Jörg Schneider, scheidender Finanzvorstand der Munich Re
Jörg Schneider, scheidender Finanzvorstand der Munich ReQuelle: Munich Re
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Munich-Re-Finanzchef Schneider glaubt nicht an Chancen aus großen Unternehmensübernahmen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mehr als 18 Jahre hatte Jörg Schneider die Finanzen der Munich Re verantwortet. Zum Abschluss seiner Karriere zieht der scheidende Vorstand eine Bilanz seiner Karriere. Sein Fazit: "Unser Geschäftsmodell ist gut und es funktioniert weiterhin, da habe ich überhaupt keinen Zweifel." Von großen Übernahmen in der Branche hält er indes nichts.

"Nur glaube ich nicht an die Chancen aus großen Unternehmensübernahmen. Würden wir einen großen Rückversicherer kaufen, verlören wir viel vom zugekauften Geschäft, wenn Kunden, die Konzentration größerer Anteile an ihrer Rückversicherung bei uns reduzieren. Wir investieren deshalb lieber in neue Technologien und Know-how, auch in eher kleinere Spezialunternehmen. Überflüssiges Kapital geben wir gern an unsere Aktionäre zurück", betont er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

 

Besonders wichtig scheint ihm dabei ein ausgeprägtes Risikobewusstsein: "Ein risikobewusster Kurs passt zu einem Versicherungskonzern. Wir verdienen gut, warum sollen wir die Aktionäre nicht daran teilhaben lassen? In unserem Markt können Sie nicht mal eben die Muskeln spielen lassen und mit aller Macht ins Wachstum gehen. Wenn wir als Marktführer bei Rückversicherungen stark expandieren wollen, verderben wir uns selbst die Preise. Ebenso wenig wollen wir massiv erhöhte Risiken bei der Kapitalanlage eingehen".

Dabei sieht der Finanzchef des Münchener Rückversicherers die konservative Ausrichtung des Konzerns durchaus aus Markenzeichen: "Wir können uns das leisten, ohne unvertretbare Risiken einzugehen - gerade auf der Basis unseres Wissens und jahrzehntelanger Erfahrung. Dazu müssen wir die Komplexität reduzieren, erstmals wurden in diesem Jahr sogar Stellen abgebaut. Nicht jede Idee fand ich auf Anhieb gut, aber inzwischen überzeugt mich dieser konsequent gelebte Kurs. Wir wissen hier alle, dass die Märkte im Umbruch sind und wir deshalb Schritt halten müssen, um nicht zurückzufallen." Auf die Frage, ob er 2003 auch gerne Vorstandschef der Munich Re geworden wäre, lässt Schneider durchblicken: "Jedenfalls hätte ich den Job gern übernommen. Gleichzeitig habe ich gesehen, dass Nikolaus von Bomhard der Geeignetere ist und mich selbst für ihn stark gemacht. So waren die Verhältnisse zwischen uns zu jedem Zeitpunkt klar, und die Zusammenarbeit war aus meiner Sicht immer sehr gut."
Munich Re · Rückversicherer · Jörg Schneider
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