft der Branche mache ich mir keine Sorgen: Denn ohne uns geht es nicht! Der Staat ist nicht in der Lage, seinen Bürgern eine Absicherung zu bieten, die dem Angebot der privaten Versicherungsbranche auch nur annähernd entspricht. Die größte Herausforderung ist, sich strikt an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Wir brauchen Produkte, die sich an die heutigen und die künftigen Lebensumstände der Menschen flexibel anpassen. Und wir brauchen eine qualifizierte, lebensbegleitende Beratung. Wir haben dann eine dauerhafte Daseinsberechtigung, wenn wir unsere Verantwortung für heutige und künftige Generationen wahrnehmen.

Wo sehen Sie die größten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken mit Rückkopplung auf das Versicherungsgeschäft?

Alle wesentlichen Risiken lassen sich auf den demografischen Wandel zurückführen. Das größte Risiko sehe ich im Bestreben, die demografische Entwicklung austricksen zu wollen. Das kann und wird nicht gelingen. Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht schauen, Chancen und Risiken real einschätzen und offen mit allen Betroffenen vorurteilsfrei diskutieren. Wir haben die Verantwortung, gerade jungen Menschen Wege aufzuzeigen, wie sie sich trotz der großen Unsicherheiten in ihrem Leben sinnvoll und bezahlbar absichern können.

Was müssen Versicherer im nächsten Jahr besser machen?

Die Branche muss transparenter und aufrichtiger kommunizieren – mit ihren Vertriebspartnern und Kunden, aber auch mit Politikern und Verbraucherschützern. Das schafft Vertrauen.

Was sind Ihre Kernforderungen an die Politik, was Ihre größten Kritikpunkte, vor allem mit Blick auf Regulierung und Niedrigzins?

Regulierung soll letztendlich dem Verbraucherschutz dienen. Doch obwohl gut gemeint, schießt sie oft über das Ziel hinaus. Ich wünsche mir, dass die Verbraucherschützer in Brüssel und Berlin erkennen, dass die Versicherungsbranche nicht der Gegner der Kunden ist, sondern ihr Partner.

Welches Fazit ziehen Sie aus diesem Jahr?

Die Nürnberger ist in diesem Jahr auf ihrem Weg in die digitale Zukunft große Schritte vorangekommen. Etliches von dem, was lange Zeit geplant wurde, konnten wir nun endlich produktiv setzen. Vieles ist noch in der Pipeline und wird nun Stück für Stück digitale Realität. Wir konnten neue Produkte lancieren, wie die BU mit GKV-Check und eine neue Grundfähigkeitsversicherung, die vom Markt sehr gut angenommen wurden. Und dank unserer TV-Werbekampagne mit "Nürnburg, der Stadt der Unversicherten" konnten wir unsere Bekanntheit deutlich steigern.

Armin Zitzmann · Nünberger
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