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Verbraucherschützer mahnen Allianz Leben ab

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Neues Duell zwischen den Verbraucherschützern und den Versicherern: Die Verbraucherschutzzentrale Hamburg hat die Allianz Lebensversicherung wegen Irreführung abgemahnt. Die Begründung: Der Lebensversicherer habe sich geweigert, Versicherungsverträge rückabzuwickeln, obwohl Verbraucher falsch über ihr Widerspruchsrecht informiert wurden.
Versicherte, die ihren privaten Rentenversicherungsvertrag wegen eines Fehlers in der Widerspruchsbelehrung rückabwickeln wollten, erhielten Ablehnungsschreiben, obwohl der Vertrag aufgelöst werden kann, weil laut Bundesgerichtshof die Widerspruchsbelehrung fehlerhaft ist, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherschützer. "Wir haben Ihnen mit der Police die vertragsbezogenen Versicherungsbedingungen und die weiteren Verbraucherinformationen übersandt und Sie ordnungsgemäß über Ihr Widerspruchsrecht belehrt. (…) Die von Ihnen begehrte Rückzahlung der Beiträge müssen wir daher ablehnen", wird die Allianz zitiert. Aus Sicht der Verbraucherschützer sei ein Widerspruch jedoch möglich und der Versicherungskonzern verpflichtet, die geleisteten Prämien plus Zinsen an die betroffenen Versicherten auszuzahlen.
Dabei sei die Allianz nicht der erste Lebensversicherer, welcher von den Verbraucherschützern abgemahnt worden ist. Bereits im September flatterte bei der Zurich Deutscher Herold ein ähnliches Schreiben ins Haus. Die Verbraucherzentrale Hamburg wirft den Versicherern vor, entsprechende Gerichtsurteile zu ignorieren. Demnach sei es "eine Katastrophe, wenn auf diese Weise Verbraucherrechte ausgehebelt werden".
Die Allianz selbst bezeichnete das Vorgehen der VZ Hamburg auf Anfrage von VWheute als "ungewöhnlich: Die Abmahnung, die in der Pressemitteilung der VZ Hamburg vom 11.12.2018 beschrieben wird, liegt uns noch nicht vor. Deshalb können wir zum jetzigen Zeitpunkt nur vermuten, auf welches Bundesgerichtshof-Urteil die VZ Hamburg sich in ihrer Pressemitteilung bezieht. Wir gehen davon aus, dass es sich um kein direktes Verfahren gegen die Allianz handelt. Die Widerspruchsbelehrungen, die Allianz Leben verwendet, sind bisher regelmäßig von der Rechtsprechung für ordnungsgemäß, und damit für wirksam, angesehen worden. Unabhängig davon halten wir uns selbstverständlich an geltendes Recht und beachten höchstrichterliche Entscheidungen des Bundesgerichtshofes. Sobald uns die Abmahnung und damit die Vorwürfe der VZ Hamburg vorliegen, überprüfen wir den Sachverhalt", betonte eineUnternehmenssprecherin.
Allianz Lebensversicherung · Verbraucherschutzzentrale Hamburg
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