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Politik & Regulierung

BGH: Fiktive Schadensberechnung in der Kfz-Haftpflicht orientiert sich an günstigster Werkstatt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Verkehrsunfälle gehören heute leider zur Tagesordnung. Im Schadenfall übernimmt üblicherweise der Kfz-Haftpflichtversicherer die Schadenrgulierung. Doch was passiert im Falle einer fiktiven Schadenberechnung und welche Messgrößen sind dafür relevant? Der Bundesgerichtshof hat nun eine wegweisende Entscheidung getroffen: Demnach darf der Versicherer nicht die ortsüblichen Durchschnittskosten, sondern im Zweifel nur die für die günstigere Werkstatt erstatten (Az.: VI ZR 65/18).
Im konkreten Fall schritt sich der Kläher mit dem Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers über die Höhe des Schadensersatzes. Dabei hatte er sich gegen eine Werkstattreparatur und für eine fiktive Schadensberechnung entschieden. Der von ihm beauftragte Gutachter legte daraufhin den Stundensatz einer ortsansässigen und nicht markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde. Der Haftpflichtversicherer sah diese indes als zu hoch an und verwies dabei auf einen niedrigeren Stundensatz einer anderen Werkstatt.
Die Bundesrichter am BGH entschieden aber nun im Sinne des Versicherers. Demnach sei der Kläger "sowohl in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung als auch in der Verwendung des vom Schädiger zu leistenden Schadensersatzes frei. Allerdings ist der Geschädigte nach dem in § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB verankerten Wirtschaftlichkeitsgebot gehalten, im Rahmen des ihm Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg der Schadensbehebung zu wählen, sofern er die Höhe der für die Schadensbeseitigung aufzuwendenden Kosten beeinflussen kann", begründeten die Juristen ihre Entscheidung.
BGH · Kfz-Haftpflichtversicherung · Fiktiver Schadenersatz