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Unternehmen & Management

Euler Hermes: Deutsche Mittelständler sind risikoanfälliger als Italiener

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mittelständische Unternehmen in Deutschland, Frankreich und Spanien haben ein höheres Kreditrisiko als vergleichbare Firmen in Italien. So bescheinigt eine aktuelle Studie von Euler Hermes Rating kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) und Mid-Caps in Italien mit 2,05 Prozent eine durchschnittlich geringere zweijährige Ausfallrate als ihren deutschen (2,59 Prozent), französischen (3,05 Prozent) oder gar spanischen (3,67 Prozent) Pendants.
Eine mögliche Erklärung dafür sieht der Kreditversicherer vor allem in dem Umstand, dass die Sektoren Herstellung von Rohstoffen und Groß- und Einzelhandel in Italien relativ geringe Ausfallraten aufweisen und diese einen vergleichsweise hohen Anteil der betrachteten Unternehmen ausmachen. Die Ursachen für die vergleichsweise hohen Ausfallraten in Spanien liegen in der Folge der internationalen Finanzkrise, durch die zahlreiche Unternehmen ins Straucheln gerieten. Insolvenzen stiegen landesweit an. Besonders hart traf es die dortige Immobilien- und Baubranche. Nach einem jahrelangen Bauboom platzte 2008 im Zuge der globalen Finanzkrise die Immobilienblase in Spanien und ließ Ausfallraten in diesen Branchen besonders stark in die Höhe schnellen.
"Gerade kleine und mittelständische Unternehmen oder Mid-Caps sind für Investoren sehr attraktiv – sie bergen jedoch wesentlich höhere und komplexere Kreditrisiken als multinationale Unternehmen. Genau hinschauen lohnt sich: Dass italienische Mittelständler zum Beispiel durchschnittlich weniger riskant sind als ihre deutschen Pendants, die den Ruf haben, besonders solide zu sein, mag für den einen oder anderen eine kleine Überraschung sein", kommentiert Kai Gerdes, Direktor Kreditrisiko bei TRIB Rating, dem Rating-Service von Euler Hermes Rating in Zusammenarbeit mit Moody’s für europaweit einheitliche Ratings für mittelständische Unternehmen. So gebe es zwar in einzelnen europäischen Ländern einige Parallelen, aber auch gravierende Unterschiede. In Deutschland weisen - ähnlich wie in Frankreich -– das Baugewerbe, die verarbeitende Industrie und der Maschinen- und Anlagenbau überdurchschnittliche Ausfallraten auf. In Italien hingegen ist Landwirtschaft und Bergbau besonders riskant und in Spanien wackeln Mittelständler in den Sektoren Immobilien und Vermietung sowie im Baugewerbe besonders häufig, heißt es bei Euler Hermes weiter.
"Viele Risiken lassen sich durch eine detaillierte Analyse beherrschen. Aber trotzdem bleiben bei alternativen Investitionen Gefahren – eine Glaskugel hat keiner. Sämtliche Märkte unterliegen einem permanenten Wandel, den man für die zukünftige Betrachtung im Auge behalten muss. Allerdings lassen sich insbesondere Entwicklungen, die auf eine Kumulation verschiedener Risiken zurückzuführen sind, nur schwer in die Zukunft übertragen", erläutert Gerdes.
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