Ist der PKV-Verband der Innovationsmotor bei Arzneimitteln?
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Politik & Regulierung

PKV-Verband sieht sich bei Arzneimitteln als Innovationsmotor

Von Manfred BrüssTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) hat seine Analyse der Arzneimittelversorgung von Privatversicherten vorgestellt und zugleich einen Vergleich mit der Lage in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gezogen. PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach erklärte bei der Vorstellung der Studie vor der Presse in Berlin, die Ergebnisse seien ein Beleg dafür, dass der Systemwettbewerb zwischen GKV und der privaten Krankenversicherung (PKV) funktioniere und sich die PKV bei Arzneimitteln als „Innovationsmotor“ erweise.

Frank Wild, einer der drei Studienautoren, sagte, die Auswertung der Ergebnisse zeige, dass die PKV bei der Einführung von neuen Medikamenten überproportionale Marktanteile habe. Bei der Auswertung der Daten des Jahres 2016 wurde Arzneimittelabrechnungen von 18 PKV-Unternehmen, die über einen Marktanteil bei den Versicherten von 91,1 Prozent verfügten, berücksichtigt und hochgerechnet.

 

Der durchschnittliche Marktanteil bei neuen Medikamenten im Jahr 2014 habe für die PKV 33,1 Prozent betragen, obwohl PKV-Versicherte an der Bevölkerung nur einen Anteil von elf Prozent hätten, erklärte Wild. In den beiden Folgejahren hätten sich dann die GKV-Verordnungszahlen in etwa verdoppelt, was den PKV-Anteil auf 14,1 bis 15,6 Prozent dann gedrückt habe. Die Ursache liege im Amnog-Verfahren (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz - Amnog), bei dem etwa ein Jahr nach Einführung eines Medikaments festgestellt wird, ob dieses von der GKV als wirtschaftlich angesehen wird. Solange dieses Verfahren laufe, würden Ärzte nur sehr zögerlich die neuen Präparate an GKV-Patienten verschreiben.

 

PKV-Versicherte steuerten 835 Millionen Euro zusätzlich ins System

 

Zwischen PKV und GKV gibt es bei der Arzneimittelversorgung erhebliche regulatorische Unterschiede. Ohne Berücksichtigung der Arzneimittelrabattverträge in der GKV lägen die Arzneimittelausgaben gar nicht so weit auseinander. 2016 fielen je Arzneimittelverordnung in der PKV 53,36 Euro an; in der GKV waren es 50,59 Euro. Durch Rabattverträge konnte die GKV allerdings im Betrachtungsjahr Einsparungen über 3,852 Milliarden Euro realisieren. Dadurch sank der durchschnittliche Verordnungspreis auf 44,79 Euro.

 

Im Ergebnis kam die PKV 2016 bei Arzneimitteln auf einen Mehrumsatz (als wenn sie gesetzlich krankenversichert gewesen wären) von 835 Millionen Euro. "Diese Summe dient der weiteren Finanzierung neuer pharmazeutischer Innovationen, die dann allen Versicherten zugutekommen", stellt die Studie abschließend fest.

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