Internationale Versicherungsprogramme im Blickpunkt auf dem Euroforum Kongress Internationale Versicherungsprogramme
Internationale Versicherungsprogramme im Blickpunkt auf dem Euroforum Kongress Internationale VersicherungsprogrammeQuelle: Alexander Kaspar
Märkte & Vertrieb

Internationale Versicherungsprogramme auf dem Prüfstand

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Welche Dynamiken entfalten die Globalisierung auf der einen und sich abgrenzende Märkte -Stichwort Brexit- auf der anderen Seite für die Anbieter Internationaler Versicherungsprogramme? Sind Compliance-konforme Programme im internationalen Kontext überhaupt noch möglich und wem bringt die Digitalisierung wirklich Vorteile? Über Fragen wie diese diskutierten in München auf dem Euroforum Internationale Versicherungsprogramme rund 100 Experten. Dabei standen neben einer kritischen Selbstbetrachtung der Branche auch mögliche Geschäftsmodelle der Zukunft im Mittelpunkt der Diskussion. Den "Helikopterblick" zur Marktsituation unternahm anschließend eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde, die hier im Video dokumentiert ist.   
Dank der Globalisierung, beschleunigt durch die neuen Medien und Technologien wie Big Data oder Künstliche Intelligenz internationalisieren sich zunehmend auch die beteiligten Unternehmen. Weltweit registrieren Marktbeobachter im Bereich Internationalisierung ein deutliches Wachsstum: 39 Prozent bei den weltweit agierenden Unternehmen und sogar fast 46 Prozent Wachstum innerhalb der Europäischen Union. Damit stellt sich auch die Frage wie diese sich zukünftig versicherungstechnisch orientieren und entscheiden werden? In diesem Zusammenhang ist der Trend konkret in Richtung Asien/China bei den Welt-Top-500 besonders ausgeprägt. 
In die gleiche Kerbe schlug Dirk Wegener, Global Head Corporate Insurance der Deutsche Bank Group. Aus Sicht der versicherungsnehmenden Wirtschaft gäbe es bei der Gestaltung Internationaler Versicherungsprogramme kein einfaches "entweder - oder". Komplexe Optimierungsprobleme produzieren schließlich höchst unterschiedliche Bilder, dennoch versuchten die Versicherungsnehmer einheitliche Regeln zu etablieren. Provokant stellte Wegener einige Fragen in den Raum: Wo wollen Sie hin? Geht es nur um mehr Verträge? Wieviel Prämie muss ich in einem jeweiligen Land bezahlen und wie sieht es aus mit dem Risiko, dass die Versicherungslösung im Zweifel nicht funktioniert? Schließlich stellte Wegener die Frage: Wo ist das Haftungsrisiko begrenzt?
Antworten darauf versuchte auch Thomas Wang, Mitglied der Geschäftsführung der Funk Gruppe GmbH und seines Zeichens China bzw. Asien-Experte bei einem Maklerhaus, welches 1200 Internationale Versicherungsprogramme in über 100 Ländern managed. "Was wir bei den globalen Brokern erleben ist revolutionär", so Wang. Nicht nur sei eine deutliche Verjüngung des beteiligten Personals zu beobachten, im Vergleich zu früher seien vielfach auch neue, eigenständige Abteilungen für die Fragestellung die Versicherbarkeit von internationalen Dienstleistung und Produkten betreffend entstanden. Zudem sei der Trend zu beobachten, das heute ganze Teams, in denen sich Kompetenz und Erfahrung kummuliere, von Mitbewerbern abgeworben werden. Während im Segment der internationalen Broker neue Giganten in China und den USA entstehen, die mittels Allianzen oder Franchise-Modellen Wachstum generieren, verfolgen regionale Player eigene Strategien. Dabei spielt der Zukauf internationaler Broker-Services bei Netzwerkanbietern, das Network-Membership oder Zusammenschlüsse eine immer wichtigere Rolle um angestammte Kundensegmente zu halten oder um in neue einzudringen. Dauerbrenner für jedes Maklerhaus sind jedoch die vier "Cs": Coverage, Cost, Contreol und Compliance. Hilfreich sei schließlich der Blick nach China, wo es bereits einen Massenmarkt gibt und die dortigen "Digital natives" Laptop und Tablet übersprungen haben und alle Bedürfnisse gleich an ihr Mobiltelefon adressieren. Doch ganz gleich wie weit auch KI, Machine Learning und das IoT den Markt und die Branche weiter unter Druck setzen, angesichts der Komkplexität internationaler Versicherungsprogramme sei eine Position nach wie vor ungefährdet, so die Referenten unisono: Die des Menschen, bzw. des Mitarbeiters mit Expertise. 
In der anschließenden Diskussionsrunde erörterten Nagler, Wang und Wegener Strategien für die Zukunft und suchten Antworten auf Fragen wie: Wie müssen internationale Makler-Netzwerke gestaltet sein? Wem bringt die Digitalisierung - z.B. durch ein Makler-Online-Portal- wirklich Vorteile und ob im internationalen Vergleich compliance-konforme Programme überhaupt noch möglich sind? [Anmerkung der Redaktion: Die Videos wurden enfernt.]
Neben bunter Theorie war auch der graue Alltag ein wichtiges Thema des diesjährigen Euroforums Internationale Versicherungsprogramme. Die Unwägbarkeiten des Brexits brennen vielen Beteiligten Versicherungsexperten auf den Nägeln und welche Konsequenzen dieser historisch einzigartige Vorgang für die heimische Assekuranz haben wird ist noch völlig unklar. Doch erste Auswirkungen zeichnen sich bereits ab, wie Christian Armbrüster, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Privatversicherungsrecht und Internationales Privatrecht an der Freien Universität Berlin im exklusiven Interview mit VWheute ausführt ausführt. Darin wirft der Forscher einen Blick in die Zukunft und kann dem Brexit sogar noch etwas positives abgewinnen.
AIG Deutschland · Alexander Nagler · Internationale Versicherungsprogramme · Christian Armbrüster
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