Detlef Speer, Hauptabteilungsleiter Schadenservice bei der Helvetia Versicherung im Interview mit der Versicherungswirtschaft
Detlef Speer, Hauptabteilungsleiter Schadenservice bei der Helvetia Versicherung im Interview mit der VersicherungswirtschaftQuelle: Alexander Kaspar
Köpfe & Positionen

Was kann "KI" im Schadenmanagement wirklich leisten?

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
GDV-Präsident Wolfgang Weiler sagt zum Thema Künstliche Intelligenz: "KI ist die Schwelle eines neuen Zeitalters" und für den visionären Auto- und Raketenhersteller Elon Musk ist "KI gefährlicher als Atomwaffen" (so geäußert auf dem Digitalkongress SXSW in Austin). Welchen Stellenwert das Thema auch für die Chinesische Regierung hat zeigt die Tatsache, dass man in Peking bis zum Jahr 2030 mit einem Geschäftsvolumen von bis zu 150 Mrd. US Dollar jährlich mit Künstlicher Intelligenz rechnet. Dabei sind die Kosteneffizenzpotenziale der KI für die Versicherungswirtschaft in ihren eigene internen Abläufen noch gar nicht quantifiziert wurden. Im Interview mit dem Schaden-Chef der Helvetia geht es um die möglichen Einsatzgebiete der KI und was es mit dem Stichwort "schwache künstliche Intelligenz" auf sich hat.

Dank Hollywood ist das Thema künstliche Intelligenz aufgeladen und mythologisiert wie kaum ein anderes, das ist zumindest die Beobachtung von Detlef Speer, Hauptabteilungsleiter Schadenservice bei der Helvetia Versicherung. Speer befasst sich mit der Fragestellung, welchen Mehrwert KI für die Kundenbeziehungen in der Assekuranz tatsächlich generieren kann? Auch wenn das Thema durchaus schon länger in den Köpfen von Forschung und Wissenschaft herumgeistert - bereits 1943 wurden schon neuronale Netze erdacht und als Möglichkeit betrachtet - KI gewinnt erst seit den letzten Jahren, Dank neuer Rechner, neuer System und Programme und Dank neuer Hardware an kritischer Größe. Heute können Daten strukturiert werden, Maschinen mit diesen "gefüttert" und zum "deep learning" programmiert werden. Damit kann schon heute das "Asset" Zeitersparnis für die Versicherer gehoben werden. Aber, so fragt Speer: "Wie viel KI braucht der Mensch? - Wie viel Mensch braucht die KI?" Speer geht es in seiner Betrachtung auch um die "De-Mythologisierung" des Themas, wie er im Video-Interview mit VWheuteTV erläutert. 

Auch wenn der Mensch heute noch nicht weiss wo sie liegen, es gibt jedoch Grenzen des maschinenellen Lernens, Grenzen für die KI, denn unter Experten ist die Einsicht Allgemeingut, dass die menschliche Intelligenz der künstlichen meilenweit überlegen ist und auch bleiben wird. Nach drei Versuchen weiss jedes Kind, was eine Katze ist, Maschinen jedoch müssen mit Millionen Katzenbildern gefüttert werden, bis sie eine weitestgehende korrekte Identifikation abliefern. Doch schon heute gibt es erste, erfolgversprechende Anwendungen, wie die automatisierte Dokumentenverarbeitung im Schadenmanagement, Chat-Roboter oder die Fähigkeit mittels Datenanalyse Versicherungsbetrug auf die Schliche zu kommen. Wie weit die Branche hier schon ist, diskutierten Michael Rodenberg, Geschäftsführer der Eucon Digital GmbH, Peter Albrecht, Claims Manager Germany bei Chubb European SE, Rainer Bartzsch, Regional Head of Claims CEE bei der Allianz Global Corportae & Speciality SE unter der Moderation von Peter Philipp, Abteilungsdirektor Haftpflicht-, Unfall-, Sachschaden bei der SV Sparkassenversicherung und stellvertretender Vorsitzender der Kommission Sach-Schaden beim GDV.  

künstliche Intelligenz
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