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Politik & Regulierung

China: Verhaftung der Huawei-Finanzchefin entfacht heiße Debatte um D&O-Versicherung

Von Heng YanTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Verhaftung der Finanzchefin des Technologieunternehmens Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada auf den Auslieferungsgesuch der USA hat in der chinesischen Geschäftswelt heftige Debatten ausgelöst. Im Fokus steht dabei nicht nur die vermeintlich "abscheuliche Hegemonie" der USA, sondern auch über die Risiken von Geschäftsreisen im Ausland in möglichen ähnlichen Lagen. In diesem Zusammenhang wird die in China fast in Vergessenheit geratene D&O-Versicherung wieder thematisiert.

Ob die Finanzchefin tatsächlich eine D&O-Versicherung abgeschlossen hat, ist bei Huawei nicht zu erfahren. Konzern-Mitarbeiter berichten jedoch, dass das Unternehmen gegenüber ihnen sehr großzügig sei. Demnach soll der Technologiekonzern für zahlreiche Mitarbeiter die Kosten für verschiedene Versicherungspolicen bezahlen. Unabhängig davon wird indes diskutiert, ob eine Versicherung in solchen Fällen überhaupt was nutzt. So verneinen Rechtexperten beispielweise die Schutzfunktion einer chinesischen D&O-Versicherung, da solche Policen nur für jene Schäden aufkommen, die Manager ihrem Arbeitgeber oder Dritten hinzugefügt hätten. Im Fall von inhaftierten Managerin Meng ist daher wohl eher eine Rechtsschutzversicherung von Bedeutung sein. Experten haben jedoch große Zweifel daran, ob diese im westlichen Ausland überhaupt greifen würde.

In der Tat sind die D&O- und Rechtsschutzversicherungen in China bislang noch nicht sonderlich weit verbreitet. Schätzungen zufolge haben nicht einmal zehn Prozent der chinesischen Manager eine D&O-Police abgeschlossen. Noch weniger haben eine entspreche Rechtsschutzpolic. Auf der Angebotsseite tun die Versicherer offenbar auch nicht viel, um den eigentlich aussichtsreichen Markt zu erschließen. Als erster Versicherer hat Ping An bereits im Jahr 2003 eine D&O-Versicherung auf den Markt gebracht, allerdings in der Zusammenarbeit mit Chubb aus den USA. Dabei war der Versicherungskonzern zum damaligen Zeitpunkt aufdas Fachwissen der US-Amerikaner angewiesen, um das bis dahin auf dem chinesischen Markt völlig unbekannte Versicherungsprodukt zu entwickeln. Derzeit bieten nur einige wenige Versicherer im Reich der Mitte D&O-Produkte, darunter sind Ping An, AIA und Huatei. Die Gründe dafür liegen laut einer Studie von Chinas größter Bank ICBC in den mangelhaften gesetzlichen Regelungen zur Haftpflicht für die Manager. Immerhin haben die meisten Bankmanager eine D&O-Versicherung. Dies liegt aber vor allem daran, dass die Banken in China wie die im Westen unter schärfer Aufsicht stehen.
China · D&O-Versicherung · Huawei · Meng Wanzhou
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