Riester-Rente
Riester-RenteQuelle: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Riester-Rentenversicherung: Belastet die Württembergische ihre Kunden mit doppelten Abschluss- und Vertriebskosten?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Verbrauchezentrale Hamburg legt sich wieder einmal mit einem Versicherungskonzern an: Im konkreten Fall werden die Marktwächter der Württembergischen vor, dass Kunden in bestimmten Konstellationen auf Teilbeiträge doppelte Abschluss- und Vertriebskosten zahlen würden. Der Versicherer selbst spricht von "einer nur in sehr seltenen Einzelfällen vorkommenden Konstellation".
Die Verbraucherschützer führen dabei das Beispiel eines Kunden an, der seinen Riester-Rentenvertrag bei der Württembergischen Versicherung mit dem Höchstbetrag von 1.946 Euro, zuzüglich der Grundzulage von 154 Euro bespart. Für die Summe aller Eigenbeiträge dieser in den ersten fünf Jahren die für die gesamte Laufzeit anfallenden Abschluss- und Vertriebskosten in Höhe von 4,5 Prozent bezahlt. Als dieser kinderzulagenberechtigt wurde, sank der Eigenbeitrag dementsprechend - bei gleichbleibendem Gesamtbeitrag. Die Württembergische berechnete ihm auf Grund dieser Änderung erneut Abschluss- und Vertriebskosten auf die neue Kinderzulage - dieses Mal von vier Prozent, so die VZHH.
Der Vorwurf der Verbraucherzentrale: Obwohl sich im vorliegenden Fall der Gesamtbeitrag des Versicherten über den gesamten Zeitraum nicht verändert, zahle der Verbraucher bei jeder zulagenbedingten Änderung des Eigenbeitrags erneut Abschluss- und Vertriebskosten. "Wir befürchten, dass auch andere Versicherer für jede Form von Zulagenerhöhung die Abschluss- und Vertriebskosten erneut berechnen - zum Beispiel bei der jüngsten Erhöhung der Riester-Grundzulage um 21 Euro. Dies lässt sich aber weder in den Verträgen noch in den Standmitteilungen eindeutig erkennen. Konkrete Fälle liegen dazu noch nicht vor. Über entsprechende Hinweise von Verbrauchern sind wir darum sehr dankbar", sagt Sandra Klug, Teamleiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams in der Verbraucherzentrale Hamburg.
Die Württembergische selbst kontert indes den Vorwurf und spricht in einer Stellungnahme von einer "nur in sehr seltenen Einzelfällen vorkommenden Konstellation. Vertragsanpassungen durch gesenkte Eigenbeiträge infolge geänderter Zulagen, wie sie seitens des Kunden im zugrundeliegenden Fall vorgenommen wurden, kommen bei weniger als 0,1 Prozent der entsprechenden Verträge der Württembergischen Lebensversicherung vor. Prinzipiell bemüht sich die Württembergische Lebensversicherung auch hier immer um kulante Regelungen im Sinne des Kundeninteresses", heißt es von Seiten des Versicherers. Immerhin: Auch wenn die Verbraucherschützer dem Versicherer vorwerfen, systematisch mehrfach Abschluss- und Vertriebskosten zu berechnen - entsprechende Belege mit Ausnahme des genannten Falles bleiben indes dennoch aus.
Verbraucherzentrale Hamburg · Württembergische Versicherung · Riester
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