Mario Greco, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe
Mario Greco, Vorstandsvorsitzender der Zurich GruppeQuelle: Zurich
Köpfe & Positionen

Greco: "Ich bin sicher, dass die Liste der größten Versicherer in zehn Jahren ganz anders aussehen wird"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Jüngst konnte Zurich-Vorstandschef Mario Greco den versammelten Investoren stolz die Bilanz seines harten Sanierungsprogrammes präsentieren. Geht es allerdings um die Zukunft der Branche, fürchtet der Italiener einen "perfekten Sturm", den nicht alle großen Versicherer überleben werden.
"Bislang war die Branche sehr stabil. Wenn wir beispielsweise die Liste der weltweit zehn größten Versicherungsunternehmen nach Marktkapitalisierung betrachten, haben sich hier in den letzten zehn Jahren nur wenig Veränderungen ergeben. Doch die Branche wird sich in den nächsten zehn Jahren stärker verändern. Ich bin sicher, dass die Liste der größten Versicherer dann ganz anders aussehen wird. Einige Namen werden verschwinden, andere deutlich größer werden", konstatiert Mario Greco in einem Interview mit dem Handelsblatt. Ein konkretes Beispiel: "Ping An ist ein erfolgreiches Unternehmen. Sie sind beim Thema innovative Leistungen weit vorn. Vor diesem Hintergrund schauen wir sie uns sehr genau an. Aber sie haben ihre Expertise vor allem in China, wo vieles in unserem Sektor doch anders ist als hier. Sie verfügen allerdings über eine sehr hohe Ausstattung an Kapital und Technologie - sie könnten also ein Treiber der Disruption werden.
Gleichzeitig erteilte der Zurich-Chef einer größeren Übernahme eine klare Absage: "Wir streben keine Übernahme eines großen internationalen Wettbewerbers an. Grenzüberschreitende Transaktionen werden für uns nie interessant sein. Wir glauben einfach nicht daran, dass uns das nützt". Allerdings hat Greco im Zeitungsinterview eine klare Meinung darüber, dass Zahl großer Deals im ersten Halbjahr einen Rekordwert erreicht hat: "Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen liegt es an den nach wie vor extrem niedrigen Marktzinsen, die viele dazu anstacheln, sich nach Akquisitionsmöglichkeiten umzusehen. Außerdem ist es das Streben nach Größe und Skaleneffekten. Viele Zukäufe sind am Ende aber wenig erfolgreich und führen zu Ineffizienzen und langen Integrationsprozessen. Bei Zurich ziehen wir Akquisitionen nur in Erwägung, wenn sie unser Geschäft in den jeweiligen lokalen Märkten stärken können.
Zurich · Mario Greco
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