Kyle Bryant, Cyber Underwriting Manager, Europe, Eurasia & Africa bei Chubb
Kyle Bryant, Cyber Underwriting Manager, Europe, Eurasia & Africa bei ChubbQuelle: Chubb European Group SE
Köpfe & Positionen

"Ein effektives Cyber-Risikomanagementprogramm muss vielschichtig sein"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dashlane, die "erste All-in-One-Lösung für Identitätsüberwachung und Risikoprävention im Internet", und der Versicherungskonzern Chubb bauen ihre Partnerschaft weiter aus. Das Ziel: wichtige Cyberrisiken der Kunden zu identifizieren und zu minimieren. VWheute hat Kyle Bryant, Cyber Underwriting Manager, Europe, Eurasia & Africa bei Chubb, im Exklusiv-Interview nach den Details der Kooperation befragt. 

Erklären Sie bitte, wie es zu der Zusammenarbeit mit Dashlane/ Chubb kann und was sie sich davon versprechen?

In den USA begann Chubbs Partnerschaft mit Dashlane bereits vor vielen Jahren. Gerade für mittelständische Unternehmen stellt fahrlässiges Mitarbeiterverhalten wie beispielsweise die Benutzung von einem Passwort für viele verschiedene Logins, ein großes Risiko dar. Da die Resonanz unserer amerikanischen Kunden sehr positiv ausfiel, lag es nahe, unsere Kooperation auch auf das Ausland auszubreiten. Die Benutzerfreundlichkeit von Dashlanes All-in-One-Lösung für Identitätsüberwachung und Risikoprävention im Internet sowie der unmittelbare Mehrwert, den das Angebot bei der Verwaltung und Sicherung von Passwörtern bietet, entspricht auch der Herangehensweise von Chubb. Wir unterstützen unsere Versicherten bei der Verbesserung ihres eigenen Cyber-Risikomanagements und stellen ihnen Risikotransferlösungen bereit.

Sind Mitarbeiter die größte Gefahr für die Cybersicherheit, wären Unternehmen nicht gut beraten, ihre Mitarbeiter entsprechend zu schulen?

Wir wissen, dass 95 Prozent aller Cybersecurity-Vorfälle in Unternehmen durch schädliches oder unvorsichtiges Nutzerverhalten verursacht werden. Egal, ob auf einen bösartigen Link geklickt wird, ein Passwort am Arbeitsplatz sichtbar notiert, ein gehacktes Gerät verwendet oder einfach nur eine Zugangsberechtigung falsch verwaltet wird, es gibt viele Möglichkeiten, wie Mitarbeiter einen Fehler begehen können, der eine Sicherheitslücke kreiert und infolgedessen zu einer Cyber-Attacke führen könnte. Daher sollten Unternehmen unbedingt in ein Cyber-Risikomanagementprogramm investieren, durch das ihre Mitarbeiter regelmäßig und effektiv geschult werden.

Was können Unternehmen noch tun und wie finden sie heraus, welcher Schutz für sie der richtige ist?

Ein effektives Cyber-Risikomanagementprogramm muss vielschichtig sein und die Mitarbeiter umfangreich trainieren, d.h. neben der Theorie sollte auch der direkte Umgang mit unterschiedlichen Programmen und IT-Produkten praktisch geübt werden. Dabei sollten die einzelnen Schritte für den Arbeitsalltag einfach zu übernehmen sein. Genau das macht Lösungen wie Dashlane so effektiv – in der Bedienung sind sie einfach, lösen aber ein großes, oft komplexes Problem – in diesem Fall u.a. das Verwalten und Sichern von Anmeldedaten.
Wenn Unternehmen beginnen ihre Schutzmaßnahmen zu überarbeiten, sollten sie als erstes den für sie größten Risikofaktor identifizieren. Für die meisten Unternehmen dreht es sich hierbei typischerweise um die Themen Datenschutz, Datenintegrität und IT-Resilienz. Eingeführte Sicherheitsmaßnahmen können jedoch noch so vielversprechend sein, wenn sich nicht jeder einzelne an sie hält. Deshalb schauen unsere Begutachter bei Kunden auch immer erst, ob in dem jeweiligen Unternehmen eine Kultur der Cybersicherheit gelebt wird, von dem C-Level bis hin zum letzten Mitarbeiter.

Was sind die nächsten Entwicklungen auf dem Cybermarkt?

Es ist unvermeidlich, dass Cyberversicherungen für Unternehmen, die sich aktiv mit den Risiken der heutigen Zeit auseinandersetzen, zu einem etablierten Instrument werden. Wir befinden uns momentan in einer Entwicklungsphase, in der einzelne IT-Anbieter beginnen, eine Partnerschaft mit Cyberversicherungen einzugehen, um ihren Kunden eine effektivere Lösung anbieten zu können. Andersherum sehen wir ebenso Versicherer wie beispielsweise Chubb, die mit Security-Anbietern wie Dashlane zusammenarbeiten, um für ihre Kunden einen Mehrwert in den Bereichen Prävention und Schutz zu schaffen. Beide Herangehensweisen basieren auf dem gleichen Verständnis, dass sich das Thema Cybersecurity mit all seinen Facetten stetig weiterentwickelt und dass Sicherheit nicht allein durch Prävention und einzelne Schutzmaßnahmen gewährleistet werden kann. Versicherungen sind ein wichtiges Instrument für Kunden, um ihr Risiko zu managen und ihre Bilanz zu schützen, und sollten daher zusätzlich neben jeder Präventions- und Schutzmaßnahme abgeschlossen werden.

Erklären Sie bitte in einfachen und kurzen Worten, was ihr Angebot macht und kann?

Dashlane ist die erste All-in-One-Lösung für Identitätsüberwachung und Risikoprävention im Internet. Die intuitive Dashlane-App, mit der Passwörter, persönliche Daten und Zahlungsdaten plattform- und geräteübergreifend automatisch eingegeben und gespeichert werden, hilft Nutzern dabei, ihre digitale Identität leichter zu verwalten, zu überwachen und zu schützen.

Sie bieten ja laut ihrer PM einen Passwort-Manger an, was kann der besser als handelsübliche Produkte?

Als erste All-in-One-Lösung gewährleistet Dashlane seinen Kunden einen umfassenden Schutz ihrer digitalen Identität. In der neuesten Version, Dashlane 6, umfasst dies in Deutschland zwei Bereiche: Online-Risikoprävention (z.B. Passwort-Verwaltung) und Identitätsüberwachung (Dark-Web-Überwachung). Funktionen, wie VPN für den Wifi-Schutz, können eine sichere Freigabefunktion für Passwörter garantieren. Nutzer können ihre Identität zudem über ein Dashboard überwachen. Dort können sie direkt einsehen, welche Konten ein neues bzw. stärkeres Passwort benötigen. Kunden können darüber hinaus bis zu fünf E-Mail-Konten überwachen und erhalten detaillierte Sicherheitswarnungen, falls persönliche Daten im Dark-Web auftauchen. Dieser leistungsstarke Dienst scannt mehr als 32 Milliarden Datensätze, die potenziell bei Hacks und Datenschutzverletzungen kompromittiert wurden. Exklusiv in den USA bietet Dashlane seinen Premium Plus-Kunden zudem eine Versicherung gegen Identitätsdiebstahl an. Kunden können bis zu einer Million Dollar verlangen, wenn sie wirtschaftliche Verluste durch Identitätsdiebstahl im Internet erlitten haben.

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