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Talanx streicht 320 Stellen, Verdi reagiert mit heftiger Kritik 

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Talanx will in den kommenden zwei Jahren rund 320 Stellen abbauen. Laut einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sollen die Arbeitsplätze bis 2021 vor allem in Privatkundengeschäft wegfallen. Besonders betroffen seien dabei die Standorte Hannover, Saarbrücken, Stuttgart und Essen. Mehr als die Hälfte sollen dabei in der niedersächsischen Hauptstadt wegfallen. Bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stoßen die Pläne erwartungsgemäß auf heftige Kritik.
Laut Bericht will die Talanx demnach die Tochter HDI Direktservice (HDS) bis Ende 2020 schließen. Die 150 Mitarbeiter sollen dabei in eine neue Gesellschaft in Rostock wechseln können - allerdings zu schlechteren Konditionen. Außerdem soll der Bereich "Inputmanagement" der HDI Kundenservice AG mit 35 Arbeitsplätzen in diesem Zeitraum an einen externen Dienstleister abgegeben werden. Wechselbereiten Arbeitnehmern wolle man parallel zur Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag eine "Entscheidungsprämie" von mindestens 5.000 Euro gewähren.
Bei den Abeitnehmervertretern stoßen die Pläne des Versichers erwartungsgemäß auf heftige Kritik. So würden die Standortschließungen "eine Gefährdung der Betriebssicherheit darstellen", wird der Konzernbetriebsrat zitiert. Solle der Konzerne zukünftig ähnlich vorgehen, würde dies "das Ende der vertrauensvollen Zusammenarbeit" bedeuten. "Das Vorgehen des Vorstands ist unsozial und verwerflich", ergänzt zudem der zuständige Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter Jörg Reinbrecht. So würden viele Menschen ihren Arbeitsplatz in einem Unternehmen der Talanx-Gruppe verloren, indem schon Löhne unterhalb des Tarifvertrages gezahlt würden. "Armutslöhne in einem der größten Versicherungskonzerne - das ist nicht akzeptabel", wird Reinbrecht zitiert.

Die Talanx betont auf Anfrage von VWheute: "Es bleiben alle Standorte erhalten, keiner wird geschlossen. Alle unbefristeten Mitarbeiter erhalten Angebote für den Wechsel an andere Standorte,  ein erhöhtes Abfindungsangebot. Der Bereich 'Inputmanagement' der HDI Kundenservice AG wird an einen externen Dienstleister mit Sitz in der Region Hannover verlagert. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten Angebote zur Weiterbeschäftigung mit einem unbefristeten Vertrag bei einem externen Dienstleister ab 1. Januar 2021 zu den dort geltenden Bedingungen." Zudem würden die ergriffenen Maßnahmen lediglich bereits beschossene Eckpfeiler für die Kosteneinsparungen in der Sachversicherung des Geschäftsbereichs und Teil des strategischen Investitions-, Wachstums- und Kostenprogramm KuRS bei Talanx Deutschland" konkretisieren.

"Um diesen Geschäftsbereich wettbewerbsfähiger aufzustellen, sollen - wie allgemein bekannt - die Kosten bis 2021 um 240 Mio. Euro senken. Bisher sind davon rund 175 Mio. Euro jährliche Kosteneinsparungen erzielt worden. Neben strategischen Maßnahmen haben Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter in den Jahren 2015/2016 auch einen Abbau von insgesamt rund 930 Stellen vereinbart. Leider sind diese Maßnahmen betriebswirtschaftlich notwendig. Soziale Härten sollen möglichst vermieden werden, ebenso wie betriebsbedingte Kündigungen. 2016 haben die Parteien wesentliche Eckpfeiler für die Sachversicherung des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland beschlossen, die wir nun weiter konkretisiert haben. Im Teilinteressenausgleich war ein solches Vorgehen immer vorgesehen, wenn die beschlossenen Maßnahmen sich als nicht ausreichend erweisen würden. Da sich der Kostendruck unter anderem durch Aktivitäten der Wettbewerber weiter verschärft hat, werden weitere Maßnahmen zur Kostenreduzierung im Betrieb Sach nötig, die wir nun bis Ende 2021 umsetzen. Insgesamt bleibt es bei den 930 abzubauenden Stellen", erläutert eine Unternehmenssprecherin.
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