Wie entwickelt sich die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren?
Wie entwickelt sich die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren?Quelle: fotoART by Thommy Weiss / PIXELIO (www.pixelio.de)
Märkte & Vertrieb

Swiss Re: Versicherer profitieren vom asiatischen Wirtschaftswachstum

Von VW-Redaktion und Philipp ThomasTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit großen Schritten neigt sich das Jahr 2018 dem Ende entgegen. Die Swiss Re hat die Gelegenheit bereits genutzt, im Rahmen einer neuen Sigma-Studie eine Prognose über die wirtschaftliche Entwicklung in den beiden kommenden Jahren zu werfen. So rechnen die Ökonomen neben steigenden Risiken mit einer zunehmenden Abschwächung der Weltwirtschaft. Lediglich in den asiatischen Schwellenländern dürften die Versicherer mit neuen Wachstumsimpulsen rechnen.
So werden nach den Berechungen vor allem die Schwellenländer in Asien ihen Wachstumskurs fortsetzen. Nach einem Plus von 4,7 Prozent dürfte das Gesamtwachstum in den Jahren 2019 und 2020 wohl auf 4,9 Prozent steigen. Dennoch dürfte sich das welweite Wachstum in diesem und im kommenden Jahr abschwächen, auch wenn Chefvolkswirt Jérôme Jean Haegeli davon ausgeht, dass noch kein "wirtschaftlicher Winter" beginne. So rechnet das Swiss Swiss Re Institute damit, dass die US-Wirtschaft im Jahr 2018 real um 2,9 Prozent, im Jahr 2019 um 2,2 Prozent und im Jahr 2020 um 1,7 Prozent wachsen wird. Gründe dafür sind die zunehmend restriktive Politik der US-Notenbank sowie zyklische und strukturelle Aspekte. Für den Euroraum rechnet die Swiss Re in ihrer aktuellen Sigma-Studie mit einem Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent in diesem Jahr, welches sich in den kommenden beiden Jahren (2019: 1,5 Prozent - 2020: 1,4 Prozent) weiter abschwächen dürfte.Gleichzeitig dürften die Abwärtsrisiken laut Rückversicherer in den kommenden Monaten och weiter zunehmen. Mittelfristig wird die historisch niedrige Arbeitslosigkeit in den USA wahrscheinlich zu einer stärkeren Lohnentwicklung und einem höheren Risiko der Überhitzung der US-Märkte führen. Dies könnte den voraussichtlichen Verlauf der geldpolitischen Normalisierung unterbrechen, wenn die US-Notenbank die Zinsen aggressiver anhebt als erwartet, heißt es bei der Swiss Re. die größte Gefahr bestehe nach Ansicht der Ökonomen jedoch in einem Handelskrieg zwischen den USA und China. Im schlimmsten Fall würde das globale BIP innerhalb von drei Jahren sogar um 1,5 bis 2,5 Prozent sinken, so die Studie.
Dennoch rechnet die Swiss Re damit, dass das weltweite Prämienvolumen im Nichtleben- und Lebensektor 2019 und 2020 jeweils um über drei Prozent pro Jahr wachsen wird, was vor allem der wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern geschuldet sei. Der Wohlstand in den Schwellenländern ist deutlich gewachsen, und ein Anstieg des BIP um einen Prozentpunkt habe zudem im Jahr 2018 viel größere Auswirkungen auf das Prämienvolumen als noch vor einem Jahrzehnt, heißt es beim Rückversicherer. "Angesichts der anhaltenden Verschiebung der weltweiten Wirtschaftskraft von West nach Ost werden in den kommenden Jahren vor allem China und die asiatischen Schwellenländer die Versicherungsnachfrage bestimmen. Unseren Modellen zufolge wird sich die Wachstumsrate der Versicherungsprämien in den asiatischen Schwellenländern in den nächsten zwei Jahren gemessen in US-Dollar auf mehr als das Dreifache des weltweiten Durchschnitts belaufen"m prognostiziert Haegeli. So dürfte allein der Anteil Chinas am weltweiten Prämienvolumen von 0,8 Prozent im Jahr 2000 auf 9,7 Prozent im Jahr 2017 und bis 2028 auf 16 Prozent wachsen.
Zudem würden neue Produkte wie parametrische Versicherungen die Grenzen der Versicherbarkeit für Naturkatastrophenrisiken erweitern, die bislang nur schwer zu versichern waren. Außerdem benötigten die Unternehmen immer häufiger eine Absicherung gegen bislang nicht versicherbare Risiken wie Gewinn- und Cash-Flow-Verluste durch Betriebsunterbrechung, Cybergefahren, Produktrückrufe sowie wetter- und energiepreisbedingte Risiken. Mit Blick auf den Brexit sei laut Rückversicherer die Wahrscheinlichkeit eines "No Deal" zwar gestiegen. Allerdings rechnet die Swiss Re nach eigener Aussage noch immer mit einer geordneten Übergangsphase.
Swiss Re · sigma-Studie · Rückversicherer · Wirtschaftswachstum
Auch interessant
Zurück
23.04.2019VWheute
"Sekun­däre Natur­ge­fahren sind nicht besser beherrschbar als Primäre" - aktive Über­wa­chung und Model­lie­rung ist notwendig Die Welt wird für den …
"Sekun­däre Natur­ge­fahren sind nicht besser beherrschbar als Primäre" - aktive Über­wa­chung und Model­lie­rung ist notwendig
Die Welt wird für den Menschen wieder gefährlicher. Nach dem Sieg über wilde Tiere, (viele) gefährliche Krankheiten und konkurrierende Primaten kommt …
11.04.2019VWheute
Sigma Studie: Rekord­schäden, bedroh­li­cher Anstieg sekun­därer Natur­ge­fahren – trotzdem geringe Absi­che­rungs­be­reit­schaft Die letzten beiden …
Sigma Studie: Rekord­schäden, bedroh­li­cher Anstieg sekun­därer Natur­ge­fahren – trotzdem geringe Absi­che­rungs­be­reit­schaft
Die letzten beiden Jahre weisen gemeinsam die höchste je verzeichnete Schadensumme auf. Das schreibt Swiss Re in ihrer Sigma-Studie, Insgesamt kam es …
19.12.2018VWheute
Swiss Re: Kata­stro­phen kosten Versi­cherer in diesem Jahr rund 79 Mrd. US-Dollar Die Versicherer kommen die Katastrophen in diesem Jahr …
Swiss Re: Kata­stro­phen kosten Versi­cherer in diesem Jahr rund 79 Mrd. US-Dollar
Die Versicherer kommen die Katastrophen in diesem Jahr augenscheinlich teuer zu stehen. Schätzungen zufolge belaufen sich die gesamtwirtschaftlichen Schöden aus Natur- und Man-Made-Katastrophen im …
06.12.2018VWheute
Swiss Re fürchtet Trend­wende bei der Lebens­er­war­tung Die Menschen bekanntlich immer älter - ein Trend, welcher auch dank des medizinischen …
Swiss Re fürchtet Trend­wende bei der Lebens­er­war­tung
Die Menschen bekanntlich immer älter - ein Trend, welcher auch dank des medizinischen Fortschritts stetig nach oben ging. Allerdings: In den letzten Jahren hat sich der Rückgang der Sterblichkeit in einigen Industrieländern…
Weiter