Maschine der insolventen Air Berlin
Maschine der insolventen Air BerlinQuelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Air Berlin verklagt Etihad auf Schadenersatz in Millionenhöhe

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin hat ein juristisches Nachspiel. Medienberichten zufolge haben die Gläubiger beim Landgericht Berlin eine Schadenersatzklage gegen die arabische Golfairline Etihad eingereicht. Diese fordern 500 Mio. Euro plus Feststellung von Folgekosten. Das Gericht setzte den Streitwert dabei auf "vorläufig auf bis zu zwei Mrd. Euro" fest.
Die Kläger berufen sich dabei auf eine sogenannte Patronatserklärung von Etihad im April 2017, wonach die Airline mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten der deutschen Fluglinie eine finanzielle Unterstützung bis Ende 2018 zugesagt hatte. Im Sommer 2017 hatte Etihad indes seine Zahlungen eingestellt. Kurze Zeit später musste Air Berlin Insolvenz anmelden.
Insolvenzverwalter Lucas Flöther begründet die Klage damit, dass Etihad diese Erklärung nicht einfach hätte zurückziehen können. Die Fluggesellschaft selbst gibt sich indes kämpferisch: "Wir sind der Auffassung, dass die Klage unbegründet ist und werden uns energisch dagegen verteidigen", wird eine Unternehmenssprecherin bei airliners.de zitiert. Jedenfalls hat das Unternehmen bis Ende Januar Zeit, auf die Klage zu reagieren. Ob das Verfahren tatsächlich in Berlin über die Bühne geht, ist noch unklar. Auch London oder Abu Dhabi kommen dafür in Betracht.

Wirtschaftsauskunftei rechnet für 2019 mit mehr Insolvenzen

Die Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel rechnet indes für das kommende Jahr mit einem Anstieg derUnternehmensinsolvenzen in Deutschland. In einer jüngst veröffentlichten Analyse geht das Unternehmen davon aus, dass 305.108 Firmen derzeit eine schwache Bonität und damit ein sehr hohes Zahlungsausfallrisiko aufweisen. In absoluten Zahlen stehen Nordrhein-Westfalen (67.634), Bayern (39.141), Baden-Württemberg (32.031) und Niedersachsen (26.542) an der Spitze der Statistik der Bundesländer mit den meisten finanzschwachen Unternehmen. In Bremen (2.411) und im Saarland (3.023) gibt es absolut vergleichsweise wenig Firmen mit einem erhöhten Zahlungsausfallrisiko.
Aktuell sind zudem 12,0 Prozent der Unternehmen in Sachsen-Anhalt in einer finanziellen Schieflage und somit von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Aber auch in Sachsen (11,7 Prozent) und Berlin (10,5 Prozent) ist mehr als jedes zehnte Unternehmen von einer Insolvenz bedroht. Prozentual betrachtet geht ein geringeres Risiko von Unternehmen in Bayern aus. Hier gelten nur 6,4 Prozent der Unternehmen als bonitätsschwach. Auch in Baden-Württemberg (7,0 Prozent), Hessen (7,2 Prozent) und Schleswig-Holstein (7,8 Prozent) ist die Quote insolvenzgefährdeter Unternehmen geringer als im Bundesdurchschnitt.
Im ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der Unternehmenspleiten indes weiter rückläufig. Der Kreditversicherer Euler Hermes fürchtet für das kommende Jahr jedoch eine Stagnation der Fallzahlen.
Insolvenz · Etihad · Air Berlin
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