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Rogier Minderhout lobt und kritisiert Merz´ Aktienplan

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Friedrich Merz will Aktiensparen zur Altersvorsorge steuerlich begünstigen. Vor dem Hintergrund seiner Vergangenheit beim größten Investmenthaus Blackrock hat der Vorschlag des CDU-Vorsitz-Kandidaten ein Geschmäckle. Die Kritik folgte umgehend.  Rogier Minderhout, Geschäftsführer von myPension Altersvorsorge findet die Idee gut, aber ohne Hilfe des Finanzamtes.

"Der Vorstoß von Friedrich Merz, mit Aktienkäufen für die Rente vorzusorgen, ist richtig – eine neue steuerliche Regelung ist aber nicht notwendig. Bereits heute gebe es steuerliche Anreize, diese müssen nur ausgebaut werden.“ Er nennt die nachgelagerte Ertragsbesteuerung bei der privaten Rentenversicherung. Bei einer Auszahlung der Beträge nach 12 Jahren Laufzeit und wenn das 62ste Lebensjahr vollendet sei, bleibe die Hälfte der Erträge steuerfrei. 

"Diese Steuervorteile lassen sich einfach ausbauen, um den Anreiz zu steigern", sagt Minderhout. Er schlägt vor, die ersten 100.000 Euro Ertrag aus der privaten Rentenversicherung vollständig steuerfrei zu belassen. Die bestehende 12 / 62 Regel gibt den Anreiz, das Geld bis zum Rentenalter zu sparen. "Das ist ein starker Anreiz, ohne dass große neue Gesetze notwendig sind", erklärt Minderhout. Diese Lösung wäre auch sozial gerecht, "da der Steuervorteil für höhere Vermögen gedeckelt ist". 

Die Kosten dafür schätzt Minderhout auf etwa 10.000 Euro je Vertrag. Wenn tatsächlich 800.000 Rentner den Vorteil nutzen würden, ergebe sich theoretisch ein Steuerausfall von acht Milliarden Euro in der Zukunft. In der Praxis würden es weit weniger sein, weil es hier um Erträge gehe, "die es heute gar noch nicht gibt". "Bei Ausgaben von fast 100 Milliarden Euro jährlich für die Rentenversicherung ist das ein günstiger und effizienter Weg, die private Vorsorge einen massiven Impuls zu geben“.

Kritik an Merz

Andere beurteilen den Vorschlag von Merz weit weniger freundlich: "Ein milliardenschwerer Gefallen für Reiche und vor allem für seine Kollegen bei Blackrock", nennt es SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Argumentativ ähnlich aber in der Wortwahl direkter drückt es Linken-Finanzexperte Fabio De Masi aus: "Aktien aus Steuermitteln subventionieren zu wollen, zeugt von einer billigen Schnorrer-Mentalität der Blackrock-Gruftis." Kritik kam auch aus der eignen Partei. Der Arbeitnehmerflügel der Christdemokraten möchte eine Stärkung der gesetzlichen Rente anstatt Vorteile für Aktienkäufe.

Lob bekam Merz für seine Pläne vom FDP-Chef Christian Lindner und vom Fondsverband BVI.

CDU · Rogier Minderhout · Aktienmärkte
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