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Swiss Re fürchtet Trendwende bei der Lebenserwartung

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Menschen bekanntlich immer älter - ein Trend, welcher auch dank des medizinischen Fortschritts stetig nach oben ging. Allerdings: In den letzten Jahren hat sich der Rückgang der Sterblichkeit in einigen Industrieländern verlangsamt. Dies geht aus der neuen Sigma-Studie der Swiss Re hervor. Eine wesentliche Ursache sehen die Experten dabei vor allem durch einen stärkeren Einfluss von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob es sich dabei um ein temporäres Phänomen oder eine Trendwende handelt, vermöchte der Rückversicherer zwar nicht zu sagen - die Folgen für Versicherer und Pensionskassen sind indes weitreichend.
Statistiken zu Todesursachen zeigen, dass der verlangsamte Sterblichkeitsrückgang durch den Mangel weiterer Fortschritte in der Behandlung verbreiteter Krankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingt sein könnte, heißt es in der neuen Sigma-Studie. Die negative Entwicklung der Kreislauferkrankungen ist hier ein wichtiger Faktor. Dabei gelten Lebensgewohnheiten wie ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel - und nicht etwa Rauchen oder Alkoholkonsum - als offensichtlichste Erklärungen für die aktuelle Entwicklung. Die neue Studie mache daher deutlich, dass die Hauptaufgabe des Gesundheitswesens künftig darin bestehen müsse, Krankheitszeichen und -symptome frühzeitig zu erkennen und das weitere Fortschreiten von Erkrankungen sowie Gesundheitsprobleme im Allgemeinen zu verhindern. Digitale Gesundheitstools wie die Telemedizin und Wearables können eine wichtige Rolle in der künftigen Steigerung der Lebenserwartung spielen, betont die Swiss Re. Diese Technologien würden nicht nur den Zugang zu medizinischer Betreuung verbessern, sondern auch den Marktwettbewerb um weniger aufwendige und preisgünstigere Optionen fördern.
Für Versicherer und Pensionskassen seien entsprechende Trendwenden bei der Sterblichkeit von eminenter Bedeutung, da dieses Risiko nicht einfach "diversifiziert" werden kann. "Wir befinden uns vielleicht am Beginn einer neuen Ära, in der es keine Verbesserung der Lebenserwartung gibt. Die Entscheidungsträger in der Versicherungsbranche müssen aufmerksam beobachten, was für Auswirkungen diese Unsicherheit in den kommenden Jahren auf Preisgestaltung, Reservierung und Policen hat", betont Paul Murray, Chief Pricing Officer, Life & Health Products Centre der Swiss Re. So würde eine zu konservative Preisbildung, mit dem Ziel, sich gegen künftige Entwicklungen der Sterblichkeit abzusichern, Renten- und Lebensversicherungen nur unnötig verteuern. Andererseits würde eine vorschnelle Korrektur der Annahmen zu Langzeit-Sterblichkeitstrends fast unweigerlich zu einer starken Belastung der Bilanzen führen, sobald Verbindlichkeiten neu bewertet werden, um der revidierten Lebenserwartung Rechnung zu tragen, heißt es beim Rückversicherer weiter.
Swiss Re · sigma-Studie
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