Weniger Insolvenzen in Deutschland im Jahr 2018
Weniger Insolvenzen in Deutschland im Jahr 2018Quelle: Michael Mertes (Aristillus) / PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmen & Management

Insolvenzen sind in Deutschland weiter rückläufig

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Deutschland ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr weiter zurückgegangen. Nach Einschätzung von Creditreform werden 2018 voraussichtlich etwa 19.900 Firmen zahlungsunfähig. Dies wäre der niedrigste Wert seit 1994 (18.820 Fälle) registriert. Zum Vergleich: Im letzten Jahr wurden 20.140 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Der Kreditversicherer Euler Hermes fürchtet für das kommende Jahr indes eine Stagnation der Fallzahlen.

Demnach sind die Insolvenzschäden nach Angaben von Creditreform in diesem Jahr mit etwa 26,0 Mrd. Euro an Ausfällen oder drohenden Ausfällen (2017: 28,3 Mrd. Euro) leicht rückläufig. Leidiglich im Handel verzeichneten die Experten in diesem Jahr einen leichten Anstieg der Fallzahlen (plus 0,2 Prozent) auf 4.280 Fälle. Im Vorjahr waren die Insolvenzen in diesem Wirtschaftszweig noch um 4,7 Prozent zurückgegangen. Deutlich rückläufig ist das Insolvenzgeschehen hingegen im Verarbeitenden Gewerbe. Im Jahresverlauf 2018 wurden demnach noch 1.390 Fälle gezählt (2017: 1.490 - minus 6,7 Prozent). Im Baugewerbe nahm die Zahl der Insolvenzen ebenfalls weiter ab (minus 2,3 Prozent auf 2.920 Fälle). Zahlenmäßig die meisten Insolvenzen gibt es erneut im Dienstleistungsgewerbe mit 11.310 Pleiten im aktuellen Jahr (2017: 11.390).

Immer weniger Insolvenzen in Deutschland
Immer weniger Insolvenzen in DeutschlandQuelle: Statista
Zu einem ähnlichen Lagebild kommt auch der Kreditversicherer Euler Hermes. Während die Allianz-Tochter in diesem Jahr mit rund 19.350 Insolvenzen rechnet, seien die Schäden für Unternehmen durch Insolvenzen in den letzten Jahren deutlich gestiegen - und zwar von insgesamt 17 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf 30 Mrd. Euro im letzten Jahr. Lagen die voraussichtlichen Schäden von Unternehmen durch Insolvenzen  2015 im Durchschnitt noch bei 700.000 Euro, waren es 2017 bereits 1,5 Mio. Euro. Für 2019 gehen die Ökonomen von Euler Hermes jedoch von stagnierenden Pleiten in der Bundesrepublik aus.
Weltweit betrachtet geht der Kreditversicherer mittlerweile längst von einer Trendwende bei den Unternehmensinsolvenzen aus. "Seit Anfang 2018 gab es in der Hälfte der von Euler Hermes monatlich analysierten Ländern mehr Pleiten als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr gehen wir von achtProzent mehr Insolvenzen aus und im kommenden Jahr kommen weitere fünf Prozent hinzu. Haupttreiber dieser Entwicklung ist vor allem China. Dort verschwinden aktuell viele ‚Zombie-Unternehmen‘ vom Markt, die dort lange Zeit künstlich am Leben gehalten wurden. Diese Marktbereinigung setzt sich auch 2019 weiter fort", erläutert Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes und stellvertretender Chefvolkswirt der Allianz. Dazu kommen zahlreiche wirtschaftliche und politische Risiken, Handelsbarrieren, eine teilweise hohe Verschuldung von Unternehmen und dadurch steigenden Kreditrisiken, heißt es beim Kreditversicherer weiter.
Unternehmensinsolvenzen · Creditreform · Euler Hermes · Kreditversicherer
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