Ottonova plant den Angriff auf Etablierte
Ottonova plant den Angriff auf EtablierteQuelle: Meisenmuehle / www.pixelio.de / PIXELIO
Unternehmen & Management

Ottonova nutzt Anpassung der Bemessungsgrenze für Werbeoffensive

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Kommt in die private Krankenversicherung, wir haben bessere Leistung und niedrige Beiträge" – so lässt sich eine aktuelle Pressemitteilung von Ottonova zusammenfassen. Das Unternehmen buhlt um Kunden, die Anwerbung neuer Vollzahler schien zuletzt nur mäßig zu gelingen. Die Konkurrenz wird beim Werben ebenfalls erwähnt.

"Freiwillig gesetzlich Versicherte werden im nächsten Jahr für ihre Krankenversicherung erneut tiefer in die Tasche greifen müssen […], schreiben die Münchener und zählen als Gründe auf, dass in der Krankenversicherung die Beitragsbemessungsgrenze und in der Pflegeversicherung der Bemessungssatz angehoben werden. Ein Tarif in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung komme Einkommensstarke "deutlich günstiger zu stehen", und zwar bei "erheblich besseren Leistungen", schreiben die Münchener weiter und werben für ihren Vollschutz.

 

Günstiger als Mitbewerber?

 

Der digitale Krankenversicherer war zuletzt in den Fokus gerückt, als eine große Wirtschaftszeitung meldete, dass das Unternehmen weniger als 1.000 Kunden vollversichere. Offenbar versuchen die Münchener auf den letzten Metern des Jahres 2018 noch ein paar Kunden zum Wechsel in ihre PKV zu überreden.

 

Das Unternehmen rechnet damit, künftig "einen der Besten, wenn nicht sogar den besten Beitrag am Markt zu haben", da bei Ottonova mit einem geringeren Rechnungszins kalkuliert würde als bei Mitbewerbern. Das erklärte Bernhard Brühl, Vorstand bei Ottonova, Ende September gegenüber VWheute, als das Unternehmen in der Kritik stand, unterdurchschnittliche Leistungen und Prämien zu bieten.

 

Den Sachverhalt mit dem Rechnungszins greift der Digitalversicherer auch in der Pressemitteilung auf: "Die Tarife von Ottonova sind mit einem niedrigen Rechnungszins von 1,25 Prozent kalkuliert, was einer realistischen Kapitalmarktrendite entspricht." Tarifen anderer Versicherer würden in der Regel einen "deutlich höheren Rechnungszins von durchschnittlich 2,8 Prozent" zugrunde legen.

Die etablierten Versicherer werden daher "zwangsläufig ihre Beiträge erhöhen müssen", wenn sie die "Kapitalrendite für ihre Versicherten nicht mehr erzielen können". Die Beiträge von Ottonova würden demgegenüber "deutlich stabiler bleiben".

 

Es scheint, als wäre die Zeit der Zurückhaltung bei den Münchenern vorbei, es wird mit allen erlaubten Mitteln um den Kunden gerungen.

 

Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag wurde nachträglich angepasst.

Ottonova · PKV · 2019
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