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Politik & Regulierung

GDV bescheinigt BU-Versicherern eine hohe Leistungsquote

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie ist des derzeit um das Leistungsverhalten der privaten Berunfsunfähigkeitsversicherer bestellt? Eine aktuelle Umfrage des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kommt zu dem Ergebnis, dass 78 Prozent aller Leistungsanträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung bewilligt werden. 
Demnach habe ein Versicherter allein im Jahr 2016 im Schnitt etwa 7.686 Euro von seinem BU-Versicherer erhalten. Dies sei ein Plus von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: etwa 7.551 Euro je Versicherter), so der GDV. Darin sind nach Verbandsangaben nicht nur die Werte eigenständiger Versicherungsverträge enthalten, sondern auch Leistungen, die als Zusatzversicherung vereinbart wurden. Dabei dauere der gesamte Prozess - vom ersten Anruf beim Versicherer bis zur bewilligten Leistung - im Durchschnitt etwa 110 Tage. 
Werde eine vereinbarte Leistung nicht ausgezahlt, liege dies laut GDV dies in 43 Prozent der Fälle daran, dass die Berufsunfähigkeit den vereinbarten Grad (meist bei 50 Prozent) nicht übersteigt. Ungefähr 15 Prozent der Anträge werden abgelehnt, weil sich der Kunde für einen längeren Zeitraum - auch auf Nachfrage - nicht mehr bei der Versicherung gemeldet habe, teilt der Verband weiterhin mit.
Aus welchen Gründen zahlen die BU-Versicherer keine Leistung aus?
Aus welchen Gründen zahlen die BU-Versicherer keine Leistung aus?Quelle: GDV

Ratingagentur konstatiert zunehmende Qualität

Eine Analyse der Ratingagentur Franke und Bornberg für das Handelsblatt kam ers jüngst zu dem Ergebnis, dass sich die Qualität der Produkte in der Spitze kaum noch unterscheide. Zudem tauche die sogenannte abstrakte Verweisung immer seltener in den Verträgen zu BU-Versicherung auf. "Die Verträge sind für die Kunden heute besser denn je. Denn im harten Wettbewerb haben Versicherungsunternehmen ihre Produkte weiter verfeinert und bieten zahlreiche Extras an", wird Geschäftsführer Michael Franke zitiert. Laut GDV hatten allein im Jahr 2017 etwa 4,5 Millionen Bundesbürger eine Hauptversicherung und zwölf Millionen eine Zusatzversicherung abgeschlossen - dazu zählen auch Erwerbsunfähigkeitsversicherungen und Grundfähigkeitsversicherungen. 

Dread-Disease-Versicherung als kostengünstigere Alternative

Eine kostengünstigere Variante zur klassischen BU-Versicherung ist indes mittlerweile die sogenannte Dread-Disease-Versicherung. Im Jahr 1983 in Südafrika entwickelt, um Kosten zu decken, die bei Diagnose einer schweren Erkrankung entstehen können, ist diese mittlerweile in vielen Regionen der Welt verbreitet und wird bevorzugt im asiatischen Raum vertrieben. In Deutschland startete der Verkauf 1991. Allerdings ist der Verkaufserfolg im Vergleich zu anderen Ländern, wie zum Beispiel Großbritannien, nur mäßig, konstatiert Roman Goedecke, Propostition Manager in der Abteilung Market Intelligence & Strategy Standard Life, in einem aktuellen Beitrag für die Versicherungswirtschaft. Häufig werde die DDV als eine (schlechtere) Alternative zu der deutlich weiter verbreiteten Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) gesehen, obwohl die Leistungen beider Produkte nicht deckungsgleich sind.
Betrachtet man die Produkte der sechs Anbieter in Deutschland, so ergibt sich das folgende Bild, so Goedecke: Versichern kann man sich ab einem Alter von einem Jahr. Dies gelte zumindest für vier der sechs Anbieter. Die Mindestlaufzeit liegt in der Regel bei fünf Jahren. Entscheidender ist allerdings die Maximallaufzeit. Hier habe die DDV ein Alleinstellungsmerkmal, da bei vier von sechs Anbietern ein maximales Endalter von 100 (teilweise sogar lebenslang) abgesichert werden kann. Die BUV kann hingegen maximal bis zum 67. Lebensjahr abgeschlossen werden. Versicherungssummen sind zwischen 5.000 und 3.000.000 Euro möglich für Privatpersonen und
bis zu 5.000.000 Euro für Firmen im Rahmen der sogenannten "Keyman Absicherung". Allerdings dürfte es die DDV auch künftig schwer haben, bei dem klassischen Angestellten oder der Familie mehr als nur eine wünschenswerte Ergänzung zur BUV darzustellen, so der Experte. Von daher sei die Einschätzung der befragten Vermittler zu den Zukunftsaussichten der DDV, die einen leicht  positiven Trend erwarten, als realistisch zu betrachten.
Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft · Berufsunfähigsversicherung · Dread Disease Versicherungen · Leistungsquote
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