Cyberangriff - Datendiebstahl
Cyberangriff - DatendiebstahlQuelle: Antje Delater / www.pixelio.de / PIXELIO
Köpfe & Positionen

"Den Cyberangriff kaufe ich mir im Internet"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Für eine Cyberattacke sind keine IT-Kenntnisse nötig. Die nötige Ausstauung kann sich jeder Interessierte in kurzer Zeit im Darknet besorgen, weiß Robert Hannigan, Cyber Security Berater bei Hiscox und ehemaliger Director of Government Communications Headquarters in Großbritannien.

Wer sich vor zehn Jahren in ein System hacken wollte, brauchte viel Ausdauer und vor allem fundierte IT-Kenntnisse, um ans dunkle Ziel zu kommen. Diese Zeiten sind lange vorbei, wie Hannigan bei einem kürzlich stattfindenden Hiscox Cyber Simulation Workshops klar macht.

 

Die Gefahr steige laut dem Experten zudem: "Cyber-Angriffe werden von Jahr zu Jahr umfangreicher und komplexer. Cyber-Kriminelle finden immer neue und bessere Wege, um Daten und Geld zu stehlen."

Ihm zufolge werden Täterprofile genauso wie die verfolgten Ziele immer vielfältiger. Der hackende Teenager gäbe es noch vereinzelnd, doch sei Cyber-Kriminalität "längst ein florierendes Geschäftsmodell geworden" – von der Industriespionage bis hin zur Destabilisierung von Staaten wäre alles möglich.

 

Viele Einfallstore

 

Die zunehmende Digitalisierung wird die Zahl der potentiellen Einfallstore in den kommenden Jahren vervielfachen, glaubt Hiscox. Hannigan sieht vor allem im Internet der Dinge, wachsenden Datenmengen in Clouds, aber auch der digitalisierten Lieferkette zwischen Betrieben zukünftige Risikopotentiale.

 

Viele Unternehmen würden es den Angreifern aber auch zu leicht machen, speziell hierzulande: "Die Anzahl schlecht gegen Cyber-Attacken gerüsteter Unternehmen in Deutschland ist alarmierend. 77 Prozent der deutschen Unternehmen sind sogenannte Cyber-Anfänger, wie der Hiscox Cyber Readiness Report zeigt. Sie verfügen nicht über die nötige Strategie, Ressourcen, Technologien und Prozesse, um adäquat gegen Cyber-Gefahren gewappnet zu sein. Nur 10 Prozent zählen zu den Cyber-Experten."

 

Die Aufklärung solcher Fälle wäre zudem sehr schwierig: "Oft sind die Art und das Ausmaß eines Angriffs zu Beginn noch gar nicht abzuschätzen. Professionelle Angreifer verwischen ihre Spuren und erschweren damit die Aufklärung,“ erklärt Frank Rustemeyer, Direktor bei HiSolutions, einem Beratungshaus für Security und IT-Management. Bis ein Schadenfall abgeschlossen ist, kann daher bei komplexen Fällen leicht 100 Manntage und mehr dauern.

Hiscox · Cyber-Versicherungen · Cyberschutz · Robert Hannigan
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