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Märkte & Vertrieb

Private Krankenversicherer zeichnen 2017 weniger Neugeschäft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die privaten Krankenversicherer haben 2017 nach drei vergleichweise konstanten Jahren wieder weniger Neugschäft gezeichnet. Dabi falle der Rückgang in der Vollversicherung tendenziell stärker aus als in der Zusatzversicherung. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Vertriebswege-Survey für die Private Krankenversicherung (PKV) von Willis Towers Watson. "Für die deutsche PKV war 2017 erneut ein ruhiges Jahr. Doch diese Ruhe hilft der Branche nicht weiter: Das Neugeschäft stagniert auf bereits niedrigem Niveau und das weiterhin niedrige Zinsumfeld wird die PKV noch zusätzlich belasten", konstatiert Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung.
Ein weiteres Problem sind nach Ansicht der Versicherungsexperten bei Willis Towers Watson auch die steigenden Versicherungsprämien. "Die privaten Anbieter haben es bisher nicht geschafft, ihren möglichen Neukunden transparent und überzeugend zu vermitteln, wie man das Problem der Beitragssteigerungen langfristig angehen will. Allein allgemeine
Aussagen, dass die durchschnittliche Beitragsentwicklung in der PKV geringer als in der Gesetzlichen Krankenversicherung ausfalle, wird nicht ausreichen, um langfristig wieder mehr Fürsprecher für die PKV in Deutschland zu gewinnen. Die Gesellschaften selber sind in der Pflicht, ihren potentiellen Neukunden transparente und überzeugende Argumente zu liefern", betont Stefan Bause, Leiter Krankenversicherungsberatung bei Willis Towers Watson.
Profitieren könnten davon besonders die Einfirmenvermittler: "Die Einfirmenvermittler können diese Ruhe im Markt derzeit am besten für sich nutzen", glaubt Bause. Rund 49 Prozent entfallen demnach auf die Einfirmenvermittler. 37 Prozent des Vertriebes entfallen demnach auf Makler und Mehrfachagenten. Die restlichen Vertriebswege entfallen demnach auf den Direktvertrieb (5,6 Prozent), Banken (5,1 Prozent) und die GKV (2,6 Prozent). "Die stagnierenden Anteile des Vertriebs über Vergleichsportale bestätigen unsere Annahme, dass der Online-Trend in der PKV nur langsam voranschreitet – so bleibt den Anbietern hier vermutlich mehr Zeit für den digitalen Wandel als in anderen Sparten. Aktuell ist der Internet-Vertrieb weder eine Gefahr für die klassischen Vertriebswege noch ein Wachstumsimpuls für die Branche", ergänzt der PKV-Experte. Reformvorhaben wie die Bürgerversicherung stünden allerdings "nicht mehr ganz oben auf der politischen Agenda".
Willis Towers Watson · Vertriebswege-Survey · PKV
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