Erdölraffinerie in Speyer
Erdölraffinerie in SpeyerQuelle: JUREC / PIXELIO (www.pixelio.de)
Unternehmen & Management

Allianz führt interne Diskussion über den Ausstieg aus der Ölindustrie

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach der Kohle nun das Öl? Nach ihrem Rückzug aus den Kohleinvestitionen diskutiert man bei der Allianz anscheinend auch über einen Ausstieg aus der Ölindustrie. "Die Frage ist berechtigt, und wir führen intern eine Diskussion, die noch nicht abgeschlossen ist", wird Andreas Lindner, Chefanleger der Lebens- und Krankenversicherungstöchter, in der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Capital zitiert.
Zudem kündigte Linder an, die Allianz werde bald erste Konsequenzen aus ihren Bemühungen ziehen, um nachhaltiger zu investieren: "Wir haben im Februar Gespräche mit 22 Unternehmen begonnen, bei denen die Nachhaltigkeitswerte nicht unseren Erwartungen entsprechen. Drei Unternehmen haben sich bisher einem Dialog verweigert. Jetzt sind wir kurz davor, abzubrechen und die Papiere zu verkaufen", wird der Chefanleger des Versicherers weiterhin zitiert. Um welche Unternehnmen es sich dabei handelt, ist hingegen nicht bekannt.

Allianz: "Ausstieg ist nicht Gegenstand unserer Überlegungen"

VWheute hat natürlich bei der Allianz nachgefragt. Dort heißt es: "Wir berücksichtigen bei unseren Anlageentscheidungen ökologische, soziale und Kriterien der guten Unternehmensführung. Wir gehen aktiv mit Unternehmen, deren Nachhaltigkeitswert nach einer anerkannten Methodik unter einem bestimmten Wert liegt, ins Gespräch, um mehr Transparenz zu ihren Nachhaltigkeitsstrategien zu erlangen und letztlich ihre Nachhaltigkeitsleistung zu verbessern. Wenn sich der Nachhaltigkeitswert der Unternehmen nicht mittelfristig verbessert, kann dies dazu führen, dass wir Investments reduzieren oder ganz zurückfahren. In diesem Zusammenhang sind auch unsere internen Diskussionen zu Investitionen in fossile Brennstoffe wie Öl zu sehen. Ein Ausstieg aus diesem Sektor ist nicht Gegenstand unserer Überlegungen."

Außerdem betonte der Versicherer: "Kohle macht den größten Anteil an globalen Treibhausgasemissionen aus und ist durch erneuerbare Energien in den nächsten Dekaden ersetzbar. Für Öl existieren im Moment keine klimafreundlichen Alternativen, die den globalen Energiebedarf ansatzweise decken. Sinnvolle Ansätze liegen hier eher in der Energieeffizienz und einer sauberen Förderung, die Schutzzonen wie die Arktis berücksichtigt. Wir möchten als Allianz die notwendige Transformation zu einer CO2-neutralen Wirtschaft fördern und begleiten. Der globale Energiemix muss und wird sich in den nächsten Jahrzenten kontinuierlich wandeln, dies erfordert enorme Investitionssummen. Wir als Allianz stehen hierfür als verlässlicher Investor bereit, um gemeinsam mit Energieunternehmen an der Einhaltung des Zwei-Grad Ziels zu arbeiten."

Bereits im Mai 2018 hatte die Allianz angekündigt, bis zum Jahr 2040 will die Allianz komplett aus dem Kohlegeschäft aussteigen. "Der Verzicht auf die Einzelversicherung wird in etwa mit 50 Mio. Euro zu Buche schlagen, alleine im Bereich Erneuerbare Energien haben wir Ende 2017 bereits das Zweieinhalbfache erwirtschaftet. Diesen strategischen Wachstumsmarkt wollen wir perspektivisch noch stärker besetzen." Der Kohleausstieg hat auch auf der Investmentseite Auswirkungen, wie die Allianz erklärt: "Wir haben bereits im Jahr 2015 entschieden, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, die bei der Energiegewinnung einen Kohleanteil von mehr als 30 Prozent aufweisen. Diesen Anteil werden wir künftig alle fünf Jahre um fünf Prozent reduzieren, sodass wir spätesten im Jahr 2040 bei null angelangt sind", erläuterte der Konzern damals auf Nachfrage.
Allianz · Erdöl
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