Die chinesische Polizei hat einen Kondomfälscher-Ring ausgehoben.
Die chinesische Polizei hat einen Kondomfälscher-Ring ausgehoben.Quelle: Tomizak / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Millionenschaden durch gefälschte Kondome

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Eigentlich sollen sie dem Menschen in seinen intimsten Stunden einen gewissen Schutz vor den möglichen Folgen eines erotischen Tête-à-Têtes verleihen. Fatal indes, wenn die sogenannten "Verhüterli" - auch bekannt als Kondom - den Praxistest nicht bestehen. Noch schlimmer, wenn sich entsprechende Präservative sogar als gesundheitsgefährend herausstellen. Jüngstes Beispiel: In China haben Ermittler einen Kondomfälscher-Ring ausgehoben und dabei etwa 500.000 Schachteln mit Imitaten internationaler Marken beschlagnahmt. Deren Wert: umgerechnet 6,3 Mio Euro.
Die meisten Kondome seien demnach meist in den Provinzen Henan und Hubei hergestellt worden. Außerdem wurde eine Verpackungsfirma in der Provinz Zhejiang durchsucht, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. Diese sollen dann an Supermärkte, Automatenketten und Hotels verkauft worden sein. Noch schlimmer: "Die hygienischen Bedingungen in diesen Dörfern war sehr schlecht. Es war weit unter offiziellen Produktionsstandards", wird ein Polizeibeamter zitiert. Die gefälschten Kondome bekannter chinesischer Marken wie Jissbon und SixSex sollen dann für einen Spottpreis von einem Yuan (etwa zwölf Cent) verhökert worden sein. Die Originalprodukte kosten indes zwischen 20 und 150 Yuan (2,50 und 19 Euro) pro Schachtel. Kondome gehören übrigens zu den Produkten, die in China am meisten gefälscht werden. Allein im Februar wurden in der Provinz Shanxi zwei Millionen Raubkopien, berichtet das Nachrichtenmagazin.
Dabei sind die Schäden durch Produktpiraterie immens. Anfang Juni 2018 veröffentlichte das EU-Amt für geistiges Eigentum (EUIPO) eine Studie, wonach 13 bedeutende Wirtschaftszweige, die besonders anfällig für Fälschungen sind, Einnahmenverluste von insgesamt 60 Mrd. Euro zu beklagen hatten. Besonders betroffen seien dabei vor allem die Hersteller von Kosmetik über Bekleidung, Schuhe, Sportartikel, Spielzeug, Uhren und Schmuck, pharmazeutische Produkte bis zu Smartphones, Pestiziden, Alkoholika, Batterien und Reifen, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf die Untersuchung. Allein in Deutschland entstehen in diesen Branchen laut Bericht Verluste von 8,5 Mrd. Euro im Jahr. Besonders davon betroffen seien dabei vor allem die Hersteller von Bekleidung, Schuhen und Accessoires mit einem Schaden von rund 4,2 Mrd. Euro sowie die Pharmabranche mit etwa 1,5 Mrd. Euro - von den gesundheitlichen Folgen einmal ganz abgesehen.
Kondom · Produktpiraterie
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