250 Branchenvertreter beim MCC-Kongress Innovatives Schadenmanagement in Köln. (Quelle: Alexander Kaspar)
250 Branchenvertreter beim MCC-Kongress Innovatives Schadenmanagement in Köln. (Quelle: Alexander Kaspar)Quelle: Alexander Kaspar
Märkte & Vertrieb

Keine Digitalisierung um jeden Preis beim Schadenmanagement

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Immer mehr Leistung bei abnehmenden Preisen. Der Zwang zur Digitalisierung produziert zunehmend Abrieb und Friktionen der beim Schadenmanagement beteiligten Partner. Das wurde auf dem MCC-Kongress Innovatives Schadenmanagement in Köln deutlich.

Versicherer setzten ihr Dienstleister-Netzwerk auf den Prüfstand, dabei nutzen sie immer mehr automatisierte Verfahren zur Steuerung. Wo geht die Reise hin und wie kann sie auskömmlich für alle Beteiligten gestaltet werden? Auch wenn es kein allgemein gültiges Verfahren gibt, Einigkeit herrschte bei allen Teilnehmern: Digitalisierung nur der Digitalisierung willen ist sinnlos.  

 

Wie sieht das Schadenmanagement der Zukunft aus und wie wollen wir zukünftig mit Dienstleistern zusammenarbeiten? Zur Beantwortung dieser grundsätzlichen Frage hat sich die Signal Iduna ihr Dienstleisternetzwerk angeschaut und auf den Prüfstand gestellt. Verfügte man früher über einen "satt dreistelligen Pool", so wurde dieses Portfolio auf nunmehr nur noch 35 bis 40 Premium-Dienstleister abgeschmolzen, erklärt Thomas H. Jacobi, bei der Signal Iduna verantwortlich für den Bereich Komposit Mengenschaden.

 

Mehr Qualität durch Konzentration lautete hier die Losung, denn der Dienstleister als Problemlöser vor Ort ist mithin auch der Repräsentant des Versicherers und schließlich findet bei diesem Vorgang die Erfüllung des Serviceversprechens statt.

 

Vertrieb und Schadenmanagement

 

War das Schadenmanagement früher reaktiv soll es ab sofort proaktiv und digital gestützt organisiert werden. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Zusatzaufgabe: Wie binden wir den Vertrieb ein? Diese Frage muss jedes Haus für sich selbst beantworten. Grundsätzlich gilt aber, es sind neue Lösungen gefordert, eine einheitliche Infrastruktur muss geschaffen werden, die aber dennoch die individuellen Bedürfnisse der Makler integriert, führt Jacobi aus. Als Lösungsansatz zeichnen sich zunehmend Plattformen ab, die offen für Partner sind, aber zentral gesteuert werden.

 

Solche Entwicklungen lassen bei den angesprochenen Dienstleistern die Alarmglocken schrillen. Ohnehin leiden diese unter dem gestiegenen Kostendruck. Verschärft wird deren Lage durch den allseits beklagten Fachkräftemangel, schließlich bereinigt eine App keinen Wasserschaden im Keller, sondern ganz konkret der Installateur. Es ist also eine zweischneidige Entscheidung, Dienstleister zu drücken und gleichzeitig Qualität zu versprechen.

 

Qualität, Schnelligkeit und Transparenz, das sind die entscheidenden Faktoren, um die Kunden, die alle heute in den Mittelpunkt stellen, für das durchaus ungeliebte Produkt Versicherung zu begeistern. Dessen ist sich Peter Philipp, Abteilungsleiter Haftpflicht-, Unfall- und Sachschaden bei der SV Sparkassen Versicherung in Stuttgart sicher. Dazu wurde in seinem Hause ein neues Tool entwickelt, das dem Ansprechpartner vor Ort ermöglicht, bei einem Termin Besichtigung, Bewertung und Regulierung des Schadens zu organisieren. Wie dies System funktioniert erläutert Philipp im Videointerview.
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Einen Blick in den Maschinenraum der Versicherungswirtschaft warf Markus Troche, Bereichsleiter Kraftschaden bei der Zurich Gruppe. Wie soll ein Unternehmen mit dem Phänomen umgehen, dass der Stellenwert des eigenen Automobils beim Nachwuchs nachlässt? Der Blick wurde auf den gesamten Mobilitätsbereich gerichtet und vier dominante Trends identifiziert. E-Mobilität will der Kunde eher nicht, so die Erkenntnis Troches, auch autonom will er wohl nicht fahren beziehungsweise gefahren werden.

Aber welche Auswirkungen haben diese Trends auf das Versicherungsgeschäft, zu denen auch noch Carsharing und der Bereich Konnektivität zählt? Hier rechnet man in der Branche mit erheblichen Auswirkungen auf das Flottengeschäft und das Schadenmanagement. Wie sich diese Trends im täglichen Geschäft manifestieren erläutert Troche im Videointerview.
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Wie sich die zum Jahresende im Segment Car obligatorische Wechselaktivitäten der Kunden in Deutschland im Jahr 2018 entwickeln, hat Björn Hinrichs analysiert, er ist Vice President Insurance/Health bei Arvato Financial Services. Dabei schälen sich nicht nur neue Trends heraus, sondern so ganz und gar nicht erwartete Ergebnisse. Hier die Einzelheiten im Video.

 

Die Maklerschaft hat hingegen die HDI in Hannover in den Blick genommen und einen eigenen Maklerworkshop veranstaltet. Die überraschenden Ergebnisse erläutert Frank Manekeller, bei der HDI verantwortlich für Haftpflicht-Unfall-Sach-Schaden, in seinem mit Spannung verfolgten Beitrag. Welche Erkenntnisse dabei gewonnen und welche Konsequenzen das für das innere Schadenmanagement hat, erklärt er im Interview.

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In der Podiumsdiskussion "Mobilität im Umbruch - Erfolgsfaktor Schaden" diskutierten die Experten konkrete Fragen zukünftigen Schadenmanagements.

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Bleibt zum Schluss die Frage, was fällt den hochaktiven Insurtechs zum Thema Schadenmanagement ein? Nicht viel, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Zwar gebe es Versuche, sich an einzelne Positionen der Customer Journey anzudocken und Transparenz herzustellen, der ganz große Wurf sei aber nicht in Sicht, erklärt Philipp. Es ist also nicht alles Gold, was digital so im Scheinwerferlicht glänzt.

Schadenmanagement · Signal Iduna · Veranstaltung
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