Schwere Landeversuche für die Friedenstaube
Schwere Landeversuche für die FriedenstaubeQuelle: Bernd Kasper / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

US-Anwälte fordern zehn Milliarden Dollar Schadenersatz vom Iran

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind bekanntlich seit Jahren nicht gerade die Besten. Spätestens mit US-Präsident Donald Trump nehmen die Vereinigten Staaten wieder eine härtere Haltung gegenüber der Islamischen Republik ein. Besondere Brisanz haben dabei die Pläne einer Anwaltskanzlei Osen und dem US-Anwalt Tab Turner: Diese wollen vor Gericht eine Sammelklage gegen den Iran  wegen der Produktion von Sprengsätzen, die US-Soldaten getötet oder verwundet haben. Das Ziel: Eine Schadenersatzzahlung über zehn Mrd. US-Dollar.
Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel Online berichtet, vertreten die Juristen Angehörige von US-Soldaten, die im Irak durch Waffen getötet oder schwer verwundet wurden, die nachweislich in der Islamischen Republik produziert worden seien. Dabei seien auf mehr als 100 Seiten entsprechende Fälle dokumentiert, in denen die US-Soldaten entweder durch Granaten aus iranischer Produktion oder durch EFP-Sprengsätze ("Explosively formed penetrator") getötet oder verwundet wurden. Seit Monatg werde nun darüber verhandelt, noch diese Woche soll US-Distriktrichterin Collen Kollar-Kotelly über die Zulassung entscheiden. Iranische Vertreter seien indes nicht vor Gericht anwesend. Im Unterschied zu vorherigen Versuchen, trauen Beobachter den beiden Juristen durchaus einen Erfolg zu. So gelten beide als Spezialisten für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit "Counter Terrorism", die auf Schadensersatzforderungen hinauslaufen. Sollte ihr Beweismaterial tatsächlich überzeugen, könnten weitere Klagen folgen, heißt es weiter.

Deutlich weniger Todesopfer durch Terrorakte

Immerhin ist die zahl der Todesopfer durch Terrorismus im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Laut Global Terrorism Index (GTI) des Institute for Economics & Peace (IEP) kamen 2017 weltweit insgesamt 18.814 durch Terrorakte ums Leben. Dies entspricht einem Rückgang von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am stärksten von terroristischen Angriffen mit mehr als 1.000 Todesopfern waren demnach Afghanistan, Irak, Nigeria, Somalia und Syrien betroffen. Immerhin 19 Länder verzeichneten dabei weniger als 100 Todesopfer. Den größten Anstieg verzeichneten im letzten Jahr indes Somalia und Ägypten: bei einem Anschlag in Somalia kamen demnach 587 Menschen ums Leben und bei einem weiteren in Ägypten 311 Menschen.
In Nordamerika und Europa wächst indes vor allem die Gefahr durch rechtsextrem motivierte Terrorakte. Allein in den vier Jahren zwischen 2013 und 2017 gab es 66 Todesfälle und 127 Anschläge, die in Westeuropa und Nordamerika von rechtsextremen Gruppen und Einzelpersonen verursacht wurden. Im Jahr 2013 gab es keine Todesfälle, verglichen mit 17 im Jahr 2017. Die meisten der Anschläge wurde von einzelnen Akteuren mit rechtsextremen, weiß-nationalistischen oder antimuslimischen Überzeugungen begangen. Insgesamt verzeichnete Westeuropa jedoch einen deutlichen Rückgang des Terrorismus um 52 Prozent, wobei Frankreich, Deutschland und Belgien alle einen deutlichen Rückgang von Todesfällen durch den Terrorismus verzeichneten. Im Jahr 2017 sank die Zahl der Todesfälle auf 81 im Vergleich zu 168 im Vorjahr. Dieser Trend hat sich bis ins Jahr 2018 fortgesetzt, wobei bis Oktober 2018 nur acht Todesfälle zu verzeichnen waren.
Zusammen mit dem Rückgang des Terrorismus sind auch die weltwirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus 2017 um 42 Prozent auf 52 Mrd. US-Dollar zurückgegangen, teilte das IEP mit. Dabei entfielen 72 Prozent der wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus auf Todesfälle, während der Rest auf BIP-Verluste, Sachbeschädigungen und nicht tödliche Verletzungen zurückzuführen war. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus dürften jedoch viel höher ausfallen, da diese Zahlen nicht die indirekten Auswirkungen auf Unternehmen, Investitionen und die Kosten der Sicherheitsbehörden bei der Terrorismusbekämpfung berücksichtigen.

Bundesbürger fürchten sich mehr vor Trump

Immerhin: Bei den Deutschen steht die Sorge vor terroristischen Attacken indes nicht an der Spitze. So fürchten diese eher, dass die Welt durch die "Amerika First"-Politik des US-amerikanischen Präsidenten gefährlicher wird. Dies geht aus der jüngsten Langzeitstudie der R+V zu den Ängsten der Deutschen hervor. Die Attacken von Donald Trump auf internationale Vereinbarungen, auf den Freihandel, auf die EU und nicht zuletzt auf das deutsche Wirtschaftssystem haben dazu geführt, dass die 27. Ausgabe der Langzeitstudie der R+V zu den Ängsten der Deutschen eine Novität aufweist: Statt um eigene wirtschaftliche Probleme oder die Folgen von Terrorismus kreisen ihre Sorgen um die Auswirkungen, die die rabiate Politik des US-Präsidenten für den Weltfrieden mit sich bringt.
Schadenersatz · Sammelklage · USA · Iran
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