VGH-Direktion in Hannover
VGH-Direktion in HannoverQuelle: Patrice Kunte
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VGH erwartet für 2018 einen "ordentlichen" Abschluss

Von Claucia Schmidt-WehrmannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) wird  trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für das Jahr 2018 einen "ordentlichen" Abschluss vorlegen. Vorstandschef Hermann Kasten zeigte sich bei der Vorstellung der vorläufingen Jahreszahlen mit dem zu erwartenden guten versicherungstechnischen Ergebnis ebenso zufrieden wie mit der Tatsache, dass die Marktanteile in allen wichtigen Sparten unverändert hoch ausfallen.

Die nächsten Jahre werden aber nach Auffassung von Kasten nicht leichter werden. Er erwartet steigende Schadenbelastungen durch den Klimawandel, teure Technik in Fahrzeugen, Haushalten und Betrieben sowie wachsende Cyberrisiken. Handlungsbedarf sieht er in der Industrieversicherung, bei Kfz-Großflotten und im Geschäft mit Kommunen. Die VGH gebe daher auch der Stärkung der Ertragskraft und dem Ausbau der Sicherheitsmittel im Kundeninteresse klaren Vorrang vor Wachstum um jeden Preis.

Die VGH Versicherungen weisen nach vorläufigen Zahlen Beitragseinnahmen in Höhe von 2,21 Mrd. Euro aus. Das Minus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat die Provinzial Lebensversicherung  zu  verantworten, die mit 654,8 Mio. Euro bei den Beitragseinnahmen einen Rückgang von 4,7 Prozent ausweisen wird.  Dies konnte auch nicht durch das bescheidene Plus der Landschaftlichen Brandkasse von 0,8 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro und dem mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 309,4 Mio. Euro weiter auf Wachstumskurs befindlichen Kankenversicherungen (Provinzial und Alte Oldenburger) wettgemacht werden.

Wachstumsträger bei der Muttergesellschaft Landschaftliche Brandkasse, die das Kompositgeschäft betreibt, waren den Angaben zufolge die Sachversicherungen (+2,2 Prozent) und hier insbesondere die Wohngebäudeversicherung (+3,9 Prozent), während die Kfz- Versicherung wegen weiterer Bestandsbereinigungen im Flottengeschäft und bei Autohauspolicen ein Beitragsminus von 1,4 Prozent ausweisen wird. Die Schadenbelastung fällt wegen des Sturms „Friederike“ und millionenschwerer Feuer-Großschäden vorraussichtlich mit 822 Mio. Euro um 4,3 Prozent höher aus als im Vorjahr. Positiv vermerkt wurde aber, dass der Schadenaufwand in der Kfz-Versicherung deutlich unter den Vorjahren liegen wird. Die höhere Schadenquote kann durch die erneut gedrückte Koistenquote gedämpft werden. Die Combined Ratio wird mit 90,4 Prozent nur wenig höher als im Vorjahr mit sehr niedrigen 88,3 Prozent liegen. Ein gegenüber dem über Plan liegenden Kapitalergebnis des Vorjahres deutlich gesunkener Ertrag wird den Bruttoüberschuss auf 65 (Vorjahr:103) Mio. Euro reduzieren.

Bei der Provinzial Leben trug das deutlich zurückhaltender abgeschlossene Einmalbeitrags-Geschäft (160 Mio. Euro nach 183 Mio. Euro) zu dem Rückgang der Beitragseinnahmen bei. Allerdings werden auch die laufenden Beiträge mit 463 Mio. Euro unter Vorjahr liegen. Bemerkbar machen sich die hohen regulären Vertragsabläufe aus abschlussstarken älteren Jahrgängen. Ein Run-off wird es wie erneut betont wird bei der Provinzial nicht geben. Dass die Kunden auf die Garantien vertrauen können, unterstreicht den Angaben nach die Überschussdeklaration für 2019. Die Gesamtverzinsung liegt unverändert bei 4,0 Prozent ebenso die laufende Verzinsung mit 2,5 Prozent. Das Kapitalanlageergebnis dürfte auf  rund 290 (393) Mio. Euro schrumpfen. Daher müssen zur Dotierung der Zinszusatzreserve  auch Reserven realisiert werden, obwohl dafür mit Blick auf die beschlossenen Modifikationen nur 52 (142) Mio. Euro veranschlagt werden. Der Rohüberschuss wird auf 132 (250) Mio. Euro hochgerechnet.

Unter dem Stichwort "kontrollierte Offensive" will die VGH weiter konsequent am versicherungstechnischen Ergebnis arbeiten und gleichzeitig gezielt Wachstumsfelder erschließen. Dazu bietet die Gruppe neue Produkte mit zusätzlichen Leistungen beispielsweise in der Privathaftpflicht, Wohngebäude- und Hausratversicherung an. Die Digitalisierung wird mit neuen Kunden-Apps und einem ePostfach zur Verwaltung der VGH-Dokumente und eigenen Unterlagen sowie mit innovativen Kooperationen wie mit insurLab Germany vorangetrieben.

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