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AGCS: Feuer bleibt weiter das größte Risiko für Industrieanlagen

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Industrieversicherer der Allianz, die Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) hat ein halbes Jahrzehnt industrielle Großschäden, Katastrophen und Desaster untersucht und in einem "Global Claims Review - The Top Causes of Corporate Insurance Losses" zusammengefasst. In der enzyklopädischen Übersicht wurden vom 1. Juli 2013 bis 1. Juli 2018 genau 471.326 Schadensfälle sorgfältig unter die Lupe genommen und herauskam ein klares Bild über die tatsächlichen Risiken, von denen Großbetriebe heute bedroht werden und die sind gar nicht mal so neu.
Die Analyse der AGCS, die in ihrem umfassenden Ansatz und aufgrund der Fülle der hinzugezogenen Daten mit Recht als Standardwerk der Industrieschäden modernen Industriegesellschaften bezeichnen darf offenbart, dass sich 75 Prozent aller Schäden auf zehn "Katastrophen-Typen" zurückführen lassen: Unangefochten rangiert, und das wahrscheinlich quer durch die gesamte Menschheitsgeschichte, auf Platz eins der "top causes of losses by total value of claims" Feuer und Explosionen. Knapp ein Viertel aller Schäden resultieren daraus. Auf Platz zwei liegen Flugzeugkollisionen und Abstürze mit einem Wert von 14 Prozent.
Etwas abgeschlagen liegen die Ursachen "fehlerhafte Verarbeitung/Wartung" mit acht Prozent und Sturmschäden mit sieben Prozent der Schadenereignisse auf den Plätzen drei und vier. Doch der Feuerschaden zieht in der Regel auch noch eine Betriebsunterbrechung (BU) nach sich, weswegen die Kosten hierfür deutlich zur Höhe des Gesamtschadens beitragen. Durchschnittlich beläuft sich der BU-Schaden im Rahmen der Sachversicherung auf über drei Mio. Euro. Mit Blick auf die beispiellosen Schäden, die in der jüngeren Vergangenheit in den USA und in etlichen weiteren Ländern gigantische Vermögenswerte vernichtet haben, stellt die AGCS fest, dass diese gar nicht mal die größten Schadentreiber sind.
Vielmehr zeigt die Analyse, dass Schäden im Bereich der Industrieversicherung üblicherweise auf technisches oder menschliches Versagen, oder auf andere Faktoren, die nichts mit Naturkatastrophen zu tun haben, zurückgehen. Ihr Anteil am Gesamtwert aller Ansprüche beträgt sage und schreibe 87 Prozent. Das relativiert die öffentliche Diskussion über angeblich menschengemachte Schäden bzw. von diesen ausgelöste Naturkatastrophen nicht unerheblich. Laut Analyse haben die Industrieversicherer in den vergangenen fünf Jahren täglich Schäden in der Höhe von 32 Mio. Euro reguliert, allein die AGCS zahlte im Gesamtjahr 2017 4,8 Mrd. Euro an ihre Versicherten aus
Die größten Schadentreiber in Deutschland.
Die größten Schadentreiber in Deutschland.Quelle: AGCS

Das Datenmaterial für diesen umfassenden Überblick lieferten Schadenereignisse aus 206 Ländern dieser Erde, mit einem Gesamtwert von rund 58 Mrd. Euro, was ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes wie Kroatien entspricht. Im exklusiven Interview mit der Versicherungswirtschaft spricht Philipp Cremer, Global Head of Claims bei der AGCS, über die Rolle innovativer Technologien bei der Schadenregulierung, welche weltweite Entwicklungen in der Industrieversicherung erwartet werden und wie in diesem Geschäftsfeld mehr Profitabilität durch weitere Effizienz gewonnen werden kann. Auch das Thema Cybercrime spielt für den Industrieversicherer eine Rolle, wenngleich nicht in dem Umfang, wie dies aktuell befürchtet wird, doch das wird nicht so bleiben. Die Einzelheiten erläutert Cremer im Exklusiv-Interview mit VWheuteTV.

Allianz Global Corporate & Specialty · AGCS
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