Allianz-Chef Oliver Bäte auf dem Handelsblatt Insurance Summit
Allianz-Chef Oliver Bäte auf dem Handelsblatt Insurance SummitQuelle: ak
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Kommentar: Bäte sucht die Balance

Von Dr. Dirk SolteTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
„Im Zweifelsfall die Schnauze halten!“ rät ihm insbesondere die ältere Generation, sagt Oliver Bäte. Im ZEIT-Interview wagt der Allianz-Chef den Spagat, diesen Ratschlag zu beherzigen und sich dennoch zu kritischen Fragen in gesellschaftspolitischen Debatten öffentlich zu äußern.

Vertrauen in einer Demokratie bedarf der Transparenz von Meinungen und Interessen in fairen Diskursen. Öffentlichkeit ist dabei ein wichtiges Element der Fairness. Dafür bedarf es in der von Bäte angesprochenen „Organisationskultur, die auf Zurückhaltung ausgelegt ist“ Führungspersönlichkeiten mit Mut oder einsichtsvollem Egoismus. Welcher der beiden genannten Beweggründe dabei ausschlaggebend ist, das ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass in einer Demokratie auch unbequeme Tatsachen oder Meinungen ausgesprochen werden, gerade wenn sie von Führungspersönlichkeiten kommen, denen ein tiefer Einblick in unser wirtschaftliches System zugetraut wird. So hat Vertrauen eine Chance und Wirtschaft genauso wie Gesellschaft, die Zukunft zu gestalten. Eine der Zukunftsfragen, die Oliver Bäte anspricht, ist der beschleunigte Innovationsprozess.

 

Da gibt es zum einen die Hoffnung darauf, dass die Zerstörung der Digitalisierung kreativ ist und die „race between men and machine“, das Rennen zwischen Bildung und Technologie, zugunsten des Menschen ausläuft. Dafür zu sorgen, sieht Bäte als Verantwortung seiner Allianz. Dem gegenüber steht die Begrenztheit der jährlichen Naturleistung, die für Wertschöpfung jeglicher Art nötig ist. Arbeitsplätze in anderen als den derzeitig wertschöpfenden Unternehmen kann es ja nur geben, wenn zusätzliche Wertschöpfung geleistet werden kann und dafür bedarf es ökologischen Inputs. Der Klimawandel, auch ein akutes Problem der Versicherbarkeit, ist nach Ansicht von zigtausend Wissenschaftlern eine Folge unseres Konsummusters und Konsumniveaus. Die Problemlage ist also alles andere als einfach und die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze ohne ein Kollabieren unseres Ökosystems zu riskieren ist nur mit enormen Investitionen in ressourceneffiziente Produktionsprozesse noch für einen begrenzten Zeitraum denkbar, und nur dann, wenn diese Investitionen auch getätigt werden.

 

Die Debattenkultur ist heute von der Angst geprägt nicht zu wissen, was einem passiert, wenn man Stellung bezieht, die nicht mainstreamkonform ist. Dies kann dazu führen, dass man sich gegenseitig in Sichtweisen bestärkt, die man – ohne sich dessen sicher sich zu sein – für mainstream hält. Das Bäte auf die unbequemen Fragen nach der eigenen Meinung in gesellschaftspolitischen Fragen nicht nur vorsichtig umschreibend, sondern auch mit konkreten Positionen antwortet, macht Hoffnung.

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