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Unternehmen & Management

Cyber-Risiken: Unternehmen fürchten "Fake News"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit der Nutzung von Industrie 4.0 steigt auch die Anfälligkeit gegenüber Cyber-Attacken für Unternehmen. Der Cyber Security Report von Deloitte und IfD Allensbach legt offen, dass Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft zunehmend auch "Fake News" als Bedrohung mit wirtschaftlichen Folgekosten wahrnehmen.
Die Dynamik der Digitalisierung zählt zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Wirtschaft in Europa und insbesondere Deutschland. Vor allem Industrie 4.0, Big Data und Künstliche Intelligenz gehören zu den entscheidenden Wirtschaftsfaktoren der Zukunft. Allerdings sind diese bis dato sehr unterschiedlich in der Unternehmensrealität angekommen: Ein Viertel (25 %) der Befragten greift heute schon auf Big Data beziehungsweise die Analyse großer Datenmengen zu, weitere 13 Prozent arbeiten daran und 15 Prozent planen es für die Zukunft. Künstliche Intelligenz ist lediglich für neun Prozent ein Thema. Acht Prozent arbeiten daran und 21 Prozent planen den Einsatz für die Zukunft. Für knapp zwei Drittel (62 %) ist KI hingegen weitgehend irrelevant. Das sind zentrale Ergebnisse des Cyber Security Report 2018 von Deloitte und dem Institut für Demoskopie Allensbach, das Entscheider aus Wirtschaft und Politik zur Digitalisierung und Cyber-Security befragt hat. 

Für nahezu alle Unternehmen mittlerweile „Tagesgeschäft“

Als größtes Risiko werden von den Top-Entscheidern aktuell Computerviren beziehungsweise Schadsoftware wahrgenommen. 77 Prozent gaben das an. Damit ist der Anteil der Führungskräfte, die darin eine große Gefahr sehen, seit 2013 von 57 Prozent um 20 Prozentpunkte gewachsen. Auch die Manipulation der öffentlichen Meinung durch Fake-News (75 %) und Datenbetrug im Internet (74 %) werden als weitere große Gefahren gesehen. Dabei ist auffällig, dass auch die Zahl derjenigen, die Fake-News als Bedrohung ansehen, stetig zunimmt. 2017 sahen noch 67 Prozent dies als Risiko an. In der Liste der Cyber-Risiken folgen die Lahmlegung wichtiger Infrastruktureinrichtungen durch Cyber-Angriffe (68 %) sowie der Missbrauch von persönlichen Daten durch andere Nutzer in sozialen Netzwerken (65 %). 

 

Für die befragten Entscheider aus Unternehmen gehören Cyber-Angriffe inzwischen fast zum Alltag: Rund die Hälfte (46 %) gab an, täglich bis wöchentlich attackiert zu werden. Insgesamt 93 Prozent der mittleren und großen Unternehmen waren bereits IT-Angriffen ausgesetzt. Bisher verantwortet die Wirtschaft die aktive Eindämmung der Angriffe selbst, wobei 56 Prozent der Wirtschaftslenker der Meinung sind, dass der Staat grundsätzlich Unternehmen bei Cyber-Angriffen wirkungsvoll unterstützen könnte. „Unternehmen erwarten von staatlichen Einrichtungen eine aktive Unterstützung, sowohl bei der Cybersicherheit als auch bei der Digitalisierung. Hier besteht konkreter Handlungsbedarf, um die Weichen für eine Digitalisierung der Wirtschaft erfolgreich zu stellen“, erklärt Katrin Rohmann, Leiterin Government & Public Services bei Deloitte.

 

Insgesamt sieht die Mehrheit der Abgeordneten und Wirtschaftslenker jedoch die Ausstattung staatlicher Stellen hinsichtlich der für die Aufgaben erforderlichen Fachkompetenz kritisch, so zum Beispiel, wenn es um die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen bei der IT-Sicherheit geht. Gut zwei Drittel der politischen Entscheider (68 %) und 79 Prozent der Entscheider aus Unternehmen haben daran ausdrücklich Zweifel. Doch gibt es überhaupt wirksamen Schutz gegen Hackerangriffe? Bei dieser Frage sind Abgeordnete und Führungskräfte unterschiedlicher Meinung. 60 Prozent der Abgeordneten denken, dass Computernetzwerke sich wirksam gegen Hackerangriffe schützen lassen, von den Führungskräften aus Unternehmen sind es nur 32 Prozent.

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