Teure Einbruchserie in Hamburg
Teure Einbruchserie in HamburgQuelle: Bernd Kasper / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Einbruchserie in Hamburg verursacht rund 20 Mio. Euro Schaden

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eine Einbruchserie in Hamburg und im Umland der Freien uns Hansestadt hat in diesem Jahr einen immensen Schaden verursacht. Laut einem Bericht der Tageszeitung Die Welt soll eine Einbrecherbande aus Moldawien Schmuck, Uhren und Edelmetall in Millionenhöhe erbäutet haben. Dabei sollen die Langfinger direkt über die Dächer in Häuser und Wohnungen eingestiegen sein.
Mehr 20 Fälle haben die Kriminalbehörden seit Januar vergangenen Jahres registriert. Dabei schienen die Täter nach immer dem gleichen Muster vorzugehen: Dabei seien diese "auf die Dächer geklettert, hatten die Ziegel abgenommen, die Dachlattung durchsägt und die Dämmung aufgeschnitten, möglicherweise auch noch ein paar Holzsparren durchtrennt. Dann krochen sie durch das Loch im Dach in die Wohnräume ihrer Opfer, unbemerkt von Alarmanlagen und Kameras", berichtet die Welt. Dabei hätten es die Diebe - wenig verwunderlich - vor allem auf die wohlhabenden Wohnsiedlungen in den Walddörfern abgesehen. 
Zwar seien auch die Schäden an den Dächern mit in die Bilanz eingerechnet worden, dennoch würden diese nur einen kleinen Teil ausmachen, wird der Leitende Staatsanwalt Lars Röhrig zitiert. Vor allem die gestohlenen Wertsachen fallen dabei besonders ins Gewicht. So sollen die Langfinger allein in einem Haus Wertgegenestände im Wert von menhr als sieben Mio. Euro entwendet haben - allen voran Uhren und Schmuck, aber auch Goldbarren. Den Gesamtschaden schätzen die Ermittler derzeit auf rund 20 Mio. Euro. 
Mitte der Woche sei den Behörden nach Angaben von LKA-Chef Frank-Martin Heise ein "großer Schlag gegen die internationale Einbruchskriminalität" gelungen. Gemeinsam mit Ermittlern aus Moldawien haben die Ermittler laut Bericht zwei Brüder festgenommen, 18 Wohnungen durchsucht und "umfangreich Beweismittel" sichergestellt, darunter hochwertige Uhren, Bargeld, Goldschmuck, aber auch Waffen. Die Beutestücke selbst werden nun gesichtet, die Auswertung könne allerdings noch dauern.
Und dennoch: Für das laufende Jahr rechnet LKA-Chef Heise mit einem weiteren Rückgang der Einbruchzahlen in der Hansestadt - auch wenn die Vorgehensweise der Täter immer professioneller werde. Allein im Jahr 2017 sind die Wohnungseinbrüche in Deutschland laut Polizeilischer Kriminalitätsstatistik 2017 (PKS) um 23 Prozent auf 116.540 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 17,8 Prozent (2016: 16,9 Prozent). 
Den stärksten Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen verzeichnete dabei laut Statistik Rheinland-Pfalz mit 28,3 Prozent auf 4.834 Fälle. Dahinter folgen Nordrhein-Westfalen mit 39.057 Fälle und einem Minus von 25,7 Prozent sowie Baden-Württemberg mit 8.437 Fälle und einem Rückgang von 24 Prozent. Schlusslicht ist hingegen Berlin mit einem Minus von 2,9 Prozent auf 8.211 Fälle. Allerdings wird in der Bundeshauptstadt der Einbruch in Villen und Einfamilienhäuser (minus 1,8 Prozent auf 3.296 Fälle) gesondert ausgewiesen. Gleichzeitig meldete die Hansestadt Hamburg mit einem Rückgang von 23,2 Prozent auf 5.769 Fälle ein Zehn-Jahres-Tief bei den Wohnungseinbrüchen.
Zu ähnlichen Zahlen kam dabei auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Demnach sank die Zahl der versicherten Einbrüche im Jahr 2017 um rund 20 Prozent auf 120.000, heißt es beim GDV weiter. In der Statistik enthalten sind auch Einbrüche in Keller, Dachböden oder Hauswirtschaftsräume. Die meisten Wohnungseinbrüche gab es demnach mit deutlichem Abstand in Nordrhein-Westfalen (39.057 - minus 25,7 Prozent gegenüber 2016), gefolgt von Niedersachsen (13.595 - minus 15,9 Prozent) und Berlin (8.580 - minus 25,7 Prozent). Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 1.180 Wohnungseinbrüchen (minus 20,1 Prozent). Dennoch sei eine "Trend­wende bei Ein­brü­chen ist eine Illu­sion", warnte GDV-Präsident Wolfgang Weiler. ""Damit wir nicht wieder einen Anstieg wie vor zehn Jahren sehen, sind weiterhin alle Anstrengungen notwendig. Das Niveau der Einbruchzahlen bleibt hoch, die Unterschiede zwischen den Bundesländern erheblich", so der Verbandschef.
Wohnungseinbrüche · Hamburg
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