Der Branchenprimus Ping An Versicherung im Finanviertel von Schanghai.
Der Branchenprimus Ping An Versicherung im Finanviertel von Schanghai.Quelle: Heng Yan
Märkte & Vertrieb

Chinesische Versicherer geraten wegen Genmanipulationen in die Kritik

Von Heng YanTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Nachricht über Genmanipulation am Menschen von He Jiankui in China hat jüngst weltweit für Kritik und Empörung gesorgt. Auch 122 namenhafte chinesische Wissenschaftler kritisieren das Experiment in einer gemeinsamen Erklärung scharf. Die Regierung erklärte die Experimente nun für illegal und kündigte Untersuchungen an. Die Folgen reichen jedoch bis in die Versicherungsbranche.
Demnach berichtete das Finanzmagazin Caijing, dass ein Forscherteam um He Jiankui im Vorfeld eine Vereinbarung mit den Eltern der zwei genmanipulierten Babys im Vorfeld getroffen habe. Dabei habe sich das Team dazu verprlicht, eine Versicherung namens Anxingbao beim Branchenprimus Ping An zugunsten der Kinder abzuschließen. Durch diese Police sollen eventuelle notwendige medizinische Behandlungen und der Tod versichert werden und zwar ab dem Zeitpunkt der Geburt der Kinder bis zum Alter von 25 Jahren. Eine spezielle Klausel in der Vereinbarung garantiert zudem, dass der Versicherer und das Forschungsteam eine unendliche Haftung für von der Genmanipulation verursachte Krankheiten der beiden Kinder leisten werden.

Nun erklärte der Versicherer Ping An, dass dessen Police die Schäden durch eine Genmanipulation nicht versichern könne. Außerdem sei das Produkt Unternehmensangaben zufolge bereits im April 2017 eingestellt worden. Die Banken- und Versicherungsaufsichtsbehörde soll Medienberichten zufolge nun Ermittlungen eingeleitet haben. Dabei soll festgestellt werden, ob das Forschungsteam tatsächlich eine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat und ob Ping An Genmanipulation an Menschen versichert.

Ein anderer namenhafter Versicherer, die Taikang Life, gerät im Zuge des Skandals ebenfalls in die Kritik. Die Taikang besitzt 26,4 Prozent der Anteile am Krankenhaus He Mei in Shangzhen. Das Krankenhaus soll ein Ethik-Gutachten für das Gen-Experiment erstellt haben, das diese Genmanipulation als unbedenklich bewertet hat. Die Taikang gab prompt eine Stellungnahme ab, wonach das Unternehmen als Teilinhaber mit dem Tagesgeschäft des Krankenhauses nichts zu tun habe . Zudem hätte man die Gesundheitsbehörde gebeten, eine Untersuchung gegen das Krankenhaus einzuleiten.

Ping An · China · Genmanipulation
Auch interessant
Zurück
20.11.2018VWheute
Nach Hannover Rück und Signal Iduna: Ping An über­schüttet Finleap mit frischem Kapital Der Fintech Company Builder Finleap darf sich über einen …
Nach Hannover Rück und Signal Iduna: Ping An über­schüttet Finleap mit frischem Kapital
Der Fintech Company Builder Finleap darf sich über einen neuen Geldregen freuen - und das nicht zu knapp. Wie das Unternehmen zu Wochenbeginn mitteilte, beteiligt sich vom Ping An Global …
19.11.2018VWheute
KI-Mimik-Analyse prüft Kredit­wür­dig­keit Die hochfliegenden Technologiepläne von Ping An nehmen immer konkretere Züge an. Der chinesische …
KI-Mimik-Analyse prüft Kredit­wür­dig­keit
Die hochfliegenden Technologiepläne von Ping An nehmen immer konkretere Züge an. Der chinesische Versicherer hat unter anderem eine Anwendung namens Smart Expression entwickelt, welche die Mimik von Menschen erkennen und …
07.11.2018VWheute
Ping An erhöht Anteil an briti­scher Bank HSBC Chinesische Versicherungskonzerne investieren derzeit gerne in ausländische Unternehmen. Jüngestes …
Ping An erhöht Anteil an briti­scher Bank HSBC
Chinesische Versicherungskonzerne investieren derzeit gerne in ausländische Unternehmen. Jüngestes Beispiel: Der Vermögensverwalter des chinesischen Versicherers Ping An hat seinen Anteil an der britischen Großbank HSBC von fünf auf …
30.05.2018VWheute
Chine­si­sche Finanz­auf­sicht verkauft Anbang-Vermögen Dem einst extravagante Versicherer Anbang geht es finanziell offenbar schlecht. Die …
Chine­si­sche Finanz­auf­sicht verkauft Anbang-Vermögen
Dem einst extravagante Versicherer Anbang geht es finanziell offenbar schlecht. Die chinesische Regierung hat Anfang April vom Nationalen Fonds für Sozialabsicherung umgerechnet 8,17 Mrd. Euro als Kapitalspritze an Anbang …
Weiter